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Sicherheit Einbruchsschutz bei Warentest – Schloss und Riegel zum Nachrüsten

Gegen Kuhfuß und Schraubendreher helfen die Sicherungen. Rücken die Einbrecher aber mit einer Trennscheibe an, müssen sie passen. 
Gegen Kuhfuß und Schraubendreher helfen die Sicherungen. Rücken die Einbrecher aber mit einer Trennscheibe an, müssen sie passen. 
© Rainer Fuhrmann / Getty Images
Jedes Haus und jede Wohnung lassen sich nachträglich gegen Einbruch sichern. Leider garantieren weder Markennamen noch hohe Preise eine gute Qualität.

Fast 90.000 Mal wurde im vergangenen Jahr in Wohnung und Häuser eingebrochen. Neben den materiellen Verlusten, die häufig die Versicherung trägt, macht der Einbruch in die Intimsphäre den Betroffenen zu schaffen. Die Wohnung gilt als privater Schutzort, entsprechend erschreckt reagiert man auf Einbrecher und Verwüstungen.

Bei gut gesicherten Türen und Fenstern geben normale Einbrecher auf und suchen lieber ein weniger geschütztes Haus. In moderne Wohnungen sind meist Fenster mit Pilzkopf-Zapfen verbaut, sie können nicht einfach aufgehebelt werden. Aber wie kann man ältere Türen und Fenster sichern? Das fragte sich die Stiftung Warentest und hat einen ganzen Strauß an Sicherungen ausprobiert, die man nachträglich einbauen kann.

Gute Marke gibt es nicht

Von der Schutzwirkung der mit sehr gut und gut bewerteten Modelle waren die Experten überzeugt, wenn man bereit ist, die Kosten zu tragen. Billige Pseudo-Sicherungen aus dem Internet, die für ein paar Euro Sicherheit versprechen, taugen nichts. Im Test schnitten Produkte von einer Marke allerdings mal mit gut und mal mit mangelhaft ab. Das Stangenschloss von Swiss Sector etwa erreichte die Note gut, der Querriegel kam dagegen nur auf mangelhaft. Für den Kunden ist der Markt also schwer zu durchschauen.

Wohnungstüren lassen sich mit Querriegeln sichern. Doppel- bzw. Terrassentüren mit Stangen. Fenster müssen an Griff- und Scharnierseite gesichert werden. Im Test wurden die 13 Fenstersicherungen mit typischem Einbrecherwerkzeug attackiert. Sie mussten drei Minuten lang standhalten. Für sechs Minuten gab es die Note sehr gut. Bei Einfamilienhäusern ziehen Einbrecher Fenster meist den zur Straße zeigenden Türen vor. Bei Wohnungen ab dem ersten Stock sieht das Bild anders aus, hier wird sich Zutritt durch die Tür verschafft. Die Türsicherungen im Test – vier mit Querriegeln, zwei mit senkrechten Stangen – kosten ab 215 Euro. Von den sechs Modellen im Test taugen drei trotz der hohen Preise nicht.

Nur für geübte Selbermacher

Die Sicherung eines Hauses mit mehreren Fenstern, Terrassentüren und Eingangstür ist naturgemäß deutlich teurer als die Sicherung einer Wohnung im dritten Stock, wo nur die Tür mit einem Querriegel gesichert werden muss. Den Umbau der Fenster bekommt ein halbwegs talentierter Handwerker selbst hin. Anders sieht es bei den Türsicherungen aus. Hier muss präzise gearbeitet werden, damit die Arretierungen auch fassen. Wichtig ist die richtige Wahl an Dübeln, die die Riegel in der Wand verankern.

Bei den Fenstern mahnen die Tester, nicht nur an den Griff zu denken, genauso wichtig sind die Scharniere an der gegenüberliegenden Seite. Für die Griffseite wird das Burg-Wächter Winsafe WS 33 für 50 Euro empfohlen, für die Scharnierseite das Abus FAS101 (57 Euro). Deutlich günstiger ist die Deni Fenstersicherung Softline für beide Seiten. Sie kostet nur 37 Euro für beide Teile und hat die Note sehr gut (1,2) erreicht.

Wohnungstüren können mit einem waagerechten Querriegel oder mit einem senkrechten Stangenschloss gesichert werden. Sieger unter den Querriegeln ist das Abus PR 2800 für 535 Euro. Unter den Senkrechten siegt das Swiss Sector Stangenschloss für 215 Euro.

Absolute Sicherheit versprechen all diese Sicherungen nicht. Sie halten Gelegenheitsdiebe auf. Professioneller Einbrecherbanden, die gezielt in ein Haus eindringen wollen, sind anders ausgerüstet und lassen sich so nicht aufhalten.

Den ganzen Test können Sie gegen eine Gebühr hier einsehen.

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