Er machte blanke Busen (fast) abendtauglich; er hetzte zahllose A-, B- und C-Promis durch "Alles nichts, oder?"; er produzierte die geniale Show "RTL Samstag Nacht" und ist jetzt mit "Genial daneben" am Start. Kurzum: wo wäre das Lachen ohne Hugo Egon Balder?

Hübsche Mädchen mit blankem Busen und Spielregeln, die nicht einmal der Moderator kapierte: Das war "Tutti Frutti" mit Hugo Egon Balder© picture-alliance/dpa
Dieser Mann ist eine Medienmaschine. Und zwar eine mit Talent. Eigentlich sogar mit Genie - nur mit Glück hält man sich nicht so lange und auf so vielen Gebieten. Aber langsam.
Hugo Egon Balder startete seine Medienkarriere als Musiker. Ungefähr Mitte 1968 gründete er mit sechs Kumpels die Coverband "Birth Control", in ihren Frühzeiten angeblich auf Julie-Driscoll-Songs abonniert. Nach vier Monaten als Drummer verließ er Weihnachten '68 die Band wieder: Seine Eltern hatten ihm nach einem Verkehrsunfall auf Tour verboten, weiter mitzuspielen. Trotzdem wird um diese vier Monate Bandverbleib immer noch recht viel Wirbel gemacht. Als Birth Control in den frühen 70ern mit ihrem Hit "Gamma Ray" endlich auch die Discos der bayerischen Provinz erreichte, wo ich damals herumlungerte, war er schon lange nicht mehr dabei. Aber ich gehöre wenigstens zu jener Generation, die sofort kennerisch nickt und die Anfangsakkorde singen könnte, wenn es um seine ersten medialen Schritte geht.
Egon Hugo (so 'rum hieß er nämlich richtig), wurde 1950 in Berlin geboren und dort begann auch seine Theaterlaufbahn: Von 1973 bis 1979 spielte er verschiedene Rollen am Schiller-Theater. Leider habe ich davon nichts mitbekommen - ich sauerte zu der Zeit bekanntlich in der bayerischen Provinz vor mich hin. Das erste Mal bewusst wahrgenommen habe ich ihn als leptosomen Stangenspargel, der 1985 mit dem Stimmungshit "Erna kommt" in die Hitparaden krachte. Jaja, damals gab es noch "Stimmungsmusik" und er war durchaus erfolgreicher Radiomoderator bei Radio Luxemburg. Natürlich kannte ich ihn da schon länger - allerding ohne es zu ahnen. Hugo Egon war nämlich der freche Hund "Herr Feldmann" in der ZDF-Sendung "Vorsicht, Musik" (ab November 1982). Leider bekam Frank Zander und nicht der Hund die meiste Aufmerksamkeit ab...
Später, so ungefähr ab der "Erna kommt"-Epidsode, gehörte er neben Harald Schmidt zum "KOM(M)ÖDCHEN"-Ensemble in Düsseldorf. Es dürfte eine lustige Zeit gewesen sein. Jedenfalls lernte dort und damals der angeblich schüchtern-introvertierte Hugo Egon (zu dem er mittlerweile geworden war) Schlagfertigkeit und Rampensau-Gehabe.
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