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11. März 2011, 16:14 Uhr

Wie das Web in der Not hilft

Nach dem Erdbeben in Japan ist das Internet unverzichtbar: Twitter und Youtube vermitteln ungefilterte Eindrücke, spezielle Webseiten bieten Hilfe.

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Auf Citizentube veröffentlichen Betroffene Filme vom Erdbeben© Citizentube

Im Chaos nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan erweisen sich das Internet und vor allem Twitter einmal mehr als die Kanäle, über die sich Nachrichten blitzschnell in der Welt verbreiten - und über die Betroffene Hilfe bekommen können.

Der Kurznachrichtendienst Twitter ist nicht nur Informationslieferant, sondern vor allem Kommunikationszentrale. Als nach dem Beben das Handynetz zusammenbrach, war zum Beispiel für den in Japan lebenden Schweizer Oliver Reichenstein Twitter das wichtigste Kommunikationsmedium: "Da kriegt man am schnellsten mit, was wichtig ist", sagte der Unternehmer der Nachrichtenagentur DPA. Da die Internetverbindungen noch funktionierten, habe er über den Kurznachrichtendienst schnell sicherstellen können, dass es seiner Frau gut gehe. Von Freunden am Flughafen erfuhr er außerdem, dass alle Starts abgesagt wurden - und er eine geplante Geschäftsreise nicht würde antreten können.

Innerhalb kurzer Zeit wurden die Naturkatastrophe zum größten Twitter-Thema. Die Hashtags #japan, #tsunami und #sendai werden international und auch in Deutschland stark genutzt, ebenso #japanquake. Viele Nutzer schicken über Twitter auch ihr Mitgefühl und ihre - zumindest virtuelle - Unterstützung für die Japaner hinaus ins Web. Unter dem Schlagwort #prayforjapan werden auch Gebete für die Katastrophenopfer in die Twittersphäre entsandt.

Google hilft bei der Suche nach Personen

Der Internetgigant Google hilft mit einer Personen-Suche in Japanisch und Englisch. Die Nutzer können nach jemandem suchen oder Informationen über sich oder einen anderen Menschen eintragen. Auf der Plattform sollen Suchanfragen und Wortmeldungen dann zusammenkommen. Der "Person Finder" ist unter der Adresse japan.person-finder.appspot.com zu erreichen. Rund 6000 Kontaktgesuche wurden bisher dort eingestellt. Das Tool kam bereits nach den Erdbeben in Haiti und Neuseeland zum Einsatz.

Google hat außerdem eine Krisenseite eingerichtet, in der verschiedene Informationsquellen, Kartenmaterial und der Personenfinder versammelt sind. Ein solches Google Crisis Response genanntes Projekt hatte der Suchmaschinenriese vor ein wenigen Wochen auch für das Erdbeben im neuseeländischen Christchurch eingerichtet.

Nachrichten - von Journalisten und Bürgern

Das Web bietet vielfältige Möglichkeiten, sich über die Naturkatastrophe in Nordjapan zu informieren. Einige internationale Fernsehsender bieten Livestreams im Internet an: Die öffentlich-rechtliche japanische Station NHK überträgt ihren englischen Kanal ins Netz. Umfangreich - und mit besserer Bildqualität - ist auch die Berichterstattung der englischsprachigen Ausgabe des arabischen Newskanals Al Jazeera.

Gänzlich ohne journalistische Aufbereitung kommen die Beiträge auf dem Youtube-Kanal Citizentube aus. Bewohner des Katastrophengebiets haben hier selbst gedrehte Filme veröffentlicht. Diese häufig zufällig entstandenen Dokumente vermitteln einen ganz eigenen Eindruck von dem Erdbeben. Ein Video beispielsweise ist aus der Perspektive einer Japanerin gefilmt, die aus ihrem wackelnden Haus stürmt und sich auf der Straße in Sicherheit bringt. Die Bilder an sich sind nicht spektakulär, aber dennoch sehr aufwühlend.

san
 
 
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