. .
TV und Fernsehen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
7. November 2008, 10:00 Uhr

"Ich hatte lange Zeit Komplexe"

Anke Engelke meldet sich heute Abend mit ihrer Sketch-Show "Ladykracher" zurück. Wer darauf hofft, dass sie im Interview ganz viel Quatsch macht, braucht nicht weiterzulesen. Ein ernsthaftes Gespräch mit einer Komikerin.

Ladykracher, Anke Engelke, Sat1

Diese Frau hat im zurückliegenden Jahr unter anderem ein Schwein und ein Känguru synchronisiert© Sat.1/Ali Kepenek

Für das zurückliegende Jahr hätten Sie sich etliche Fleißkärtchen verdient.

Die kleine Anke, die ständig aufzeigt und ruft: Herr Lehrer, ich weiß was? Was für eine furchtbare Vorstellung!

Sie haben für zwei Trickfilme einem Känguru und einem Schwein Ihre Stimme geliehen, Marge Simpson synchronisiert, zwei Kinofilme gedreht, Sie spielen in der ZDF-Reihe "Kommissarin Lucas" mit, werben für eine Versicherung, nun kommt nach fünf Jahren Ihre Sat-1-Reihe "Ladykracher" zurück ...

... und deswegen halten Sie mich für eine Streberin? Nie gewesen.

Eine, die sich in jedem Fach beweisen will?

Wissen Sie, weshalb ich so gern interviewt werde? Weil man erfährt, was die Leute über einen denken. Das ist toll! Neulich hat mich zur neuen Staffel "Ladykracher" ein Journalist interviewt, der hatte gar nicht mitgekriegt, was ich in letzter Zeit gemacht habe. Er eröffnete das Gespräch so: "Frau Engelke, jetzt haben Sie ja fünf Jahre Pause gemacht ..." Da hab ich nur gedacht: Hallo? Was für eine Pause?

Sie hatten damals mit "Ladykracher" aufgehört, weil Sat 1 Sie zur Late-Night-Nachfolgerin von Harald Schmidt auserwählt hatte - um Sie nach fünf Monaten wegen desaströser Quoten wieder abzusetzen.

Es sollte nicht sein. Für eine Show, die mit einem Stand-up-Monolog beginnt, war ich die Falsche. Dafür muss man böse sein und ein bisschen größenwahnsinnig, eine Rampensau. Bin ich nicht.

Für wie lange wirft einen so eine Niederlage aus der Bahn?

Als die Sendung abgesetzt wurde, war ich sehr traurig. Nicht meinetwegen, sondern weil ich ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Team hatte. Da haben Menschen Häuser gekauft und Kinder gezeugt, weil ich gesagt hatte: Leute, ich garantiere euch einen Job für ein paar Jahre. Die hatten sich auf mich verlassen, ich habe sie enttäuscht.

Sie standen vor einem Scherbenhaufen. Hatten Sie keine Selbstzweifel? Existenzängste?

Ich hatte lange Zeit Komplexe - aber nicht wegen der Late-Night-Show. Ich hatte das Gefühl, mir fehlt etwas, der Besuch einer Schauspielschule oder eine vergleichbare fundierte Ausbildung. Es war gar nicht so, dass ich ständig gefragt worden wäre: Was hast du gelernt? Aber ich hatte so einen Rechtfertigungsdrang, als müsste ich mich bei mir und der Welt dafür entschuldigen, dass ich Comedy mache.

Wie sind Sie die Komplexe losgeworden?

Das letzte und vielleicht zündende Erlebnis war das Casting für die neue Staffel "Ladykracher". Als wir überlegten, wen wir gern ins Ensemble nehmen möchten, setzten wir richtig gute Theaterleute auf die Wunschliste. Ich hatte kaum zu hoffen gewagt, dass die kommen würden. Und dann sind die da und zitieren irgendwelche Sachen aus "Ladykracher". Das hat richtig gut getan. Manche dieser sogenannten seriösen Schauspieler standen zitternd vor mir, so aufgeregt waren die. Ich dachte, ey, was ist denn jetzt los?

Aber Sie haben doch eine solide Ausbildung: Ihre Zeit im Schulchor des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Rösrath, mit Auftritten in den großen Fernsehshows der 70er Jahre.

Das war super, wir waren jedes zweite Wochenende unterwegs. Da ist Halligalli im Bus, man tritt in einer Sendung von Peter Frankenfeld auf, bei irgendeinem Straßenfest oder in einem Altenheim, wir alle in gelben Blusen und grün-gelb-karierten Röcken, und hinterher gibt's eine Tafel Schokolade. Ich glaube, in einem Chor zu singen ist das Beste, was einem passieren kann, so ein Gemeinschaftsgefühl zu erleben, auch so ein bisschen Bühnenangst zu überwinden. Das hat mich schon sehr geschult, aber gänzlich ohne Kalkül. Mit zehn, elf, möchte ich mal schwer hoffen, hatte ich keine Ahnung, was ich da tue.

Immerhin durften Sie als Elfjährige ein Duett mit Udo Jürgens singen.

Das war eher ein Versehen. Ein anderes Mädchen aus unserem Chor sollte mit ihm auftreten. Das klappte nicht. Dann haben sie mich gefragt, vielleicht fanden die mich süß, ich war ja immer die Kleinste. Udo Jürgens soll das jetzt bitte nicht falsch verstehen, aber das eigentlich Tolle war, dass in derselben Show die Supremes auftraten. Die hab ich bewundert, auch wenn Diana Ross damals schon nicht mehr dabei war, und plötzlich durfte ich die aus der Nähe sehen, Wahnsinn! An jenem Abend hatte ich übrigens auch meine erste Begegnung mit einem Reporter von der "Bild"-Zeitung. Der nahm mich zur Seite, stellte mir Fragen über meine Eltern, so schmierig, so schleimig, so dreist - ich hab die Welt nicht mehr verstanden. Ich war so verwirrt, dass ich anfing zu heulen. Seither pflege ich zu "Bild" eine innige Feindschaft.

Ihr Schulchor ist auch zusammen mit Heino aufgetreten - für jeden normalen Teenager eine Horrorvorstellung.

Na ja, wir haben uns schon gefragt: Was ist denn mit dem los? Was hat denn der für Haare, warum trägt der immer diese dunkle Brille? Er war ein Brummbär, aber irgendwie auch ganz in Ordnung. Und seine Frau Hannelore war extrem reizend.

Gefunden in ... Stern Stern
Ausgabe 45/2008

  zurück
1 2
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Sarah Silverman und Tina Fey Am Ende lacht die Vagina

Die britische "Times" wählte sie gerade zu den zwei lustigsten Menschen der Welt: Tina Fey und Sarah Silverman. Sie stehen in den USA für eine neue Generation von Comedians: Sie sind weiblich, witzig, sexy - und erfolgreich. Und das, obwohl man ihnen prophezeit hat, dass ihnen etwas Entscheidendes dafür fehlt. mehr...

Prominenten-"Wer wird Millionär" "Das kannste googeln, schnell!"

Beim Prominenten-"Wer wird Millionär" räumte Anke Engelke einen höheren Gewinn ab als alle ihre männlichen Kollegen zusammen und lieferte sich mit Moderator Günther Jauch einen munteren Schlagabtausch. Kaya Yanar flirtete derweil lieber mit Frank Plasbergs Tochter im Publikum. mehr...

"Simpsons" Anke krächzt die Marge

Sie ist gelb, hat eine blaue Turmfrisur und trägt immer dasselbe hellgrüne Kleid: Marge Simpson. Nun lernt die wohl bekannteste Zeichentrick-Mutter der Welt das Sprechen neu - dank einer angestrengten Anke Engelke. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch