Tourismus Polizei-Patrouille am Urlaubsstrand


Mehr Polizei für mehr Sicherheit: Um ihre gewinnbringenden Touristen aufgrund von drohenden Terroranschlägen nicht zu verlieren, haben beliebte Reiseländer ihre Sicherheitstandards deutlich erhöht.

Nach dem Bombenattentat islamistischer Terroristen vom März in Madrid haben viele beliebte Reiseländer aus Angst vor Anschlägen ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur in den bei Deutschen besonders beliebten Reisezielen. Einige Länder haben bereits seit längerem ihre Sicherheitsstandards erhöht, nachdem es dort Anschläge auf Touristenziele gegeben hatte.

Spanien:

4.000 zusätzliche Polizisten sollen im Sommer über die Sicherheit in den spanischen Touristengebieten wachen. Sie sollen die Kriminalität bekämpfen, aber auch Urlauber vor terroristischen Anschlägen der baskischen Untergrundorganisation ETA oder islamischer Extremisten schützen.

Marokko:


Für beliebte Ziele wie Rabat, Tanger und Casablanca wurden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Nach den Terroranschlägen vom 16. Mai 2003 mit über 40 Toten wurde eine Aufstockung der Polizei von 38.000 auf 40.000 Mann beschlossen. Um Touristen nicht zu beunruhigen, patrouillieren viele Polizisten in Zivil oder zumindest unauffällig.

Polen:
Angesichts der Unterstützung der Regierung für den Irak- Krieg und die USA haben viele Polen Sorge, ihr Land könne Ziel terroristischer Angriffe werden. In diesem Jahr werden Polizei und andere Sicherheitsdienste nach den jüngsten Terrorwarnungen gezielt in Urlaubsgebieten für Sicherheit sorgen, zitierte die polnische Zeitung "Fakt" einen Vertreter des polnischen Innenministeriums. An den Grenzen, Flughäfen und Bahnhöfen wird nach dem Attentat von Madrid stärker kontrolliert.

Frankreich:


Nach Angaben des Innenministeriums werden zwar keine besonderen Maßnahmen zur Urlaubssaison geplant, doch gilt seit den Madrider Anschlägen weiter die zweithöchste Sicherheitsstufe ("rot") im Verkehrsbereich. Bahnhöfe und Bahnstrecken, Fernstraßen, Häfen und Flughäfen werden verstärkt überwacht. Dazu wurden auch 500 Soldaten abkommandiert. In den Hochgeschwindigkeitszügen TGV kann man zuweilen bewaffneten Zugbegleitern begegnen.

Griechenland:


In der Olympiastadt Athen werden vom 1. Juli an rund 70 000 Polizisten und Sicherheitsexperten eingesetzt. Wegen der Olympischen Spiele vom 13. bis 29. August sind die Sicherheitsbehörden in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Ägypten


Bereits seit den Terroranschlägen ägyptischer Islamisten- Gruppen auf Urlauber in den 90er Jahren finden sich an allen Touristen-Attraktionen des Landes Sicherheitskräfte. Touristenbusse an vielen Orten Oberägyptens werden von einer Polizeieskorte begleitet.

Kenia:


Seit dem Anschlag auf ein israelisches Hotel im November 2002 sind die Sicherheitsvorkehrungen beträchtlich erhöht worden. Neben der Terrorgefahr bedroht wachsende Kriminalität den Tourismus. Viele Hotels empfehlen ihren Gästen, auf Spaziergänge in der Nachbarschaft zu verzichten. Die Tourismusindustrie leidet erheblich unter sinkenden Gästezahlen.

USA:
Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sind die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft. In Florida und New York, den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, ist davon aber wenig zu spüren. Allerdings sollte jeder Besucher Vorschriften strikt einhalten, da manche Sicherheitsleute schnell nervös werden.

Türkei:


In den Urlaubsgebieten ist von einem verstärkten Polizeiaufgebot nichts zu spüren. Nach offizieller Lesart verstand sich die Türkei bisher - auch nach den Terroranschlägen vom vergangenen November in Istanbul - als eines der sichersten Länder der Welt. Allerdings schüren die Anschläge vom vergangenen Donnerstag bei vielen Urlaubern sicherlich erneut Ängste vor einer Reise in die Türkei.

Österreich:


In der Alpenrepublik gibt es keinerlei erhöhte Sicherheitsvorkehrungen - im Gegenteil: Der österreichische Tourismus hofft, von der Terrorgefahr zu profitieren. Die Grenzen werden problemlos zu passieren sein.

DPA

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