Auch nach dem Stichtag noch wechseln

30. November 2012, 14:57 Uhr

Die Kündigungsfrist für die Kfz-Versicherung endet am 30. November. Viele Autofahrer können auch später noch wechseln. Bei einer Beitragserhöhung besteht ein Sonderkündigungsrecht.

Versicherung, KFZ-Versicherung. Kasko

Zum Taschenrechner muss niemand greifen, Versicherungsvergleiche im Internet übernehmen einen Großteil der mühsamen Arbeit©

Die Kfz-Versicherungen werden teurer. Einerseits steigen die Kfz-Prämien auf breiter Front. Andererseits werden viele Autos in teurere Typklassen umgruppiert. Für die Betroffenen heißt das, sie können auch nach dem Stichtag, dem 30. November den Versicherer wechseln. Nach wie vor bestehen zwischen den Versicherern große Preisunterschiede. Etwa 32 Prozent können Autofahrer sparen, wenn sie von einem durchschnittlich teuren zu einem günstigen Anbieter wechseln. In Extremfällen kann die Ersparnis noch weit höher sein.

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Wie lange gilt das Sonderkündigungsrecht?
Es gilt einen Monat ab dem Zeitpunkt, an dem der Versicherungskunde seine Beitragsrechnung erhalten hat.

Wann muss der Versicherer spätestens seine Kunden informieren?
Erhöht der Versicherer den Beitrag, muss die Rechnung im November beim Kunden eintreffen. Ohne Prämienerhöhung kann die Gesellschaft die Beitragsrechnung auch noch im Dezember verschicken.

Woran erkennt der Kunde, dass er ein Sonderkündigungsrecht besitzt?
Die Rechnung enthält einen Hinweis, ob der neue Beitrag eine Sonderkündigung rechtfertigt. So schreibt es das Versicherungsvertragsgesetz vor.

Wann gilt ein Sonderkündigungsrecht?
Es besteht, wenn der Versicherer den Grundbeitrag erhöht. Das bedeutet, der Autofahrer müsste bei gleich bleibendem Schadenfreiheitsrabatt und gleichen Leistungen einen höheren Beitrag bezahlen.

Muss der Beitrag steigen, damit der Versicherte noch aus dem Vertrag aussteigen darf?
Oft darf der Versicherte kündigen, obwohl sein individueller Beitrag sinkt. Viele Kunden erhalten im neuen Jahr einen höheren Schadenfreiheitsrabatt. Wenn der Beitrag dann nicht um denselben Prozentsatz sinkt, besteht ein Sonderkündigungsrecht.

Muss die Ursache immer sein, dass der Versicherer den Preis anhebt?
Auch wenn der Versicherer an der teureren Prämie keine Schuld trägt, darf der Kunde kündigen. Das gilt, wenn eine Einstufung in eine teurere Regional- oder Typklasse den Preisanstieg verursacht.

Und wenn nicht die Gesamtprämie, sondern zum Beispiel nur die Haftpflicht teurer wird?
Selbst wenn nur ein Vertragsbestandteil (Haftpflicht oder Kasko) erhöht und der andere günstiger wird, hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht. Theoretisch könnte der Versicherer eine Kündigung wegen eines teureren Kaskobeitrags erschweren. Denn er müsste nur diesen Vertragsbestanteil auflösen. Der Haftpflichtvertrag würde dann bestehen bleiben und einen separaten Kaskovertrag kann der Kunde bei keinem anderen Anbieter abschließen. Auf solche Tricks verzichten Versicherer aber im Allgemeinen.

Wer im Dezember wechselt, hat vielleicht am 1. Januar noch keinen neuen Versicherungsschein.
Wenn späte Versicherungswechsler am 1. Januar noch keine neue Police haben, können sie beruhigt bleiben. Nach dem Abschluss bestätigt der Versicherer, dass der Vertrag angenommen wurde. Dann besteht voller Versicherungsschutz. Wichtig ist aber, dass die erste Rechnung umgehend bezahlt wird.

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