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Schutz vor Diebstahl: Finanztest prüft Hausratversicherungen – besseren Schutz gibt es für viel weniger Geld

Eine Hausratversicherung schützt unter anderem vor Diebstahl. Die Preisunterschiede sind enorm. Schlechte Policen kosten drei Mal so viel wie die empfohlenen Testsieger.

Eine Hausratsversicherung deckt unter anderem die Kosten nach einem Einbruch.

Eine Hausratsversicherung deckt unter anderem die Kosten nach einem Einbruch.

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Eine Hausratversicherung gehört zu den beliebtesten Versicherungen. Sie schützt den "Hausrat" vor Schäden wie Diebstahl oder auf Wunsch auch vor Natureinwirkungen.

Die Finanzprofis der Stiftung Warentest haben sich die aktuellen Konditionen angesehen und festgestellt, dass es enorme Preisunterschiede gibt. Bei vergleichbarem Leistungsumfang wird teilweise das Zwei- bis Dreifache berechnet. Der Tipp der Geldexperten: Unbedingt die alte Police aus dem Ordner holen. Dann sollte man nicht nur die Preise vergleichen, sondern auch den Versicherungsumfang.

Teuere und günstige Regionen 

Die Beispielrechnung der Finanztester geht von einem Musterhaushalt aus: eine Person mit 100 Quadratmeter Wohnfläche. Die Preise wurden für eine "teure" Region mit vielen Schadensfällen berechnet, hier ist es Frankfurt am Main, und für eine "billige", risikoarme Region wie München. Ohne "Naturgefahren" kann man sich in München schon für weniger als 60 Euro im Jahr absichern - zum Bespiel im Medien Premium Tarif oder bei der Schwarzwälder im Tarif Exclusiv Fair Play Direkt. Sind Naturgefahren inklusive, kosten die Verträge etwa zehn Euro mehr. Naturgefahren decken zum Beispiel Schäden durch Überflutungen ab. Viele Verträge des Vergleichs kosten im sicheren München um 200 Euro.

Das Sparpotenzial ist also groß, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich nicht um eine einmalige, sondern um eine jährliche Ausgabe handelt. Das Leben im unsicheren Frankfurt ist weit teurer. Hier kosten die günstigsten Versicherungen um die hundert Euro, darunter die Ammerländer Comfort und die Coya Basic Police. Naturgefahren schlagen mit etwa 20 Euro zusätzlich zu Buche. Die teuersten Versicherungen reichen in Frankfurt an die 300 Euro heran. Gerechnet auf zehn Jahre kann die falsche Police 2000 Euro Mehrkosten bedeuten.

Grobe Fahrlässigkeit muss abgedeckt sein

Aufgenommen wurden nur Versicherungen, die auch im Falle von grober Fahrlässigkeit haften. Dieser Punkt ist wichtig, denn viele Schäden im Haushalt gehen auf eine Schusseligkeit der Bewohner zurück. Nur wenn grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist, sehen sie Geld, etwa auch dann, wenn eine unbeaufsichtigte Kerze Schäden verursacht.

Ob eine Hausratversicherung überhaupt notwendig ist, muss der Kunde selbst entscheiden. Die Tester raten dazu, wenn man aus eigenen finanziellen Mitteln den Hausrat nicht ersetzten könnte. Neben den finanziellen Auswertungen gibt die Zeitschrift wertvolle Tipps, was überhaupt und wenn ja unter welchem Umständen versichert ist. Also was passiert, wenn Kleidung und Hausrat bei einer Reise aus dem Auto – nicht versichert – oder aus dem gemieteten Ferienhaus – versichert - gestohlen werden. Diese Passagen sollte jeder Besitzer einer Police genau studieren, denn viele Dinge sind eben nicht versichert.

Problem Unterversicherung

Die meisten Versicherungen gehen von einem Wert von 650 Euro pro Quadratmeter echter Wohnfläche ohne Keller etc. aus. Bei 100 Quadratmetern sind dann 65.000 Euro Hausrat zum Neuwert versichert. Das hört sich zunächst nach viel an, dennoch kann man schnell unterversichert sein. Wenn die Wohnung mit teuren Möbeln und nicht mit Ikea ausgestattet wird, die Kleiderschränke mit hochwertigen Textilien gefüllt sind und teure Elektronik vorhanden ist, kann der Wert durchaus übersprungen werden. Wichtig ist dabei, dass die Kosten für eine neue Wiederbeschaffung in gleicher Qualität zugrunde gelegt werden. Die alte Miele-Waschmaschine von Oma geht also mit 1000 Euro in diese Summe ein und nicht mit null, weil sie verschenkt wurde. Unterversicherung wirkt sich übrigens nicht nur bei einem Totalverlust aus, sie führt auch zu prozentualen Kürzungen bei einzelnen Schäden.

Generell gehen die Hausratversicherungen von einer Standardmischung des Haushalts aus. Wer also in einem Bereich sehr wertvolle Dinge besitzt, sollte sich vorab bei der Versicherung über die Haftung erkundigen. Das gilt insbesondere für Schmuck und Sammlungen. Man sollte also nicht davon ausgehen, dass Uhren im Wert von 35.000 Euro komplett versichert sind, nur weil der Gesamtwert der Police 100.000 Euro umfasst. Aber auch beim Verlust einer teuren Fotoausrüstung kann es vorkommen, dass der Wert nur bis zu einer bestimmten Summe ersetzt wird.

Problemfall Fahrrad

Wichtig wird das häufig beim Thema "Fahrrad". Hier variieren die Bedingungen stark. Bei einem Einbruch in den abgeschlossenen Keller ist das Rad meist versichert, aber was, wenn es im ungesicherten Schuppen oder auf der Straße stand? Hier muss man direkt nachfragen. Das Gleiche gilt bei der Höhe des Versicherungsschutzes. Standardmäßig sind Räder häufig nur bis zu 1000 Euro versichert und das ist die Gesamtsumme aller Räder im Haushalt. Nicht nur edle Sporträder, sondern auch die heute weitverbreiteten Pedelecs sind deutlich teurer. Bei zwei E-Bikes mit Listenpreis von je 3500 Euro, bliebe man bei einem Diebstahl auf Kosten von 6000 Euro sitzen.

Den ganzen Test können Sie gegen Gebühr hier einsehen.