Ein Hauch von Nichts

12. April 2012, 16:50 Uhr

Ein bisschen Facebook, ein wenig Twitter: Das neue Google+-Design stößt im Netz auf viel Kritik. Vor allem die großen, weißen Flächen sorgen für Verärgerung. Von Christoph Fröhlich

Google+, Design, neu, Spott

Das neue Design des sozialen Netzwerks Google+ stößt im Netz auf viel Kritik©

Wie man es auch macht, man macht es verkehrt. Das bekommt jetzt auch Suchmaschinenriese Google zu spüren: Im Grunde genommen macht Google beim neuen Design seines sozialen Netzwerks vieles richtig. Aber eben nicht alles. Grund genug für die 'Netizens', die Internetgemeinde, erst einmal richtig zu meckern. Das neue Google+ sieht aus wie Facebook, es gibt zu viel weiß, zu viel grau, auf großen Monitoren ist es hässlich, auf kleinen auch. Und überhaupt ist es viel zu linksbündig. "Was hat sich Google nur dabei gedacht?", schallt es durch die Foren und Kommentarspalten.

Die auffälligste Änderung ist die Navigationsleiste am linken Bildschirmrand: Sie ist permanent sichtbar und in dezentem Grau gestaltet. Fährt man mit der Maus über eines der Symbole, wird es farbig und bietet weitere Funktionen. Eine gute Idee mit einem Makel: Der Text ist dunkelgrau und auf dem hellgrauen Hintergrund nur schwer zu lesen. "Anstrengend für die Augen" sei das neue Design, meint Twitterer Todd Barnard.

Er ist nicht der einzige, der das Netzwerk wenige Stunden nach dem Re-Design renovierungsbedürftig findet. Selbst gut gemeinte Änderungen stoßen auf Widerstand.

Abschauen bei den Nachbarn

So wurden beispielsweise die Profile überarbeitet. Wie auch bei Facebook gibt es jetzt ein breites Titelbild, das allerdings weniger wuchtig erscheint als in Mark Zuckerbergs Netzwerk. Das Profilbild in Google+ ist jetzt wesentlich größer als vorher. Und: Das Banner wird auch im Miniprofil in der Übersicht angezeigt. Das ist prinzipiell gut, allerdings orientieren sich diese Änderungen einigen zu sehr am Facebook-Look. Sie lehnen auch den neuen Chat am rechten Bildschirmrand ab, der ebenfalls an das Facebook-Pendant erinnert, das im Juli 2011 eingeführt wurde. Positiv: Sind nur wenige gemeinsame Freunde online, wird der Chat kleiner und füllt nicht permanent den rechten Bildschirmrand, wie es bei Facebook der Fall ist.

Doch nicht nur beim Netzwerkprimus wurde sich bedient, sondern auch beim Kurznachrichtendienst Twitter: Zwischen dem Chat und dem eigenen Nachrichten-Stream gibt es jetzt das Feld "Trending on Google+". Dort sind aktuell Themen wie "Jennifer Lopez", "The Avengers" oder "Microsoft" aufgelistet, was stark an die "Trending Topics", die angesagten Themen, auf Twitter erinnert. Auch über den (Un-)Sinn einer weiteren Neuerung diskutieren die Nutzer - die großen, weißen Flächen.

Eine Topfpflanze vielleicht?

Die neue Übersichtlichkeit von Google+ ist mit einer linksbündigen Gestaltung und vielen freien Flächen erkauft. Je größer der Monitor, desto leerer wird der Bildschirm zwischen Stream und Chat. Bei modernen 24-Zoll-Monitoren im 16:10-Format bleibt gefühlt der halbe Bildschirm leer. Google selbst hat sich zu den weißen Flächen bereits geäußert: Werbung soll dort nicht platziert werden, stattdessen soll der Platz zukünftig sinnvoll genutzt werden. Genauere Details verschweigt der Suchmaschinenkonzern.

Die Nutzer haben sich schon einmal eigene Gedanken gemacht: Es gäbe jetzt beispielsweise genügend Platz für eine Topfpflanze vor dem Bildschirm. Oder eine stillsitzende Katze. Oder ein bis zwei Bierflaschen. Ein anderer User fragt scherzhaft: "Was ist, wenn in dem weißen Bereich Inhalte versteckt sind, die wir nur nicht sehen können?"

Google+ - eine virtuelle Geisterstadt?

Mehr als 170 Millionen Nutzer haben sich mittlerweile bei Google+ angemeldet, rund 100 Millionen sollen aktiv sein, verkündete Google-Chef Larry Page vergangene Woche. Der Begriff "aktiv" wurde dabei allerdings nicht näher erläutert. Laut einer Datenerhebung des Marktforschungsinstituts Comscore verbrachten Nutzer im Monat Januar nur durchschnittlich drei Minuten in dem sozialen Netzwerk. Zum Vergleich: Facebook lag mit mehr als sieben Stunden unangefochten auf Platz eins der Rangliste. Selbst der totgeglaubte Konkurrent Myspace liegt mit acht Minuten vor Google+. Es bleibt fraglich, ob das Re-Design daran etwas ändern wird.

Zum Thema
Digital
Ratgeber und Extras
iPhone 6: Die nächste Smartphone-Generation iPhone 6 Die nächste Smartphone-Generation
Vergleichsrechner
Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Unser kostenloser DSL-Vergleich zeigt Ihnen die DSL-Tarife, die am besten zu Ihnen passen. Zum Tarifvergleich
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Gast 104849: ist es möglich mit 58 Jahren (weibl.) angestellt zu werden?

 

  von hacalu: Bin zur Zeit arbeitslos, bekomme 21 Tage urlaub. Warum wird Samstag und Sonntag als Urlaubstag mit...

 

  von Gast 104798: Lohn für Wiedereinsteiger als Elektriker. Wie hoch ist der Stundenlohn?

 

  von moonlady123456: Flash-Player deinstallieren wegen Sicherheitslücke...?

 

  von Gast 104778: Sim -Karten Wechsel

 

  von Gast 104762: Ich habe bereits einen Minijob, kann man einen zweiten über seinen Ehepartner anmelden ?

 

  von Gast 104747: Wo werden Wrangler Jeans hergestellt

 

  von Gast 104735: Hausbau, steuerliche Vorteile oder auch Nachteile

 

  von Labia: Krankheitsbild

 

  von Amos: Rauchen auch auf dem Balkon bald verboten? Rauchen nur noch im Keller unter Luftabschluß?

 

  von Amos: Ich kapiere es einfach nicht: hätte ich 100.000 Schweizer Franken: wären das jetzt mehr oder...

 

  von StechusKaktus: Was genau kauft die EZB im Rahmen des QE an?

 

  von blog2011: Problem mit dem Downloadhelper auf YouTube im Firefox-Browser

 

  von bh_roth: Gibt es mehr als einen Bundespräsidenten??

 

  von Gast 104252: Umzug eines Hartz iv-Empfängers in das elterliche Haus

 

  von wiesse: Muss ein Inkassobüro den Nachweis erbringen, dass sie den Auftrag vom Auftraggeber erhalten haben

 

  von Reinhard49: wie hoch ist die Kfz-Steuer bei Dieselfahrzeugen

 

  von Gast 104125: Warum weht der Wind VOM Tiefdruckgebiet her ? Zum Luftdruckausgleich müsste ein Tief doch eher...

 

  von Celsete: Muss man sich mit dem System Hartz IV abfinden?

 

  von Amos: Hörte eben: the Secretary General für den Uno-Generalsekretär. Wieso ist das umgekehrt wie im...