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Yukos-Ausverkauf: Einstweilige Verfügung gegen Zwangsversteigerung

Die einstweilige Verfügung eines amerikanischen Konkursgerichts gegen die geplante Zwangsversteigerung lässt den angeschlagenen russischen Ölkonzern Yukos hoffen.

Das vom russischen Erdölkonzern Yukos angerufene US-Gericht in Houston hat eine einstweilige Verfügung gegen die für Sonntag angesetzte Zwangsversteigerung der Tochterfirma Juganskneftegas erlassen. Der wichtigste Bieter, der staatlich kontrollierte russische Konzern Gasprom, zeigte sich von der Entscheidung vom Donnerstag allerdings unbeeindruckt. Man habe weiterhin vor, an der Auktion teilzunehmen, sagte ein Sprecher der Tochterfirma Gaspromneft am Freitag der Nachrichtenagentur ITAR-Tass.

Konzern unter US-Konkursrecht

Die amerikanische Anwaltskanzlei des Yukos-Konzerns hatte zuvor die Hoffnung geäußert, die Entscheidung des Konkursgerichts in Texas werde die Kredite blockieren, die Gasprom zur Finanzierung seines Gebots benötige. Gasprom hatte dazu ein internationales Bankenkonsortium eingeschaltet, zu dem auch die Deutsche Bank gehört. Dieses Konsortium ist nach Angaben der Anwaltskanzlei Fulbright and Jaworski an die Entscheidung des US-Gerichts gebunden. Für die russische Regierung, die mit der Zwangsversteigerung nach eigenen Angaben die Steuerschulden des Yukos-Konzerns eintreiben will, ist die einstweilige Verfügung dagegen rechtlich unbedeutend.

Yukos hat zehn Arbeitstage Zeit, eine dauerhafte Verfügung gegen die Zwangsversteigerung zu erwirken. In einem verzweifelten Versuch, seine Zerschlagung zu verhindern, hatte der Konzern in den USA Insolvenz angemeldet und sich unter amerikanisches Konkursrecht gestellt. (AP)