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7. September 2003, 16:37 Uhr

Die wunderbare Katastrophe

(Fast) zum Verwechseln ähnlich...© Anja Wechsler

Bohlmann: Sollten die Simpsons jemals mit echten Schauspielern verfilmt werden, würde Sandra Schwittau den Bart spielen...

Schwittau: ...und ich hätte kein Problem damit. Weil ich sein Temperament habe und ihn verstehe.

Sind Lisa Simpson und Sabine Bohlmann dieselben kleinen Genies?

Bohlmann: Sie ist klüger als ich. Fast schon ein bisschen altklug.

Schwittau: Lisa ist das hochbegabte Kind, das in einer Familie minderbemittelter Menschen lebt.

Volkmann: Moment mal! Marge ist nicht dumm! Sie glaubt an das Gute im Menschen.

Wie Sie selbst?

Volkmann: Ich zwinge mich, daran zu glauben. Das Tolle an den Simpsons ist doch: Sie stürzen mit dem Flugzeug ab und leben weiter. Sie verunglücken mit dem Auto und nichts passiert.

Schöne Vorstellung...

Volkmann: Ja! Da denkt man: O je, aus dieser Situation kommen sie nicht lebend raus, und dann stehen sie plötzlich wieder da und lachen – wunderbar!

Schauen Sie sich die alten und neuen Folgen im Fernsehen an?

Schwittau: Klar. Alle. Und ich entdecke jedesmal neue kleine Details.

Volkmann: Ehrlich gesagt irritieren mich die vielen Wiederholungen. Eigentlich denke ich: Was weg ist, ist weg.

Müssen Sie für Freunde und Bekannte nicht ständig wie ein Simpson sprechen?

Volkmann: Selten. Die meisten Leute wissen ja gar nicht, dass ich die Marge bin.

Schwittau: Bei mir ist das so: Ich gehe auf eine Party, und dann kommen irgendwelche Leute zu mir, weil irgendjemand erzählt hat: Das da ist die, die den Bart synchronisiert! Dann soll ich allen möglichen Leuten die Mailbox oder den Anrufbeantworter besprechen.

Macht Sie das nicht stolz?

Schwittau: Natürlich, denn ich liebe Bart. Aber ich bin Schauspielerin. Ich habe die vergangenen Monate vor allem Theater gespielt. Das ist wirklich eine größere Leistung, als den Bart zu machen. Und trotzdem interessiert sich kein Mensch für das Theater. Immer nur Bart. Da stimmt das Verhältnis nicht mehr so ganz.

Gastell: Mir hat neulich ein junger Mann gesagt: "Als Homer finde ich Sie klasse. Aber was machen Sie eigentlich beruflich?"

Trifft das Ihre Schauspieler-Ehre?

Gastell: Nein, das ist eben die Naivität des Zuschauers.

Schwittau: Die Leute leben mit der Vorstellung, dass ich jeden Morgen aufstehe, den Bart spiele und abends wieder ins Bett gehe. Bart Simpson bedeutet für mich pro Jahr vielleicht zehn Arbeitstage. Das kann sich niemand vorstellen.

Volkmann: Du Arme! Das wird Dich noch länger verfolgen. Neulich fragte mich ein türkischer Taxifahrer nach "Klimbim". Die letzte Folge entstand 1978. Insofern: Bart wird dir die nächsten 25 Jahre erhalten bleiben.

Interview: Tobias Schmitz
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