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Seit 1992 geißelt der Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser jährlich "sprachliche Missgriffe" und dekoriert sie mit dem Titel "Unwort des Jahres". Von Helmut Kohl bis Martin Walser - sie alle hat der Bannstrahl von Schlosser und seinem Wächterrat schon mal getroffen. Die Suche für 2009 ist bereits im Gange.
"Herdprämie" ist das Unwort des Jahres 2007, wie Jury-Sprecher Horst Dieter Schlosser jetzt mitteilte. Es diffamiere Eltern und besonders Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen. Auf den zweiten Platz wählte die Experten-Jury der Frankfurter Universität den Begriff "klimaneutral", auf Platz drei "entartet".
"Gutmensch", "Judengen", "Volksvertreter" - für die stern.de-Leser auf Facebook war die Wahl zum "Unwort des Jahres" durchaus nicht alternativlos. Die meisten User hätten lieber einen Begriff aus dem Bereich Integration gekürt.
Mit dem "Unwort des Jahres" will die Jury ihr Missfallen über ignorante Politiker ausdrücken. Doch dafür ist das Unwort zu schwach. Hauen Sie doch mal auf den Tisch und schreien "Alternativlos!"
"Alternativlos" ist das Unwort des Jahres 2010.
Das Unwort des Jahres 2010 heißt "alternativlos". Der in vielen Diskussionen benutzte Begriff trage zur Politikverdrossenheit bei, urteilte die Jury - und kritisiert damit auch die Kanzlerin.
"Unterschicht", "Prekariat", "Problembär Bruno": Insgesamt gab es mehr als 1000 Vorschläge für das Unwort des Jahres. Gewonnen hat "freiwillige Ausreise". stern.de zeigt die zwölf häufigsten Vorschläge.
Zivile Opfer nennt man im Militärjargon "Kollateralschäden". Jamie Shea, ehemaliger Nato-Sprecher, machte den Begriff während des Kosovokrieges populär - was er heute bereut.
Die Finanzkrise hat ihre Spuren auch in der deutschen Sprache hinterlassen - sogar so sehr, dass die Menschen es regelrecht nicht mehr hören können. Aus mehr als 1000 Vorschlägen wurde nun das Unwort des Jahres gekürt - und es hat prompt mit der Krise zu tun.
"Patientenmanager", "grundrechtsschonende Überwachungspraxis", "Aversionsjagd" - mit dem "Unwort des Jahres" soll auf besondere sprachliche Verfehlungen aufmerksam gemacht werden. Auch ein Mann Gottes hat daher gute Chancen auf den Sieg.
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