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Ratgeber Allergie

Welche Mittel wann helfen

Salben

Für Neurodermitiker ist es sehr wichtig, regelmäßig Pflegeprodukte wie Salben und Cremes anzuwenden. Dabei braucht die Haut im Winter in der Regel eher fettreiche Salben. Im Sommer kann zeitweise auch eine leichtere Lotion ausreichen.

Salben mit Harnstoff

Die Hautbarriere von Neurodermitikern ist gestört. Aufgrund einer nicht optimalen Fettzusammensetzung der Haut geht Feuchtigkeit verloren. Cremes und Salben mit fünf- bis zehnprozentigem Harnstoff (Urea) erhalten die Haut weich und geschmeidig, der Harnstoff bindet Feuchtigkeit in der Haut. Allerdings gehören harnstoffhaltige Pflegemittel nicht auf stark entzündete oder verletzte Ekzemhaut.

Salben mit Gerbstoffen

Bei einer leichten Neurodermitis können gerbstoffhaltige Mittel ausreichen. Sie wirken leicht entzündungshemmend und stillen den Juckreiz. Die nässenden Ekzemstellen trocknen aus. So lässt sich verhindern, dass Bakterien oder Pilze die Stellen infizieren.

Örtlich betäubende Salben

Die örtlich betäubende Substanz Polidocanol verringert die Empfindlichkeit der Nervenenden. Dadurch sind auch Schmerzen und Juckreiz bei einer Neurodermitis weniger stark spürbar.

Kortisonsalben

Bei einem starken Neurodermitisschub helfen Kortisonsalben der Haut. Sie lindern gleichzeitig den Juckreiz und dämpfen die starke Entzündung. Kombiniert mit Harnstoff oder Salicylsäure wirken sie noch stärker. Ist die erkrankte Haut zusätzlich mit Bakterien oder Pilzen infiziert, sind auch Antibiotika oder desinfizierende Mittel sinnvoll. Wenden Sie kortisonhaltige Cremes so gering dosiert wie möglich und nur so lange wie nötig an - am besten nicht länger als vier Wochen ohne Unterbrechung.

Es gibt verschiedene Arten, den Verbrauch so optimal wie möglich zu steuern:

  • Stufentherapie: eine Woche lang eine stark wirkende Kortisonsalbe einsetzen, danach für ein bis zwei Wochen eine schwächer wirkende verwenden, danach eine Basiscreme ohne Cortison.
  • Tandemtherapie: morgens Basiscreme und nur abends ein kortisonhaltiges Präparat oder umgekehrt.
  • Intervalltherapie: alle ein bis drei Tage abwechselnd eine Kortisoncreme und eine Basiscreme oder ein Harnstoffpräparat.

Bei übermäßigem Gebrauch von Kortisonsalben kann die Haut dünner werden. Sichtbare dauerhafte Erweiterungen kleiner Blutgefäße und Hautveränderungen, die "Schwangerschaftsstreifen" ähneln, können auftreten. Moderne Kortisonsalben haben diese Nebenwirkung bei sachgemäßer Anwendung nicht, da sie ein sehr gutes Wirkungs-Nebenwirkungs-Verhältnis haben.

Salben mit Immunmodulatoren

Neben Kortisonpräparaten werden seit einigen Jahren auch sogenannte Immunmodulatoren mit den Wirkstoffen Tacrolimus und Pimecrolimus eingesetzt. Cremes mit Tacrolimus lindern die Entzündungssymptome bei Neurodermitis mindestens so gut wie mittelstark bis stark wirkende Kortisonsalben, bei Pimecrolimus ist die Wirkung im Vergleich zu mittelstark bis stark wirkende Kortisonsalben schwächer. In der Transplantationsmedizin wird Tacrolimus in Tablettenform gegeben, um die Abstoßung von Spenderorganen zu verhindern. Cremes mit Tacrolimus und Pimecrolimus können ein leichtes Brennen auf der Haut verursachen. Die Wirkstoffe machen die Haut zudem anfälliger für Entzündungen, die von Viren verursacht werden. Eine große Studie hat ergeben, dass die Anwendung das Risiko für T-Zell-Lymphome erhöht. Ob das auch für andere Krebserkrankungen gilt, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Bisher gibt es keine entsprechenden Hinweise.

Tacrolimus und Pimecrolimus werden nur empfohlen, wenn Kortisonsalben nicht ausreichend wirken, nicht verwendet werden können oder wenn eine längere Behandlung mit ihnen die Haut dauerhaft schädigen würde. Aufgrund der geringen Nebenwirkungen werden Immunmodulatoren oft an empfindlichen Stellen wie Gesicht, Hals, Leisten oder Genitalbereich aufgetragen. In Kombination mit lokalen Kortisonpräparaten ermöglichen sie eine niedrigere Dosierung des Kortisons. Da keine Langzeitstudien vorliegen, sollten Pimecrolimus und Tacrolimus 0,03% frühestens ab dem dritten Lebensjahr, Tacrolimus 0,1% erst ab dem 17. Lebensjahr eingesetzt werden. Immungeschwächte Patienten sollten sie gar nicht bekommen.

Wegen des möglicherweise erhöhten Hautkrebsrisikos ist es wichtig, die behandelten Körperstellen durch Kleidung oder Lichtschutzcremes vor Sonnenlicht zu schützen. Eine UV-Therapie oder Solariumbesuche sind während der Therapie mit Immunmodulatoren strikt zu vermeiden.

Antihistaminika-Cremes

Äußerlich angewandte Antihistaminika eignen sich nicht zur Behandlung der allergischen Haut, da sie selbst Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen können. Außerdem dringen sie nicht schnell und tief genug ein, um so gut wirken zu können wie Tabletten.

Yamina Merabet, Arnd Schweitzer
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