Was haben Nickel, duftendes Deo und Zement gemeinsam? Sie können eine Allergie auf der Haut auslösen: das Kontakt-Ekzem. Es leuchtet rot und juckt noch Tage nach der Berührung.

Hausfrauen-Ekzem: Schuld sind meist Reinigungsmittel© Picture-Alliance
Eine Silberkette kann ihr Ebenbild auf dem Dekolleté nachzeichnen. Ein Jeansknopf kann einen rosafarbenen Fleck auf dem Bauch hinterlassen. Sogar der Euro kann einen rötlichen, juckenden Kreis verursachen – das Nachbild entsteht just an der Stelle, an der die Münze in der Hand lag.
Jeder Stoff, mit dem wir täglich in Berührung kommen, lässt winzige Partikel auf der Haut zurück. Reagiert der Körper allergisch auf diese Substanz, entsteht an der jeweiligen Stelle ein so genanntes Kontakt-Ekzem. Ein solches Ekzem ist rot, es juckt und schuppt, manchmal bilden sich auch nässende Bläschen. Anschließend verkrustet oder verhornt die Haut. In Deutschland leiden zwanzig Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer unter einer solchen Allergie.
Die Haut reagiert erst dann allergisch, wenn das Immunsystem bereits für den Stoff sensibilisiert ist - wie bei allen allergischen Prozessen. Das bedeutet: Beim allerersten Kontakt mit einer neuen Substanz kann keine allergische Reaktion entstehen.
Erst wenn die Körperabwehr den Stoff kennt und als gefährlich eingestuft hat, kann die Haut allergisch reagieren. So hält sie mitunter auch Münzen für eine Gefahr - völlig zu unrecht. Mit dieser Reaktion versucht das Immunsystem, die Substanz unschädlich zu machen und aus dem Körper zu entfernen. Es setzt dabei dieselben Waffen ein, die es für gefährliche Parasiten bereithält. Warum genau das Immunsystem von Allergikern harmlose Jeansknöpfe mit schädlichen Plagegeistern verwechselt, ist noch nicht hinreichend erforscht.
Wer unter einem Kontakt-Ekzem leidet, weiß, dass sich die Haut nicht sofort gegen den Allergie auslösenden Stoff wehrt. Das dauert manchmal einen Tag, manchmal sogar drei Tage. Denn das allergische Kontakt-Ekzem gehört zur so genannten Allergie vom Spät-Typ. Andere allergische Reaktionen startet der Körper hingegen sofort, zum Beispiel beim allergischen Asthma: Die Betroffenen bekommen schon wenige Minuten nach dem Kontakt mit Pollen nur noch schwer Luft.
Welcher Stoff das Kontakt-Ekzem auslösen kann, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Allerdings gibt es Substanzen, die häufiger zu Hautproblemen führen als andere. Einer der Hauptübeltäter ist Nickel. Dieses Metall kommt vor in Modeschmuck, in Reißverschlüssen und Knöpfen, sogar Silber- und Goldschmuck oder Zahnkronen können Nickel enthalten.
Auch Chrom ist ein Problemstoff für viele Menschen: Es wird zur Herstellung von Leder oder Zement benutzt. Verschiedene Konservierungsmittel oder Kosmetika zählen ebenfalls zu den Chemikalien-Mischungen, die häufig nicht vertragen werden. Sogar einige medizinische Salben sind nicht ohne: Um sie herzustellen, benutzen die Pharma-Unternehmen so genannte Wollwachs-Alkohole – Allergie-Auslöser erster Klasse. Friseurinnen, Maurer, Maler oder Krankenschwestern leiden besonders oft unter allergischen Kontakt-Ekzemen. Denn sie kommen aufgrund ihres Berufs mit vielerlei Chemie in Berührung.