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31. Juli 2009, 16:48 Uhr

Internetsperren kommen später

Anders als geplant wird das umstrittene Gesetz gegen Kinderpornografie im Internet nicht am 1. August in Kraft treten. Grund: Das Gesetz soll vorsoglich von der EU-Kommission in Brüssel überprüft werden.

Internetsperren, Kinderporno, Leyen, Ursula von der Leyen

Von der Leyen will Kinderpornos mit einem Stopp-Schild verdecken© Tim Brakemeier/DPA

Das Gesetz gegen Kinderpornografie im Internet tritt nicht wie geplant am 1. August in Kraft. Es werde vorsorglich zunächst noch der EU-Kommission in Brüssel gemeldet.

Damit bestätigte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Berlin einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Internetsperren sollen nun spätestens im Oktober kommen.

Das Gesetz soll den Zugang zu Kinderpornografie im Netz erschweren, indem auf solchen Seiten rote Stoppschilder erscheinen. Damit soll den Nutzern klar gemacht werden, dass ein Umgehen dieser Sperre für sie strafbar ist. Kritiker bemängeln, dass damit einer Zensur des Internets der Weg bereitet, der Missbrauch von Kindern aber nicht verhindert werde.

Der Ministeriumssprecher erklärte, die Bundesregierung sei zwar der Meinung, dass es keine Pflicht gebe, das Gesetz in Brüssel zu melden. Jedoch habe man dies im Juli vorsorglich getan, um damit jeden Zweifel an der Rechtssicherheit auszuschließen. Die EU-Kommission könne sich innerhalb einer Frist von drei Monaten äußern. Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz bereits beschlossen.

Das Bundeskriminalamt soll den Internet-Anbietern ständig aktualisierte Listen einschlägiger Web-Adressen geben. Bevor die Porno-Seiten auf der Sperrliste auftauchen, soll aber versucht werden, sie zu löschen. Das reine Anklicken der Stopp-Seiten bleibt strafrechtlich folgenlos. Internet-Experten hatten die Wirkung des Gesetzes infrage gestellt, da die Sperren einfach zu umgehen seien.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Gruebler-66 (03.08.2009, 02:06 Uhr)
Noch Fragen Kienzle ?
Zitat aus der heutigen Stern Online Seite:
"Es gehe ihr derzeit zwar um den Kampf gegen die Verbreitung von Bildern vergewaltigter Kinder, sagte von der Leyen der Online-Ausgabe des "Hamburger Abendblatt". Danach müsse aber grundsätzlich darüber diskutiert werden, wie Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet "im richtigen Maß" gehalten werden könnten.
Zitat Ende.
Und, merken die ewig Obrigkeits Gläubigen jetzt ENDLICH worum es geht???
Genau darum was kritische Denker schon seit Monaten sagen, die KiPo ist nur ein vorgeschobenes Argument um auch in diesem unseren schönen demokratischen Lande eine massive Zensur des Netzes zu etablieren.
Dazu hat sich unser Regierung ein wirklich passendes Thema als Aufhänger ausgesucht, wer ist nicht gegen KiPo....???
Und kaum ist wegen dem Thema das Volk "auf Linie" gebracht, werden schon die nächsten Maßnahmen in's Spiel gebracht.
Wer entscheidet denn demnächst welche Inhalte gesperrt werden müssen um: Zitat: "Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet "im richtigen Maß" gehalten werden könnten."
Zitat Ende.
Solche Aussagen kannte ich bisher nur aus Staaten wie China, Iran, Nord Korea und anderen Diktaturen!
Ich könnte es als Signatur verwenden, wenn die Büchse erst mal aufgemacht ist wird alles was technisch machbar ist auch gemacht....
So langsam wandel ich mich vom Grübler zum Zornigen...
Kesserjockel (03.08.2009, 01:42 Uhr)
SPD-Grundwerte sind faule Papiere.
Warum wird für ein eilbedürftiges Bundesgesetz aus der Feder von Freiherr zu Guttenberg die EU-Kommission um eine Stellungnahme als Exekutive gebeten? Zensursula ist doch ein Fall für das BVG und bei Bedarf Art. 20 Abs. 4 Grundgesetz. Ich bin aus der SPD ausgetreten und unterstütze die Piratenpartei bei der Bundestagswahl. Warum? Weil die Volksparteien ein rechtsfreier Raum geworden sind, wo genötigt, gemobbt und betrogen wird. Seite 37/38 des Hamburger Programms: "Demokratie braucht Öffentlichkeit. Freie Medien ermöglichen Aufklärung, Meinungsbildung, politische Beteiligung und Machtkontrolle. Neben Zeitung, Buch, Rundfunk und Fernsehen treten immer mehr neue Medien, wie Internet und Mobilfunk. Mediensparten wachsen zusammen und prägen immer stärker unseren Alltag. Der Umgang damit will gelernt sein. Wir wollen Medienkompetenz zu einem Bildungsschwerpunkt machen. Wir verteidigen die Unabhängigkeit der Medien von staatlichen Eingriffen und wirtschaftlichen Machtinteressen. Auf die effektive Selbstkontrolle der Medien und journalistisch-ethische Standards wollen wir nicht verzichten."
Die SPD kann nur aus einem Grund dem Zugangserschwerungsgesetz zugestimmt haben. Am 7. September 2008 wurde Kurt Beck nicht nur gestürzt, sondern die SPD-Medienholding DDVG schluckte ihre eigene Mutter. Der Konzernchef heißt Franz Müntefering. Er führt, lenkt und diktiert: Deutschland-Plan 2020 mit Zensur und Vollbeschäftigung. "Opposition ist Mist", wird betont. Quo vadis, BRD?
Parvis (01.08.2009, 17:10 Uhr)
Zwei Dinge
1. @acitapple - ich stimme ihnen zu. Es wäre besser mehr ErmittlerInnen einzustellen die die Seiten mit Kinderpornografischen ermitteln, diese asu dem Netz nehmen und die Straftäter verfolgen. Kosten aber etwas.
Und
2.Habe ich die Befürchtung, dass dieses Stoppschild zu einem 'Markenzeichen' wird und diese Seiten dadurch noch interessanten werden.
Katastrophenjunkie (01.08.2009, 09:56 Uhr)
nuja, vielleicht hat die Frau Ministerin...
inzwischen auch festgestellt, was für einen Schwwachsinn sie da verzapft hat und "erwartet" nun von der EU-Kommission dieses Problem ohne Gesichtsverlust ad acta legen zu können?
Ernst1 (01.08.2009, 09:09 Uhr)
zensurgesetz über die EU durchwinken?
Das Gesetz wird sowieso durch karlsruhe gestoppt werden. Jeder der die CDU wählt mit Schäuble und anderen Freiheitsvernichtern ist selber schuld. Die brauchen später nicht zu sagen, sie hätten nichts gewusst. Wie heißt es so schön . "Niemand plant die Zensur des Internets" so einen ähnlichen Satz hats auch schon in der DDR gegeben.
confused (01.08.2009, 09:01 Uhr)
Kleiner Tipp an ALLE
sollte die Zensur und NeueStasi Tante mit ihrem Gesetz durchkommen:
.
Wenn Ihr einen eigenen Internetauftritt habt und dieser gesperrt werden sollte, macht Anzeige wegen Rufschädigung und Ausfall der Seite (kosten Provider, kosten zur Wiederfreigabe Herstellung etc), desweiteren wenn ihr das "berühmte Stoppschild" angezeigt bekommt wenn ihr eine Seite besuchen wollt wo ihr hundertprozentig wisst das sie keine "Regelkonformen" Inhalte enthält, versucht den Betreiber der Seite in irgendeiner Form zu kontaktieren (findet man über www.denic.de raus) damit dieser Anzeige und Schadenersatz für den Ausfall der Seite gegen Zensurella und Ihr Amt einleitet. Lasst es euch nicht gefallen, unsere Gerichte werden viel zu tun bekommen garantiert. Der Staat hats ja macht ja nix wenn es kostet.
friedolin (01.08.2009, 08:26 Uhr)
LÄCHERLICH !!!
Die EU-Kommision soll also das gesetz überprüfen. Das ist doch ein wirklich schlechter Witz.
Das ist ja so als ob Osama Bin Laden den Iranischen Wächterrat um Erlaubnis fragt, das weisse Haus in die Luft zu sprengen.
Zensurella, das ist nicht nur sinnlos, sondern auch noch Hohn und Spott gegenüber den Bedenkenträgern.
Echolot (01.08.2009, 07:48 Uhr)
@ BiffBoffo
Sie haben Recht, dieser Dreck muss aus dem Netz. Die Provider haben (alle!) hierfür eine spezielle E-Mail Adresse eingerichtet, nämlich abuse@..., diese ist zentraler Anlaufpunkt für jeden der gesetzwidrige Inhalte im Netz entdeckt. In 99% aller Fälle nehmen die Provider die Inhalte selbst sehr schnell vom Netz, wenn sie informiert sind, da besonders Kinderpornographie eigentlich überall gegen deren Nutzungsbedingungen verstösst und viele leiten auch selbst in ihrem Land dann gleich die Strafverfolgung ein.
.
Man muss sich das mal überlegen, es ist den Banken möglich, Phishingseiten weltweit (!) innerhalb von wenigen Stunden abschalten zu lassen und es soll dem BKA nicht möglich sein, das Gleiche mit Kinderpornographie zu erreichen?
gmathol (01.08.2009, 06:26 Uhr)
Naiv!
Wer glaubt das Kinderschaender mit Seiten wie www.kinderporno.de (nur als Beispiel) auftauchen der ist daemlich!
Eines sollte allerdings schon laengst geschehen sein, naemlich alle Sex-Angebote (nicht wissenschaftliche oder informative Seiten) unter einer domain z. B. als .xxx zusammenzufassen, damit koennte man zumindestens Familien eine Moeglichkeit geben dieses Inhalte fuer ihre Kinder einfach zu sperren.
P2P Netze oder VPN Netzwerke sieht der Provider gar nicht und kann sie daher ueberhaupt nicht sperren, da die Inhalte nicht einsehbar sind da sie verschluesselt werden.
Wer Begriffe wie Bohrer, Duebel nicht kennt sollte auch keine schweren Kunstgegenstaende an die Wand schrauben oder?
Uebrigens Offenheit hat sich immer bewaehrt und man kann die Taeter wenn man sie mal aufgespuert hat dann auch tatsaechlich zur Strecke bringen. Dummheit erheischende Aktionen treiben die Anbieter von Kinderschaender-Material naemlich in den Untergrund.
BiffBoffo (31.07.2009, 22:34 Uhr)
Provider in der Pflicht
Der Inhalt muss gesperrt werden. Dies aber nicht durch Filter sondern schon beim entstehen!
Was ich auch gut finde, die ICANN sollte sich hierzu mal gedanken machen und nicht diese 0-Plan Regierung.
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