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26. Mai 2010, 09:37 Uhr

Verbotene Liebe im Unterricht

Eine Lehrerin verliebt sich in einen Schüler. Eine Liebelei mit weitreichenden Folgen. Ursula Karven spielt in dem TV-Film "Stille Post" mit dem Feuer. Und Sergej Moya zeigt, was der deutsche TV-Nachwuchs kann.

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Ursula Karven spielt in "Stille Post" eine Lehrerin, die zu weit geht© Maurizio Gambarini/DPA

Es ist die Geschichte einer verbotenen und verwirrenden Liebe: Einer verheirateten Lehrerin wird ein 30 Jahre jüngerer Mann zum Verhängnis. Es ist einer ihrer Schüler. Das ARD-Drama "Stille Post" mit Ursula Karven, Axel Milberg und Sergej Moya in den Hauptrollen erzählt von einem Tabubruch: der Liebesaffäre zwischen Lehrerin und Schüler. Doch der 90-Minuten-Film will mehr, als eine Geschichte über Sex und Skandal erzählen.

Die Idee zum Film stammt von Ursula Karven selbst. Auslöser sei der Fall der US-amerikanischen Lehrerin Mary Kay Letourneau gewesen, die im Alter von 34 Jahren eine Affäre mit einem zwölfjährigen Schüler einging und dafür jahrelang ins Gefängnis musste. Auch der brillante Film "Tagebuch eines Skandals" (2006) mit Cate Blanchett und Judi Dench hatte das Thema aufgenommen. Ähnliche Fälle gehen immer wieder durch die Medien.

Dass Karven die Hauptrolle in "Stille Post" spielen würde, war von Beginn an klar. "Das stand schon fest, als ich für das Projekt angesprochen wurde", sagt Drehbuchautor Thomas Oliver Walendy. Er hat aus Karvens Idee eine Geschichte gemacht. Für den Film, sagt Walendy, sei Karven ein Glücksfall. "Die Rolle ist ein Traum", sagt die 45-jährige Schauspielerin.

Liebelei mit Folgen

Karven, die im ARD-Klassiker "Tatort" von 2005 bis 2008 an der Seite von Robert Atzorn die Staatsanwältin Wanda Wilhelmi verkörperte und zuletzt mit ihrem privaten Beziehungsende Schlagzeilen machte, spielt die Lehrerin Andrea Jahn. Sie zeigt die Zerrissenheit einer in die Jahre gekommenen Frau, deren Ehe am Abgrund steht und der ein deutlich jüngerer Mann Avancen macht. Eine Liebelei mit weitreichenden Folgen.

"Es ist ein sehr zarter, stiller Film", sagt Karven. "Es war für mich unglaublich spannend, eine Frau darzustellen, die mit dem Feuer spielt." Die Lehrerin steht zwischen Verantwortung und Begierde, zwischen den Ansprüchen einer reifen Frau und den Abenteuern einer Teenagerliebe.

Die Geschichte sei nah am Leben, so Karven weiter. "Wie oft haben wir schon von älteren Frauen gehört, die den Reizen der Jugend erliegen. Ich habe in meinem Umfeld so etwas Ähnliches erlebt, und natürlich haben wir alle darüber schon zigmal gelesen." Was bei Männern als normal gilt, ist bei Frauen immer noch ein Aufreger.

Ursula Karven, Axel Milberg, Sergej Moya

Der Film lässt viel Raum für die Reaktionen von Schülern und Lehrern. Er zeigt, wie sich Freunde, Kollegen und Vorgesetzte abwenden und schließlich auch der Ehemann.

An Karvens Seite spielen neben Axel Milberg auch Katrin Sass, Johanna Gastdorf, Oliver Breite und Michael Hanemann. Den jungen Liebhaber gibt der 21-jährige Max-Ophüls-Preisträger Sergej Moya. Und stiehlt fast allen die Schau. Regie führte Matthias Tiefenbacher. Gedreht wurde am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hamburg.

"Stille Post" läuft am Mittwoch um 20:15 Uhr in der ARD

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Maddux (27.05.2010, 10:14 Uhr)
Guter Film
und gute Schauspieler. Mal zur Abwechslung keine Schmonzette aus Afrika mit Frau Neubauer in der Hauptrolle. Aber soviel Aufregung und Zeitungsaction um diese "Affäre" kann es wohl nur in der Provinz geben.
schlusi09 (27.05.2010, 06:19 Uhr)
Stark
Ein wirklich starker,toller Film!!!Da zahlt man(wenn überhaupt gerne Gebühren).Beeindruckend,die schauspielerische Leistung von Sergej Moya und für Ursula Karven sicher die Rolle Ihres Lebens.Einfach nur TOLL.
Popobawa (26.05.2010, 19:36 Uhr)
Wow wie kreativ
eine echte verbotene Liebe, auf mein BGym hatten zwei Lehrerin und ein Lehrer eine Beziehung zu Schülern. War leider nicht so dramatisch wie im Film dargestellt, hat einfach keinen interessiert.
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