Deutsche Ikea-Filialen ziehen Köttbullar aus dem Verkehr

26. Februar 2013, 11:59 Uhr

Ikea nimmt die Fleischklößchen aus den deutschen Tiefkühltruhen. Eine Vorsichtsmaßnahme. Pferdefleisch wurde hierzulande nicht gefunden. Rewe verschärft die Vorgaben für seine Tiefkühlprodukte.

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Die Köttbullar gab es bei Ikea im Restaurant und tiefgefroren zum Mitnehmen. Seitdem in den Fleischklößen Pferdefleisch aufgetaucht ist, stoppte der Möbelkonzern den Verkauf in 24 Ländern.©

Die Möbelkette Ikea hat auch in Deutschland den Verkauf ihrer populären Hackfleischklöße Köttbullar gestoppt. Nach Angaben aus Tschechien vom Vortag über Spuren von Pferdefleisch habe man die Klöße in insgesamt 24 Ländern aus dem Verkehr gezogen. Die meisten davon erhielten ihre Lieferungen ebenso wie die tschechische Ikea-Tochter von einem Betrieb im schwedischen Lidköping. Dazu gehöre Deutschland aber nicht.

Rewe verschärft Vorgaben bei Fleisch-Gerichten

Der Handelskonzern Rewe verschärft unterdessen nach dem Fund von Pferdefleisch in Fertiggerichten die Vorgaben an Lieferanten. Für Produkte der Eigenmarken "Rewe", "Ja" und "Penny", die Rindfleisch enthalten, solle künftig nur noch deutsches Rindfleisch verwendet werden. Das kündigte die Rewe-Gruppe am Dienstag in Köln an. Bisher hatten der Supermarktriese Rewe und seine Discounttochter Penny keine Vorgaben zur Herkunft des Rindfleisches in Fertiggerichten in den Eigenmarken gemacht. Mit der Umstellung auf deutsches Rindfleisch werde bei denjenigen Produkten begonnen, die vor Kurzem aus den Regalen genommen wurden. Bisher hat Rewe sechs Artikel wegen des Verdachts gestoppt, dass darin auch Pferdefleisch enthalten sein kann - unter anderen "Rewe Chili con Carne" und "Rewe Spaghetti Bolognese".

"Wir tragen eine besondere Verantwortung für unsere Eigenmarken, zu der wir stehen", erklärte der Einkaufsvorstand von Rewe, Manfred Esser. Zur Unternehmensgruppe gehören die Supermarktketten Rewe und Penny.

Der Pferdefleisch-Skandal hatte ein Schlaglicht auf die verschlungenen Lieferwege für Fleisch geworfen, das industriell in Fertigprodukten mit Fleischanteil wie Lasagne oder Tortellini verarbeitet wird. Im bekannt gewordenen Fall stammte das Pferdefleisch aus Rumänien und gelangte über mehrere europäische Länder zu einem französischen Fertiggerichte-Hersteller, der die Produkte wiederum an mehr als zwei Dutzend Unternehmen in mehreren europäischen Ländern auslieferte.

In der Folge wurden in ganz Europa in vielen Produkten Anteile von Pferdefleisch gefunden. Die Herkunft steht in vielen Fällen immer noch nicht fest. Wo das Fleisch von Pferde- zu Rindfleisch umetikettiert wurde, wird derzeit ermittelt.

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