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4. November 2011, 12:45 Uhr

Sach et, Hape!

Hape Kerkeling wäre als Moderator von "Wetten, dass ..?" geeignet, findet aber irgendwie nicht mit dem ZDF zusammen. Samstag ist er bei Gottschalk zu Gast. Zeit, Tacheles zu reden. Von Bernd Gäbler

 
Medienkolumne,

Trifft am Samstagabend Thomas Gottschalk auf seinen Nachfolger? Lange sah es danach aus, als würde alles auf Hape Kerkeling hinauslaufen© DPA

Das wäre etwas. In der zentralen ARD-Gesprächssendung "Günther Jauch" fordert der Moderator Klartext. Schließlich geht es um die "Zukunft der deutschen Fernsehunterhaltung". Da neigt der alte, gottgleiche Schalk sein Haupt und spricht zum dicklichen Jungen: "Er kann es." So gibt er die Krone weiter und fürderhin erleben wir Hape Kerkeling bei "Wetten, dass..?". Natürlich stand das vorher auch schon auf dem Titel des "Spiegel". Ja, das wäre was. Aber so märchenhaft wird die Krönung nicht stattfinden.

Klartext im ZDF

Das würde das ZDF der ARD und Günther Jauch niemals gönnen. Der Klartext soll schon auf dem eigenen Sender gesprochen werden. Und: könnte es - nach so viel Zögern und Zaudern, Zieren und Zagen - eine günstigere Möglichkeit geben als die Arena selbst, die vorletzte Ausgabe mit Thomas Gottschalk? In der letzten dann könnte der Nachfolger dem Vorgänger ausgiebig Dank sagen, ihn unendlich feiern und sich selbst schon in den hinterlassenen Fußstapfen zurechtfinden. Nur darum und auf keinen Fall wegen eines Musicals, für das Kerkeling ein wenig Reklame machen möchte, ist es interessant, wenn Hape Kerkeling am Samstag Gottschalks Gast ist. Die Zuschauer verlangen Klartext.

Was spricht dafür, dass Hape Kerkeling Gottschalks Nachfolge antritt? Alles. Aus der Schar der denkbaren Kandidaten ragt er heraus. Denn nur er hat das Zeug dazu, die etwas sieche Groß-Show nicht einfach fortzuführen, sondern neu zu prägen.

Das Andeuten und Kokettieren hat schon viel zu lange gedauert, das Spiel mit den Medien, mit vagen Aussagen hier und Vertröstungen dort. Wenn das ZDF Hape nicht wollte oder aber eine Einigung nicht zu Stande gekommen ist, dann hätte der Sender diese Medientaktik eigentlich längst stoppen müssen. Jedem anderen haftet sonst automatisch der Makel an, höchstens zweite Wahl zu sein. Das ZDF aber hat nichts gestoppt, sondern eifrig mitgespielt - zuletzt ließ ein Sprecher sich mit dem kryptischen Satz zitieren, er schließe nicht aus, dass es in der nächsten Ausgabe von "Wetten, dass ..?" zu einer Erklärung käme. Es köchelt weiter. Gipfeldiplomatie ist nichts dagegen.

Querelen und Streitpunkte

Allerdings soll es viele Querelen und Streitpunkte geben. Da ist zuallererst die inhäusige Produktion. "Wetten, dass ..?" ist die letzte Show dieser Art und Größe in der gesamten Fernsehlandschaft, die ein Sender noch selbst herstellt. Sonst sind es immer Firmen, die zuliefern. Aber das ZDF will und muss sein Gesicht als Eigenproduzent wahren. "Wetten, dass ..?" ist ein Symbol für das, was der Sender noch alleine kann. Im Falle eines Outsourcing würden im ZDF Mitarbeiter und Gremien Sturm laufen.

Hape Kerkeling aber braucht, um gut zu sein, eine Umgebung, in der er sich wohl fühlt. Nicht weil er ein eingebildeter Star ist, sondern als Basis für Improvisation und Klasse ist er angewiesen auf Redakteure, die ihm vertraut sind und eine Produktion, die ihm Sicherheit gibt.

Hape Kerkleing weiß wie kein anderer, dass das alte "Wetten, dass...?" für immer mit Gottschalk verbunden sein wird und nur weiterleben kann, wenn es nach einer Pause wie neu geboren daherkommt. Deshalb gibt es auch Unstimmigkeiten in Bezug auf Michelle Hunziker als Co-Moderatorin. Thomas Gottschalk wurde durch die stets strahlende Blondine entlastet. Er hatte keine Lust mehr, sich in den Einzelheiten komplizierter Wettregularien einzuarbeiten und den unsicheren Wettkandidaten freundlich die Bühne zu bereiten. Lieber saß er Knie an Knie mit den Hollywood-Größen und fragte sie, wie es ihnen in Deutschland gefalle.

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Die Medienkolumne

Bernd Gäbler kommentiert regelmäßig die aktuellen Ereignisse aus der Medienwelt

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