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22. Oktober 2007, 16:12 Uhr

Mann ersticht Frau wegen Computerspiel

Weil sie zu lange vor dem Computer saß, soll ein 36-Jähriger seine Ehefrau getötet haben. Auslöser war die Leidenschaft für das populäre Online-Rollenspiel "World of Warcraft", das die Frau immer wieder gespielt haben soll. Von Thomas Soltau

Das populäre Online-Rollenspiel "World of Warcraft" soll der Auslöser für den Mord gewesen sein© Blizzard/ddp

Vor dem Münchner Schwurgericht begann heute ein besonderer Mord-Prozess. Angeklagt ist ein 36-Jähriger, der seine Frau am 16. Januar mit einem Küchenmesser vier Mal in den Oberkörper gestochen haben soll. Die Frau hatte laut Anklage über das Internet "World of Warcraft" gespielt und ihrem Mann nicht den Platz geräumt. Daraufhin kam es zum Streit. Das Opfer starb trotz einer Notoperation am Blutverlust. Gegen den 36-Jährigen wird voraussichtlich an vier Tagen verhandelt.

Motive für Mord ähneln sich

Spiele werden in der letzten Zeit immer häufiger für Gewalttaten mitverantwortlich gemacht. Egal, auf welcher Seite des Globus – die Motive sind häufig ähnlich. Vor kurzem gab es in den USA einen Todesfall, der ebenfalls in Zusammenhang mit einem Spiel zu stehen scheint: ein Junge hat seinen älteren Bruder im Streit um die nächste Spielrunde erstochen. Der 13-Jährige hat seinen drei Jahre älteren Bruder dabei mit zwei Messerstichen lebensgefährlich verletzt.

In China soll ein 41-Jähriger vor zwei Jahren einen virtuellen Gegenstand aus dem Online-Rollenspiel "Legend of Mir III" an einen Mitspieler verliehen haben. Der Bekannte aber verkaufte das virtuelle Schwert in der realen Welt für umgerechnet 670 Euro. Daraufhin erstach der Täter den Mann und wurde wenig später verhaftet.

Erst im Dezember 2006 gab es den letzten, spektakulären Fall in Deutschland: Weil er einen Obdachlosen nach dem Muster eines brutalen Computerspiels getötet hatte, musste sich ein 19-Jähriger vor dem Cottbuser Landgericht verantworten. Der Angeklagte gestand, den Mann geschlagen und getreten zu haben, bis sein Opfer sich nicht mehr rührte. Als Motiv für die grausame Tat gab er vor Gericht Frust an. Er war zuvor in eine Polizeikontrolle geraten und hatte sieben Stunden lang ein Gewaltspiel am Computer gespielt - und immer verloren. Für den Mord bekam der Mann neun Jahre Haft.

Von Thomas Soltau
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
quero (24.10.2007, 13:19 Uhr)
nur eine traurige Kuriosität
Jeden Tag geschehen Morde wegen ein bisschen Kleingeld, wegen falsch gewählter Worte und anderen Nichtigkeiten.
In den letzten Jahren gab es weltweit ein paar Morde wegen Online-Spielen? Find ich wenig. Nur als traurige Kuriosität eine Schlagzeile wert und keinesfalls zu extrapolieren.
Slaanesh (24.10.2007, 10:13 Uhr)
Machen Spiele Wehrlos?
Unglaublich! Sie spielte WoW und ließ sich von Mann erstechen!
Brutale Spiele sollten wirklich verboten werden... allein damit diese nicht mehr als Grund für so blöde Artikel herhalten können =)
ganzbaf (23.10.2007, 18:19 Uhr)
Sind diese Killerspiele denn immer noch erlaubt??
Unglaublich.
Ich fordere ein Hardwareverbot in deutschen Kinderzímmern bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres.
Als Minimalmaßnahme!
sportartmakler (23.10.2007, 13:01 Uhr)
da pauschalisiert der auslogger
sie haben vollkommen recht auf die gefahren von spielsucht hinzuweisen. nur schwingt in ihren aussagen der gedanke gleich mit als hätten alle spieler ein problem mit sich , ihrer umwelt bzw. jeder zwangsläufug süchtig wird.
sie sagen es muß zu einmischungen aus allen ebenen kommen? das ist ja das hauptproblem. da machen unqualifizierte opis ihren mund auf zu dingen die sie vielleicht nur aus dem fernsehen kennen. es ist so oder so eine sinnlosdebatte, die gleiche die zu horrofilmen in den 80ern geführt wurde. am ende wächst diese branche jahr für jahr, somit die bedeutung dieses wirtschaftsbereiches und natürlich auch eine lobby ( in diesem seltenen fall danke )
jedifreund82 (22.10.2007, 22:58 Uhr)
Nicht verwechseln
Nicht der Täter hat WoW gespielt sondern seine Frau, das Opfer. Natürlich wirds wieder so hingestellt als ob das pöhse Spiel der Schuldige ist ... Meine Frau und ich spielen übrigens beide WoW und bislang leben wir noch ;)
auslogger (22.10.2007, 22:07 Uhr)
Gleichgültigkeit ist nicht angesagt
Die Juristen werden in diesem Falle klären, was geschehen ist. Der Fall ist natürlich immer eine Schlagzeile wert. Unabhängig davon ist es sicherlich unumstritten, dass zu langes Spielen das Wesen verändert und krank macht. Dazu gibt es genügend Literatur, z.B. auch auf der Internetplattform einer Initiative betroffener Eltern rollenspielsucht de. Wie mit allen Dingen im Leben ist es auch hier so: alles, was zuviel und einseitig betrieben wird (Fanatismus), macht krank und ggf. auch süchtig.
Noch geschieht dieser Vorgang in Ermangelung von Wissen absolut ohne Kontrolle und Aufklärung. Deshalb sollten Eltern, Freunde, Partner, Bekannte sich ausreichend über "rollenspielsucht" informieren und sich ggf. einmischen.
Alle Kommentare, die (wie hier z.T. zu lesen) abschwächen und abzulenken versuchen, fürchten vermutlich um ihr „Hobby“, das z.T. auch über 10 Stunden täglich, manchmal mit Sozialhilfeunterstützung, betrieben wird. Gleichgültigkeit ist nicht angesagt. Das ist eine Aufforderung zum Einmischen auf allen Ebenen.
Magna (22.10.2007, 19:17 Uhr)
die falschen schuldigen...
ich finde es dermassen treist wie sich die medien und die politik schuldige suchen um die eigene ignoranz und unfähigkeit zu verschleiern
genau so gut hätte er seine frau ermorden können weil sie ihm nicht den stern gegeben hat den sie grade liest...und er ihn UNBEDINGT JETZT lesen wollte...
die gesellschaft ist schlicht frustriert..aberr nicht wegen der games etc sondern weil alle nur geld für jeden dreck wollen und gehälter immer weiter runter gehen
und DAS FRUSTRIERT GEWALTIG! und das überall auf der welt
aber nein..man macht es sich leicht und gibt einfach spielen etc die schuld,grade renomierte medien wie der Stern (sollte man meinen) sollten zumindes RICHTIG recherche machen bevor nur MÜLL geschrieben wird
auch ich kann mit halbwissen schön daherreden..das ist wahrlich keine kunst
und JA ich spiele auch dieses Game...und mich hat noch nichts dazu animiert irgendwen oder was zu ermorden.....
ein großteil der gesellschaft braucht sich nur die nachrichten anzusehen oder die morgenzeitung..DAS animiert jemanden zu ermorden weil man schlicht nur noch einen hals schiebt wenn sie fette politiker WIEDER mal die diäten hoch setzen
oder mit ner megafetten rente obwohl ein leben lang faul gewesen in den ruhestand gehen...DAS meine lieben ...DAS führt zu sollchen überzogenen reaktionen...und NICHT spiele WEIL da ja waffen oder WEIL in dem egoshooter geballert wird etc...das sit einfach nur DUMM und FEIGE
macht doch mal ne umfrage bei jenen leuten...die UNTER €1500,- netto im monat haben DIE werden euch sagen WAS sie zu so einen tat treiben würde...mit nichten ein spiel wie countertrike oder WoW....ne tageszeitung wird wohl voll und ganz reichen....
in dem sinne...
lg...oder auch nicht...
PS.: natürlich entschuldigt das die tat in keinster weise...aber ich kann mitfühlen
den..auch ich will endlich mal was für MICH ALLEINE ohne was ABGEBEN zu MÜSSEN...
atride (22.10.2007, 18:31 Uhr)
SCHÄÄÄUBLEEEEE!!!!!!
Verbieten Sie doch Computer einfach ganz! Was soll dieses Rumgememme mit den Online-Durchsuchungen?
D_C_M (22.10.2007, 17:58 Uhr)
Baller Droge
Alkoholiker, Drogenabhängige, Spielsüchtige, Nymphomanen, Exzentriker, denke man braucht keine weiteren um es darzulegen, das das eine wie das andere nichts mit Killerpsielen zu tun hat. Wie schon jemand hier vor mir, gibt es andere Auslösepunkte zu Eskalationen. Einschlechtes Fussball spiel hat schon manchen seinen Fernseher aus dem Fenster geworfen. Ist Fussball deshalb schädlich? Ja, Ja, ich weiss schlechtes Beispiel, aber regt zum Nachdenken an, inwieweit eine SUCHT dazuführen kann. Moorhuhn ist auch ein Gewaltspiel, sie tun es sogar im realen Leben. Politiker haben von der ganzen Materie eh keine Ahnung, denen macht ein 8 jähriger am PC mehr vor. Einigkeit hilft da mehr als manch andere seltsamen Gesetze.
undjetztnochder (22.10.2007, 17:33 Uhr)
Im vorliegenden Fall
hätte der Gegenstand des Streits auch eine Flasche Bier, die letzte Tafel Schokolade oder die Fernbedienung des Fernsehers sein können: wenn Vollproleten sich zoffen, eskaliert der Streit manchmal bis zum äußersten, der Auslöser ist dann oft seltsam banal. Wer weiß was noch war: schlechter Sex in der Nacht zuvor? Omas Hund gestorben? Bus verpasst? seit 2 Tagen Verstopfung? Oder war es das Regenwetter? Naja, der Anwalt wird schon irgendetwas davon finden, und das Gericht wird es wieder strafmildernd werten, im Notfall hilft da auch noch eine schlechte Kindheit...
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