5. Dezember 2012, 16:17 Uhr

Angriff auf Whatsapp

Whatsapp ist der Platzhirsch unter den SMS-Alternativen. Zehn Milliarden Nachrichten werden pro Tag mit dem Tool verschickt. Nun greift Facebook an - und bringt seinen Messenger auf Vordermann. Von Christoph Fröhlich

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Der Facebook Messenger wird aktualisiert und greift Whatsapp und Co. an©

Der Messengerdienst Whatsapp ist auf mehreren hundert Millionen Smartphones installiert. Kein Wunder, erlaubt das kleine Tool das bequeme und vor allem kostenlose Senden unbegrenzt vieler Nachrichten, auch Bilder, Videos und Musik können in Sekundenschnelle verschickt werden. Mittlerweile werden täglich mehr als zehn Milliarden Nachrichten mit der Software abgesetzt.

Doch der Erfolg wird von andauernden Sicherheitslücken überschattet, zuletzt mit einer Panne, die das Stehlen fremder Accounts erlaubt. Auch die Macher der App stehen immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik, da die Kunden nur unzureichend über Änderungen informiert werden. Viele Nutzer sind verärgert und wünschen sich sicherere Alternativen.

Abschaffung der Account-Pflicht

Viele Firmen nutzen die wiederkehrene Whatsapp-Kritik, um ihre eigenen Programme ins Rampenlicht zu rücken: Samsung hat mit ChatOn im vergangenen Jahr einen eigenen Klon vorgestellt, Google hat mit GoogleTalk ein auf jedem Android-Gerät vorinstalliertes Tool im Angebot. Zuletzt sorgte der Multimessenger Hike aus Indien für Aufsehen, der die Wahrung der Privatsphäre der Nutzer verspricht. Allerdings überträgt der Dienst unverschlüsselte Nachrichten, sodass Experten derzeit von Hike abraten.

Nun will Facebook auf dem umkämpften Markt der Messengerdienste mitmischen und hat ein Update für den Facebook-Messenger angekündigt: In Zukunft sollen nicht nur Facebook-Nutzer miteinander chatten können, sondern auch User, die nicht in dem sozialen Netzwerk angemeldet sind. Statt wie bisher mit E-Mail-Adresse und Passwort kann man sich alternativ mit Handynummer und Namen bei dem Dienst anmelden. Noch im Laufe des heutigen Tages soll das Update für die Android-Version des Chattingtools bereitgestellt werden, später soll die Anmeldung mit Telefonnummer auch für iOS-Geräte möglich sein.

Durch die Abschaffung der Account-Pflicht im firmeneigenen Messengertool distanziert sich Facebook auch von den Gerüchten, dass der Zuckerberg-Konzern den bisherigen Branchenprimus Whatsapp kaufen will. Ob das nun angekündigte Vorgehen erfolgreich sein wird, muss sich zeigen: Wer Facebook nicht vertraut und aus Angst um seine Privatsphäre einen Account in dem sozialen Netzwerk verweigert, der wird auch seine Mobilfunknummer mitsamt Namen nicht ohne Weiteres herausgeben wollen.

Von Christoph Fröhlich
 
 
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