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25. Juni 2009, 08:58 Uhr

Miserable Noten für E-Mail-Dienste

Sie erkennen Viren nicht, übertragen Daten zu langsam und haben teilweise abstruse Geschäftsbedingungen - das ist das Ergebnis eines Tests, bei dem die Stiftung Warentest die großen E-Mail-Dienste unter die Lupe genommen hat. Erstaunlich: Das beste Ergebnis erzielte ein kostenloses Angebot. Von Björn Erichsen

Stiftung Warentest, Internet, E-Mail, E-Mail-Dienste, Google, Yahoo, T-Online

Weiterhin heißt es Warten auf den maßgeschneiderten E-Mail-Dienst: Laut Stiftung Warentest erzielte kein Anbieter ein gutes Ergebnis© Axel Schmidt/DDP

Ist ein Produkt nur deswegen besser, weil es Geld kostet? Und muss "günstig" oder gar "kostenlos" zwangsläufig schlecht sein? Ganz und gar nicht, zumindest wenn man sich die aktuellen Testergebnisse der Stiftung Warentest anschaut. Die Prüfer haben acht kostenpflichtige und elf kostenlose E-Mail-Dienste unter die Lupe genommen und kommen zu einem überraschenden Ergebnis: In Sachen elektronischer Post spricht vieles für die Gratisangebote. Ein weiteres, ernüchterndes Resultat: Nicht einer der getesteten Dienste erreichte die Note "gut".

Für den Test hatte die Stiftung Warentest bei jedem der ausgewählten Anbieter im Zeitraum zwischen Februar und Mai 2009 je drei Testpostfächer eingerichtet, bewertet wurde dann entlang der Kriterien "Transparenz", "Schutz" und "Handhabung". Bei letzterem wollten die Tester unter anderem wissen, wie einfach sich das Postfach einrichten oder wieder abmelden ließ oder bis zu welcher Größe sich Dateianhänge versenden und empfangen lassen. In der Kategorie "Transparenz" ging es vor allem um Vertragsmodalitäten, bei "Schutz" insbesondere um den Umgang mit Nutzerdaten, Beeinträchtigung durch Werbung und Virenschutz.

Gesamtnote: mangelhaft

Der Test förderte ein eindeutiges Schlusslicht zutage: Sowohl bei den kostenlosen als auch bei den kostenpflichtigen Anbietern landete der E-Mail-Dienst 1email.eu auf dem letzten Platz. "Viele Probleme, schlechte Leistung, als Kuriosum die Support-Adresse bei Web.de sowie Vorkasse eines Jahresbeitrages bei der Bezahlvariante", fassen die Tester der Stiftung Warentest das Ergebnis des kleinen Anbieters zusammen. Gesamtnote: mangelhaft.

Doch auch die großen Anbieter konnten bei dem Test nicht überzeugen: GMX, Arcor und Yahoo kamen über die Gesamtnote "befriedigend" nicht hinaus, bei T-Online, Web.de und Hotmail langte es gerade einmal für ein "ausreichend". Konkret bemängelten die Tester etwa die langsame Datenübertragung bei AOL und Hotmail, aber auch, dass bei einem etablierten Anbieter wie Web.de lediglich Dateianhänge von bis zu vier Megabyte verschickt werden können - selbst wenn es sich dabei "nur" um die kostenlose Variante des Dienstes handelt.

T-Online mit Problemen beim Virenschutz

Im Prinzip sollte ein effektiver Virenschutz gerade für große Anbieter von E-Mail-Diensten eine sichere Sache sein. Ist er aber nicht. Denn ausgerechnet T-Online eMail unterlief in diesem Punkt eine peinliche Panne: Über mehrere Wochen blieben zwei Virenmails unentdeckt, die - außer von 1email.eu - von allen anderen, getesteten Anbietern problemlos aufgespürt worden waren. Der Fauxpas führte zu einer deutlichen Abwertung und einem gerade einmal "ausreichenden" Gesamtergebnis.

Ebenfalls abgewertet wurden Ergebnisse bei "deutlichen Mängeln" hinsichtlich der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Hier taten sich vor allem die amerikanischen Anbieter hervor, deren Vorgaben die Tester der Stiftung Warentest von "erheiternd" bis "dreist" einstuften. So untersagt Hotmail etwa seinen Nutzern per AGB ohne weitere Erläuterung "Engstirnigkeit" und behält sich außerdem vor, seinen E-Mail-Dienst "aus beliebigen Gründen" zu ändern oder Funktionen abzuschalten. Yahoo dagegen untersagt den Versand von Inhalten, "… die nach Einschätzung von Yahoo … in sonstiger Weise zu beanstanden sind." Und auch T-Online verbietet per Geschäftsbedingung Inhalte, die "das Ansehen der Deutschen Telekom schädigen können."

Als Testsieger ging mit Google Mail ein kostenfreies Angebot hervor, das eine Gesamtnote von 2,7 und damit ein "befriedigend" erreichte. Sowohl Handhabung als auch Schutz wurden von den Testern mit "gut" bewertet, lediglich bei der Transparenz reichte es nur für ein "ausreichend", so dass das Gesamtergebnis abfiel. "Unbehagen" bereitete den Testern vor allem, dass der Suchmaschinenriese eingehende Mails scannt und nach werberelevanten Inhalten filtert.

Eine ausführliche Übersicht über die 18 getesteten E-Mail-Dienste finden Sie auf der Website der Stiftung Warentest.

Von Björn Erichsen
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Crossbow (27.06.2009, 06:43 Uhr)
So nicht richtig
habe meine Haupt-Account bei t-online mit Spamschutz extra (im Paket enthalten), da kommen max. 1-2 Spams pro Woche. Zusa-Account bei google, 0 Spams pro Woche. Wesentlich schlechter sieht es bei arcor, web.de, yahoo und anderen 'Freemailern' aus.
gmathol (25.06.2009, 22:55 Uhr)
Als Nutzer von vielen bezahlten oder freien e-mail Providern kann ich diesem Test nicht zustimmen.
Ich bekomme hunderte von e-mails jeden Tag! Viren? Nie gehabt. Die Spam-Filter funktionieren bei Yahoo, G-mail, AOL, Opera-mail, Hotmail etc..
Die Stiftung Warentest sollte nicht verkennen das freie Dienste natuerlich hin und wieder ihre e-mail Server auch warten muessen. Wichtige e-mails sollte man ggf. auch selbst sichern.
Uebrigens kann man fuer weniger als 4 Euro im Monat eine eigene Domain betreiben und seine e-mail Konten dann sogar technisch selbst betreuen.
DasBertl (25.06.2009, 15:08 Uhr)
@dmichelsen
Selbstverständlich ist ein guter Virenschutz für einen Emaildienst unerlässlich. gerade auch, weil viele "noobs" und "boons" auch Email-Adressen haben, aber kein Interesse daran, alles davon zu verstehen. Internet und Email sind eben für alle, nicht nur für solche, die sich mit so etwas auskennen!
Sublucem (25.06.2009, 12:45 Uhr)
Google, Wieso nicht?
Weil ;) Google ist eben auch nur ein Unternehmen mit dem Wunsch, die Internetwerbung zu revolutionieren, zu etablieren und in diesem Segment auf eine absolute Größe zu expandieren. Logisch, es ist eben ein Unternehmen.
Gerade deswegen: Nö. Ich habe eine eigene URL, der Provider hat einen eigenen Mailserver mit Spamschutz. Mich erreichen vielleicht pro Woche ca. 7 Spammails (letztlich auch Dank brain.exe) - ich bin glücklich ;)
gormiti (25.06.2009, 12:40 Uhr)
Bekomme täglich
ca 400 Spam Mails. Google findet alle absolut fehlerfrei. Findet soagrdie heraus die die alten Mailfächer wie yahoo weiterleiten. Google ist für mich die absolute No1. Alles geht wie es soll. Die Zukunft wird wohl googles "Wave" werden.
dmichelsen (25.06.2009, 12:31 Uhr)
Lächerlich
das fehlender Virenschutz zur Abwertung führt. Es sind immer die gleichen Dateiformate, die Viren enthalten können. Wenn man den Absender kennt einfach eine Mail zurück mit der bitte, doch ein sicheres Format zu verwenden oder die Mail zu signieren und alle anderen Anhänge löschen.
madMUHHH (25.06.2009, 11:58 Uhr)
Überrascht mich nicht,...
...dass GoogleMail am besten abschneidet. Braucht zwar eine gewissen Eingewöhnungszeit, ist aber verdammt intuitiv und macht in der Handhabung schon fast Spaß.
Das mit der Transparenz ist ärgerlich, aber ich persönlich sehe die ganze Google-Geschichte nicht ganz so eng, benutze haufenweise Google-Produkte, weil sie un einfach mal gut sind.
zivica (25.06.2009, 11:51 Uhr)
Und was ist mit
.mac, besser gesagt me.com, dem Service von Apple? Also ich bin bestens zufrieden ;-)
 
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