. .
Film, Kino, DVD
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
16. Dezember 2009, 10:32 Uhr

Ein Mann lässt die Frau raus

"Terminator", "Kampf der Titanen", "Avatar". Sam Worthington ist Hollywoods neuer Action-Megastar. Im Gespräch mit stern.de verrät der Australier, warum es sein Job war, weiblich zu sein, wie sich G-Strings anfühlen, und warum er all seinen Besitz verkauft hat. Von Sophie Albers

AVATAR, James Cameron, Sam Worthington, Avatar, Terminator, Kampf der Titanen, Interview, Sophie Albers

Sam Worthington in James Camerons Technik-Action-Spektakel "Avatar - Aufbruch nach Pandora"© Twentieth Century Fox/Handout/Reuters

Mister Worthington, sind Sie vorbereitet auf den Hollywoodstar-Wahnsinn?
Es hieß schon bei "Terminator", dass jetzt alle durchdrehen. Die Welt verändert sich, aber so lange du dich nicht änderst, ist es okay. Ich bin ein 33-jähriger Australier, ich verändere mich nicht mehr. Ich bin schon ich! (guckt ernst, fängt dann heftig an zu lachen) Nächstes Mal, wenn wir uns sehen, trage ich Glitzerklamotten, liege auf einem Bett aus Blütenblättern, und dann habe ich ein Problem, weil Sie mich an meine Worte erinnern werden...

Ist Ihnen das wirklich alles so egal?
Mir ist die Arbeit wichtig, nicht der ganze Scheiß.

Welcher Scheiß?
Das Getöse drumherum. Man kann wirklich leicht drauf reinfallen. Aber ich habe diesen Job, weil ich Filme machen und Geschichten erzählen will, damit Leute, die zwölf Dollar hinlegen, im Kino eine gute Zeit haben und sagen, "Hey, den Kerl will ich auch in was anderem sehen". Darum geht’s mir.

Ich denke, man verändert sich, weil man plötzlich nur noch von Menschen umgeben ist, die einem sagen, wie toll man ist.
Glauben Sie wirklich, ich glaube denen?

Woher soll ich das wissen?
Wenn ich noch in meinen Zwanzigern wäre, würde ich womöglich drauf reinfallen. Aber ich hatte eine Karriere in Australien. Ich komme ja nicht aus dem Nichts. Deshalb kommt der Mist auch nicht an mich ran. Wenn ich mich jetzt verändern würde, hätte ich Freunde, die mich auslachen würden. Ja, es gibt Leute, die mir erzählen, "Du bist cool, du bist dies, du bist das". Das ist nett, aber die kennen mich nicht. Die kennen vielleicht meine Filme, und dann ist es schmeichelnd, dass sie meine Arbeit mögen. Aber die kennen mich nicht als Person.

Mister Worthington, was ist ein Mann?
Das versuche ich selbst noch rauszufinden.

Über Ihren nächsten großen Film, "Kampf der Titanen", haben Sie gesagt: "Man kann in einer Toga nicht männlich aussehen".
Kann man doch. Ich habe das zu früh gesagt. Vor dem Dreh war ich ein bisschen naiv.

Und in "Avatar" kann man im G-String männlich aussehen...
(lacht lauter) Das war eine meiner Lieblingsstellen! Jake [Worthingtons Charakter, Anm.d.Red.] ist immer noch ein Mensch! Auch als Avatar nervt ihn das Ding. Wenn ich so was tragen müsste, ich würde es mir dauernd aus dem Hintern ziehen! Das ist doch wie Zahnseide.

Mit das stärkste Thema in "Avatar" ist Weiblichkeit. War das ein Problem für Sie? Haben Sie Ihre weibliche Seite gefunden?
Aus mir kommt schon einiges an Testosteron, aber es ist mein Job, meine Weiblichkeit zu finden. Bei Marcus in "Terminator" war es genauso. Du musst die Balance finden. Kerl zu sein, ist einfach, so wie wir aussehen und mit den ganzen Explosionen und Robotern, die uns jagen. Aber das reicht nicht. Eine gute männliche Filmfigur ist jemand, der dir das Gefühl gibt, dass er dich beschützen kann, den du aber auch beschützen willst. Und dazu musst du Sensibilität zulassen, Weiblichkeit. Und du darfst dich selbst nicht so Ernst nehmen. Mein Job ist es, die Balance zu finden. In James Camerons Filmen sind Frauen unglaublich stark. Das ist gut. Hey, ich habe eine Schwester, die mich vermöbelt, wenn sie will. Sie ist jünger als ich und stärker. Nicht nur körperlich. Und ich denke, man muss ein starker Mann sein, das zuzugeben.

AVATAR, James Cameron, Sam Worthington, Avatar, Terminator, Kampf der Titanen, Interview, Sophie Albers

"Eine gute männliche Filmfigur gibt dir das Gefühl, dass sie dich beschützen kann, die du aber auch beschützen willst"© Luke MacGregor/Reuters

Wie einschüchternd war es eigentlich, Cameron zu treffen?
Überhaupt nicht. Ich habe eine Lebensphase hinter mir, in der ich alles, was ich besaß, aufgegeben habe. Ich wurde 30 und habe mich gefragt, wo ich eigentlich stehe, auch als Mann. Wenn du dich selbst in die Situation bringst, nichts zu besitzen, kannst du nur gewinnen.

Was meinen Sie mit nichts?
Ich habe alles verkauft vom Toaster bis zum Auto, Messer, Gabeln, alles eben. Ich bin eines Tages aufgewacht und dachte, ich sollte mich nicht über das definieren, was ich besitze, weder vom Fernseher noch vom Toaster. Da kam echt viel zusammen, und irgendwann war ich an dem Punkt zu sagen: Alles Scheiße, weg damit und neu anfangen. Wenn du selbst noch mal von vorn anfängst, kann dir niemand sagen: Du bist dies und du bist das.

Hassen die PR-Leute in Hollywood Sie eigentlich? Sie kommen rein und sagen: "Das bin ich. Friss oder stirb." Das sind die doch nicht gewöhnt.
Hey, die arbeiten für mich, also kann ich sagen, was ich will. Soll ich ein Spiel spielen?

Tun doch viele.
Ja, aber das ist deren Sache.

Ich dachte immer, man kommt nicht weit, ohne die Spielchen.
Wenn du in einen Raum kommst, in dem James Cameron oder Steven Spielberg sitzen, glauben Sie, da kann man Spielchen spielen? Du sollst mit denen arbeiten. Dazu braucht es 100 Prozent Wahrheit und 100 Prozent du selbst. Du musst dich schließlich deren Arbeit opfern. Wenn du dann Spielchen spielst, lassen diese Typen dich bestimmt nicht in ihre Welt.

Sam Worthington Wie eine ziemlich muskulöse Cinderella ist Sam Worthington in seine Filmkarriere gestolpert. Mit 17 schmiss er die Schule, arbeitete unter anderem als Maurer, und wurde mit 19 an der Schauspielschule in Sydney angenommen, obwohl er doch eigentlich nur eine nervöse Freundin zum Vorsprechen begleiten wollte. Nach der Arbeit am Theater, entdeckte ihn das Fernsehen, und mit dem Kinofilm "Somersault" gelang ihm der nationale Durchbruch als Filmstar. Bald entdeckte ihn Hollywood für die Rolle des harten Kerls. Und er war unter den letzten Dreien bei der Suche nach dem neuen James Bond. In "Terminator - Die Erlösung" spielte der 33-Jährige Christian Bale an die Wand. James Cameron gab ihm die Hauptrolle in "Avatar". Als nächstes ist Worthington im Heldenepos "Kampf der Titanen" zu sehen.

Von Sophie Albers
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
clicktsde (16.12.2009, 12:18 Uhr)
ich bin ein Fan
Phantastisch gelungen in allen belangen, einfach zum verlieben - bitte mehr davon
MEHR ZUM ARTIKEL
James Cameron "Romantische Komödien kann doch jeder"

Seine Filme sind spektakulär und teuer, doch Angst vorm Scheitern kennt James Cameron nicht. Der Regisseur vertraut auf die Kinogänger und ist sich sicher: "Sie wollen, dass ich noch einen mache" von den teuren Blockbustern. Am 17. Dezember kommt mit "Avatar" der nächste in die deutschen Kinos. mehr...

"Terminator: Die Erlösung" Härter, lauter, Christian Bale

Nach Batman und James Bond ist nun der Terminator für die Generalüberholung dran. Passenderweise leiht "Dark Knight"-Star Christian Bale dem Maschinenfeind John Connor sein Gesicht. stern.de traf Regisseur McG und blickte in die Zukunft. mehr...

Christian Bale Ein grandioser Rüpel

Er stand schon als 13-Jähriger für Steven Spielberg vor der Kamera. Nun schießt er im Action-Kracher "Terminator - Die Erlösung" aus allen Rohren. Dazwischen hat sich wenig geändert: Christian Bale tut alles dafür, sich nicht beliebt zu machen. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft