Torsten Zuberbier, Professor für Allergologie an der Charité in Berlin und Experte des stern.de-Ratgebers Allergie, antwortet auf Ihre Fragen:
Lange ging man davon aus, dass die spezifische Immuntherapie nur bei jungen Patienten wirksam ist. Heute weiß man: Wichtig für den Erfolg der Therapie ist nicht das Alter des Patienten, sondern, wie lange er bereits an der Allergie leidet. Die besten Chancen auf Besserung bestehen zu Beginn der Erkrankung, bevor sie womöglich bleibende Schäden an den beteiligten Organen (Schleimhäuten, Bronchien) verursacht hat. Die spezifische Immuntherapie kann also auch einem 70-Jährigen noch helfen - vorausgesetzt, er hat die Allergie erst seit drei bis fünf Jahren.
Nein. Wenn Sie während einer bereits begonnenen Hyposensibilisierung schwanger werden, können Sie diese einfach fortsetzen - es sei denn, die Therapie hat bei Ihnen allergische Überreaktionen ausgelöst. Bei solchen Zwischenfällen müssen oft Medikamente gegeben werden, die Sie und das ungeborene Kind belasten können. Wer die Therapie vor der Schwangerschaft gut vertragen hat, kann dabei bleiben. Vor allem Insektengiftallergikerinnen sollten die Therapie nicht abbrechen, weil für sie und ihr Kind die Immunreaktion auf Insektenstiche gefährlicher ist als die sehr seltenen Nebenwirkungen. Um Ihren Körper nicht unnötig auf die Probe zu stellen, sollten Sie mit der Hyposensibilisierung allerdings nicht erst während einer Schwangerschaft beginnen.