HOME

Neuer Podcast "Die Stunde Null": "80 Prozent unseres Geschäfts wurde über Nacht geschlossen": Der Kampf des Mittelstands ums Überleben

Das Coronavirus lähmt die deutsche Wirtschaft. Doch wo genau liegen die Probleme? In der ersten Folge des neuen Podcasts "Die Stunde Null" spricht Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar mit dem Unternehmer Lewin Berner. Ungewohnt offen schildert er die dramatischen Stunden, wie seine Umsätze einbrachen.

Den kompletten Podcast können Sie bei Audio Now, Spotify und weiteren Anbietern hören.

Seit Wochen hören wir die Alarmsignale aus dem Mittelstand: Viele Unternehmen kämpfen mit sinkenden Umsätzen, andere wie die Restaurantkette Vapiano oder das Modelabel Esprit mussten schon Insolvenz anmelden. Bei anderen reicht das Geld noch einige Wochen. "Deutschland und die ganze Welt sind in eine tiefe Krise geraten", sagt Horst von Buttlar. "Auf der einen Seite kämpfen wir um das Überleben, auf der anderen Seite um die Zukunft nach Corona. Wir haben die Welt da draußen abgeschlossen. Wenn wir sie aber wieder aufschließen - was für eine Welt wird das sein?"

Lewin Berner, Geschäftsführer des Schuhherstellers Sioux

Lewin Berner, Geschäftsführer des Schuhherstellers Sioux

Picture Alliance

Wo aber liegen die konkreten Probleme? In der ersten Folge des neuen Podcasts "Die Stunde Null" hat Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar den Unternehmer Lewin Berner zu Gast. Er ist Mitinhaber und Geschäftsführer von Sioux, einem mittelständischen Schuhhersteller aus Baden-Württemberg. Das Unternehmen Sioux ist 66 Jahre alt.

Und Berner sagt: Wenn das noch einige Wochen so weitergeht, wird es das Jahr 67 nicht geben. "Eigentlich hätten wir das beste erste Quartal seit zehn Jahren gehabt. Dann kam Corona. Alles ist Makulatur", so der Sioux-Geschäftsführer. "80 Prozent unseres Geschäfts wurde über Nacht geschlossen."

Ungewohnt offen schildert er im Gespräch die dramatischen Stunden, wie seine Umsätze einbrachen und er um Liquidität kämpft. Sein Beispiel ist typisch für viele mittelständische Produzenten und den Handel. "Es gibt nur zwei Szenarien. Wiedereröffnung am 18. April oder Schließung bis Ende Mai. Ein drittes brauche ich nicht. Das überstehen die Händler nicht."