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Pilotprojekt Als erstes Land weltweit: Spanien will Vier-Tage-Woche testen

Eine Friseurin schneidet einem Mann die Haare, beide tragen einen Mundschutz
Mehr Arbeitsstunden bedeuteten nicht automatisch eine höhere Produktivität, so das Argument der linken Partei
© Iñaki Berasaluce/Europa Press/dpa
Nach einem Antrag der linken Partei Más País will die spanische Regierung die 32-Stunden-Woche probeweise einführen. Das Projekt könnte schon im Herbst beginnen. 

Die Vier-Tage-Woche soll das Wohlbefinden und die Produktivität von Angestellten verbessern. Als erstes Land der Welt könnte Spanien mit einem Pilotprojekt nun großflächig testen, ob das auch tatsächlich funktioniert. In den nächsten Wochen soll eine Entscheidung getroffen werden.

Bereits Anfang des Jahres habe die spanische Regierung einem Antrag der linken Partei Más País zugestimmt, berichtet der "Guardian". Die Gespräche zur Umsetzung des Projekts laufen bereits, in den kommenden Wochen soll es diesbezüglich ein weiteres Treffen geben. 

Vier-Tage-Woche: Experten bewerten das Arbeitsmodell

Unternehmen, die sich für das Pilotprojekt interessieren, sollen sich freiwillig für ihre Teilnahme melden können. Die Details für den genauen Ablauf stehen allerdings noch nicht fest. Ginge es nach Más País, laufe das Projekt über drei Jahre mit etwa 200 Firmen. Finanziert werde die 32-Stunden-Woche mit 50 Millionen Euro. Teilnehmende Unternehmen sollen so ihre finanziellen Risiken minimieren. 

"Mit der Vier-Tage-Woche haben wir eine zeitgemäße Diskussion eröffnet", schreibt der Más-País-Politiker Íñigo Errejón auf Twitter. Angestellte würden in Spanien mehr arbeiten als in anderen europäischen Ländern. Höhere Arbeitszeiten bedeuteten allerdings nicht gleichzeitig eine höhere Produktivität, so Errejón.

Tausende Angestellte sollen an der vorläufigen Vier-Tage-Woche teilnehmen

Insgesamt 3.000 bis 6.000 Angestellte sollen mit dem Pilotprojekt entlastet werden, rechnet sich Errejóns Parteikollege Héctor Tejero aus. Gleichwohl sollen weder Gehälter gekürzt, noch Menschen entlassen werden. Ein möglicher finanzieller Ausfall der teilnehmenden Unternehmen könnte nach dem Modell der Partei im ersten Jahr komplett von der Regierung ausgeglichen werden, im zweiten Jahr immerhin zur Hälfte, im dritten Projektjahr mit einem Drittel. 

Bereits im Herbst könnte das Projekt starten, so Tejero. Während seiner Laufzeit sollen Experten und Expertinnen die Testphase begleiten und die Resultate auswerten. "Spanien wird das erste Land sein, das einen Versuch von vergleichbarer Größe unternimmt", sagt Tejero. "Nirgendwo auf der Welt gab es bisher ein solches Pilotprojekt." 

Quelle: "The Guardian" / Twitter

reb

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