Dazzler, Grillz und Skyces

Brillanten, Metallkappen, Edelklunker - Rapper und Hollywood-Sternchen lieben Zahnschmuck. Und den Zahnarzt freut's: Dazzler, Grillz und Skyces lassen das Gebiss schneller faulen.

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Zahnschmuck, Grillz, Dazzler, Skyces

Bling-bling: eine Zahnspange, die einige Tausend Dollar kostet©

In der Rapper-Szene sind Zahncaps beliebt: Die Kappen aus Metall werden über die oberen Schneidezähne gestülpt und garantieren einen blendenden Auftritt. Weitaus mädchenhafter wirken Dazzler: Glitzerzeug zum Aufkleben aus Goldfolie, gern in Form von Sternchen oder Tieren. Besser geeignet für St. Tropez sind massive Halbreliefs aus echtem Gold und Edelsteinen. Die Variante für Arme kommt ohne edles Material aus: Skyces sind Steine aus Kristallglas, die in den Zahn eingelassen werden.

Mittlerweile tragen immer mehr Jugendliche Zahnschmuck, in den USA sind es mittlerweile zwanzig Prozent. Aus medizinischer Sicht sind Glitzersteine und Goldfolie zum Aufkleben harmlos. Metallkappen, die edlen Juwelenspangen sowie eingesetzte Steine können allerdings Gefahren bergen. Denn um sie zu befestigen, muss der Zahnschmelz und teilweise auch der Zahn zerstört werden. Schadlos lassen sich diese Blitzer nur in falsche Zähne einbauen - Implantat- oder Gebiss-Träger sind da eindeutig im Vorteil.

Blitz und Glitz in zehn Minuten

Um Ihre Zähne für den Schmuck vorzubereiten, wird der Zahnarzt die Oberfläche des Zahns mit einer Polierpaste reinigen. Dann ätzt er die Oberfläche mit einer leichten Säure an, das macht sie rau. Auf die angeraute Fläche kommt ein Spezialkleber. Ist er getrocknet, benetzt der Zahnarzt die zu schmückende Stelle mit einem flüssigen Kunststoff-Mix, einem so genannten Komposit. Darauf drückt er das Schmuckstück. Anschließend glättet er die Ränder.

Die ganze Prozedur dauert zehn bis 15 Minuten. Je nach Material hält der Schmuck einige Monate, manchmal sogar bis zu zwei Jahren. Der Glitzer lässt sich aber auch vorher entfernen. Das ist unproblematisch und schadet dem Zahn nicht.

Auch Schmuck kann Risiken und Nebenwirkungen haben

Fachleute raten davon ab, Zähne zum Befestigen von Schmuck anzuschleifen oder anzubohren. Dadurch werde der natürliche Schutzmantel des Zahns - der Zahnschmelz - beschädigt. Keime können dann leichter in den Zahn eindringen und Karies verursachen. Zudem könne der Zahn an Stabilität einbüßen: Selbst bei den Dritten könne Zahnschmuck das Gebiss weniger belastbar machen.

Metallkappen schaden fast immer dem Zahnfleisch und den Zähnen, sowohl beim Einsetzen, beim Tragen als auch beim Entfernen. Die Kappe reizt das Zahnfleisch, und Keime können sich in den Ritzen zwischen Metall, Zahnfleischrand und Zahn einnisten. Parodontitis und Karies können die Folgen sein. Deshalb raten Zahnärzte von diesen Caps generell ab. Die Gefahr, dass sich in den Zwischenräumen zwischen Zahn und Schmuck Mikroben sammeln, besteht allerdings in jedem Fall. Deshalb sollten die Zähne sehr sorgfältig geputzt werden.

Der Spaß ist recht billig

Für das Einsetzen von Zahnschmuck berechnen Ärzte zwischen 40 und 100 Euro. Goldplättchen und Steine gibt es ab 15 Euro. Variationen aus Gold, Platin, Titan oder Edelsteinen können jedoch leicht zu vierstelligen Beträgen führen.

Constanze Löffler