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Ratgeber Allergie

Zusammentreffen mit Folgen

Expertenrat

stern.de-Allergie-Experten* beantworten Ihre Fragen:

Warum lösen manche Stoffe wie Nickel oft Allergien aus, andere wie Vaseline aber nie?

Damit ein Stoff eine Allergie auslösen kann, müssen seine Moleküle bestimmte Eigenschaften haben. Sie müssen so klein sein, dass sie die Schutzbarriere Haut passieren können. Außerdem müssen sie so genannte proteinreaktive Strukturelemente wie zum Beispiel Aldehyde besitzen: Damit können sie sich an Eiweißstoffe des Körpers anheften. Sind in einer Substanz proteinreaktive Strukturelemente vorhanden, kann sie eine Allergie in Gang setzen, das heißt, einen Sensibilisierungsprozess des Immunsystems auslösen. Vaseline enthält keine proteinreaktiven Strukturelemente und löst daher auch keine Allergien aus. Mehrere tausend Substanzen können aufgrund ihrer Struktureigenschaften als Allergen wirken. Davon spielen im Alltag etwa 400 Stoffe eine Rolle.

Wie sind die Heilungschancen beim allergischen Kontaktekzem?

Wird das Allergen konsequent gemieden, lässt eine Behandlung mit kortisonhaltiger Salbe den Juckreiz meist schnell verschwinden und die Hautveränderung vollständig abheilen. Gelegentlich kann sich ein chronisches Kontaktekzem ausprägen, das intensiv weiterbehandelt werden muss. Die einmal erworbene Überempfindlichkeit auf ein bestimmtes Allergen bleibt in der Regel lebenslang bestehen. Wird der Auslöser hundertprozentig gemieden, kann der Sensibilisierungsgrad im Laufe der Zeit abnehmen. Ist man ihm erneut ausgesetzt, kann sich schnell wieder ein Ekzem bilden.

Ich habe Neurodermitis. Muss ich damit rechnen, auch noch ein allergisches Kontaktekzem zu bekommen?

Nein. Das wurde zwar lange diskutiert, aber letztendlich sind Ärzte zu dem Schluss gekommen, dass Patienten mit einer Neurodermitis grundsätzlich kein erhöhtes Risiko haben, ein allergisches Kontaktekzem zu entwickeln. Allerdings können die therapeutischen Mittel wie Salben, die Neurodermitiker aufgrund ihrer Erkrankung einsetzen müssen, allergische Kontaktekzeme auslösen.

Was kann ich tun, um allergische Kontaktekzeme zu vermeiden?

Etwa 80 Prozent der Bevölkerung sind nicht sensibilisiert und werden deshalb auch kein allergisches Kontaktekzem entwickeln. Für sie sind im Alltag keine besonderen vorbeugenden Maßnahmen erforderlich. Diejenigen, die sensibel auf einen Stoff reagieren, sollten künftig den Kontakt damit vermeiden, müssen aber sonst nichts unternehmen.

Es gibt hingegen einen kleinen Kreis, wahrscheinlich weniger als ein Prozent der Bevölkerung, der besonders zur Ausbildung von Allergien neigt. Es handelt sich um Polysensibilisierte, also Menschen, die schon unter drei, vier oder mehr Allergien leiden. Diese Polysensibilisierten haben ein erhöhtes Risiko, noch weitere Allergien zu erwerben. Sie reagieren häufig schon bei geringeren Konzentrationen und schwachen Allergenen.

Auch sind die Symptome bei ihnen stärker ausgeprägt, sie sind also besonders empfindlich. Beispielsweise können sie auch auf Parabene reagieren. Das sind Konservierungsstoffe, die unter anderem in Kosmetika enthalten sind. Diese Stoffe verursachen bei den meisten Menschen keinerlei Probleme. Mehrfach sensibilisierte Menschen sollten darauf achten, dass sie nur allergenfreie Produkte verwenden.

* Wissenschaftliche Beratung: Prof. Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbunds dermatologischer Kliniken (IVDK)

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