Betrüger fluten Amazons Marketplace

18. Februar 2013, 18:09 Uhr

Vorsicht beim Online-Shoppen: Betrüger locken derzeit im Amazon Marketplace mit Elektronikware zu Schnäppchenpreisen. Die vermeintlich erstandene Ware werden Verbraucher wohl aber nie erhalten.

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Das Samsung Galaxy S3 für nur 200 Euro? Hier liegt der Betrugsverdacht nahe, normalerweise kostet das Android-Smartphone mehr als das Doppelte.©

Ein nagelneues iPhone zum halben Preis, ein 3D-TV für 180 Euro: Wenn Preise zu schön sind, um wahr zu sein, dann sind sie es meist auch nicht. Derzeit warnt die Verbraucherzentrale NRW vor Betrügern in Amazons Marketplace. Als Köder dienen dabei sehr günstige Angebote für gebrauchte, aber gut erhaltene Geräte wie Fernseher und Kameras. Das Lock-Angebot reicht von Apple bis Zeiss.

Dauerangriff von Trickbetrügern

"Was sich derzeit auf dem Marketplace von Amazon abspielt, sieht aus wie ein strategisch geplanter Dauerangriff von Trickbetrügern", heißt es in der Erklärung der Verbraucherzentrale. Seit Monaten versuchen dubiose Online-Händler mit der fiesen Masche Kunden um ihr Geld zu prellen. Auffällig: Die Verkäufer wählen als Namen meist ihre E-Mail-Adresse und haben noch keine Bewertungen.

Wer die vermeintlichen Schnäppchen bestellt, darf allerdings nicht mit der Auslieferung rechnen. Klickt der Kunde auf "Kaufen", erhält er statt der Ware eine Fehlermeldung, etwa dass "ein kleines Problem mit Ihrer Bestellung" aufgetreten sei. So sollen enttäuschte Kunden dazu gebracht werden, den vermeintlichen Verkäufer direkt per E-Mail zu kontaktieren. Dieser fragt zwar zunächst lediglich nach Name und Lieferadresse des Kunden. Dabei bleibt es aber in der Regel nicht, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale: "Irgendwann kommt dann natürlich auch die Frage nach Geld. Die Ware erhalten Sie wahrscheinlich nie."

Die Abzockmasche läuft und läuft

Auch Amazon warnt vor den dubiosen Händlern: Nur bei Transaktionen, die komplett über den Marketplace laufen, seien Kunden vor unseriösen Deals mit einer Geld-zurück-Garantie geschützt. Wer das Geld direkt an den Händler überweist, bleibt auf einem möglichen Schaden sitzen. Obwohl Amazon bei Kundenbeschwerden schnell reagiert und die verdächtigen Anbieter sperrt, scheint der Shoppingriese nicht viel tun zu können. Immer wieder legen sich die Betrüger neue Marketplace-Verkäuferkonten an, um die Sperre von Amazon zu umgehen.

Offenbar mit Erfolg: Bei Stichproben mit Suchanfragen zu TV-Geräten finden sich noch immer Dutzende Treffer mit eindeutigen Hinweisen. Ein Händler bietet gleich eine ganze Palette von Waren an: Von Fernsehern, Smartphones, Kaffeemaschinen bis zu Waschmaschinen reicht das Angebot, insgesamt bietet er 263 Waren an.

Der einzige Schutz: Augen auf beim Online-Kauf. Ist ein Produkt besonders günstig, nehmen Sie unbedingt das Verkäuferprofil unter die Lupe. Hat der Verkäufer als Porträtbild nur eine E-Mail-Adresse und noch kein Feedback erhalten, kaufen Sie die Ware besser woanders.

cf/DPA
 
 
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