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9. Mai 2008, 11:38 Uhr

Myspace will sich besser vernetzen

Myspace-Nutzer sollen ihre Daten wie Profil, Fotos und Videos künftig mit anderen Websites teilen - um mehr Werbeumsätze zu erzielen. Der Mutterkonzern News Corp. geht die enttäuschende Entwicklung der Online-Plattform an. Von Helene Laube, San Francisco

Myspace versucht, seine Werbeeinnahmen zu erhöhen© Nicholas Kamm/AFP

Der weltgrößte Online-Treffpunkt will mit dem Projekt "Data Availability" auch seine Nutzer enger an sich binden. "Social-Networking-Websites waren bislang unabhängige, autonome Inseln - zwar gab es Versuche, Brücken zu bauen, aber bislang hat dies kaum funktioniert", sagte Myspace-Chef und -Mitgründer Chris DeWolfe am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Mit dem neuen Angebot können die weltweit 117 Millionen Nutzer des weltgrößten Online-Treffs Profil und andere persönliche Daten mit anderen Social-Networking- und Community-Websites teilen.

Als erste Partner nannte DeWolfe am Donnerstag die gut besuchten Websites Yahoo, Ebay, Twitter und die wie Myspace zu News Corp. gehörende Foto-Website Photobucket. Weitere sollen folgen. Facebook, einer der größten Myspace-Konkurrenten, sei - noch - nicht mit von der Partie, sagte DeWolfe: "Das Projekt ist für alle offen - wir würden uns freuen, mit Facebook zusammen zu arbeiten."

Mit der zunehmenden Popularität sozialer Netzwerke erstellen Nutzer immer mehr Profile mit ihren persönlichen Daten, Inhalten und Freundeskreisen auf verschiedenen Websites wie Myspace, Facebook, Bebo oder LinkedIn. Nutzer stört vielfach, dass sie die Daten einer Website nicht gleichzeitig für andere Portale verwenden können, ohne alle Informationen jedes Mal neu anzulegen.

Myspace übernimmt mit "Data Availability" die Führung bei dieser Öffnung - und hofft, damit für viele Nutzer zum zentralen Ort zu werden, wo sie ihre Daten speichern um sie von dort aus an andere Websites zu verteilen. Anbieter wie Myspace, aber auch Google und Yahoo wollen zum Knotenpunkt für möglichst viele Internet-Nutzer werden, um unter anderem so mehr mit der Online-Werbung zu verdienen

Durch die bereits beschlossenen Partnerschaften bekäme Myspace Zugang zu über 150 Millionen Internet-Nutzern in den USA, sagte Myspace-COO Amit Kapur. "Data Availability" wird in den kommenden Wochen eingeführt. Ein genaues Datum wollten die Myspace-Manager nicht nennen. Das Angebot werde den Nutzern weltweit zur Verfügung stehen.

Mit Projekten wie "Data Availability" begegnet Myspace dem jüngsten Rückgang der Besucherzahlen: Das Online-Marktforschungsunternehmen Hitwise berichtete, dass im April 16 Prozent weniger Nutzer in den USA das Angebot besucht hätten als im Vorjahr. Der Online-Treffpunkt besetzt mit einem Marktanteil von fast 74 Prozent aber weiterhin den ersten Platz beim Traffic auf US-Websites. Im Vergleich zum Vormonat wurde im April sogar eine Steigerung von drei Prozent verzeichnet.

Rupert Murdochs Augapfel verfehlte dennoch die ehrgeizigen Umsatzziele: News Corp. warnte am Mittwoch, dass die Sparte Fox Interactive Media (FIM), zu der Myspace gehört, den angepeilten Jahresumsatz von 1 Mrd. $ um zehn Prozent oder 100 Mio. $ verfehlen würde. Das hätte einem Umsatzzuwachs von 80 Prozent entsprochen. Grund sei die Schwäche im Online-Anzeigenmarkt, teilte News Corp. mit. Auch macht Myspace das rasante Wachstum von Rivalen wie Facebook und Bebo zu schaffen, die wie die in Beverly Hills beheimatete News-Corp-Tochter mit Online-Werbeangeboten Geld verdienen wollen und um Werbebudgets kämpfen.

Laut Peter Chernin, Präsident und COO von News Corp., waren die ursprünglichen Ziele "sehr aggressiv". FIM werde die 1-Mrd.-$-Hürde im Geschäftsjahr 2009 nehmen, versicherte der Konzern.

Von Helene Laube, San Francisco
 
 
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