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3. September 2009, 17:36 Uhr

Pilawa führt die ARD in ein dickes Dilemma

Die Gerüchte gab es schon lange, doch jetzt scheint der Wechsel von TV-Moderator Jörg Pilawa vom Ersten zum Zweiten offenbar perfekt zu sein. Während man sich beim ZDF auf den Quotenbringer freut, kommen auf "Das Erste" schwere Tage zu.

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Verlässt den Sender, bei dem er Karriere machte: Jörg Pilawa und das ZDF trennt nur noch eine Unterschrift© DPA

ARD-Moderator Jörg Pilawa steht vor dem Sprung zum ZDF und führt seinen alten Auftraggeber damit in ein Dilemma. Vom Sommer 2010 an muss "Das Erste" einige quotenstarke Sendeplätze mit neuen Moderatoren und Inhalten füllen. "Das Quiz" mit Pilawa am Vorabend, viele Donnerstagabend- und Samstagabendshows sind neu zu besetzen, und abgesehen davon ist für den Klassiker "Verstehen Sie Spaß?" nach Frank Elstners Abtritt ein Nachfolger noch offen. Programmdirektor Volker Herres hat alle Hände voll zu tun, auch wenn er noch Zeit hat, um einen Großteil der Probleme zu lösen.

Währenddessen scheint das ZDF als Sieger aus der Trennung von Pilawa und der ARD hervorzugehen. "Wir führen sehr gute Gespräche, und ich bin zuversichtlich, dass der Vertrag in den nächsten Tagen unterschrieben wird", sagte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut am Donnerstag in Mainz. "Jörg Pilawa ist einer der profiliertesten und beliebtesten Moderatoren in Deutschland, der unsere Spitzenriege mit Thomas Gottschalk und Markus Lanz hervorragend ergänzen würde."

Quotenschlacht: Sieg des Zweiten über "Das Erste"

Pilawa liegt laut Bellut ein Angebot vor. Der ZDF-Programmdirektor geht davon aus, dass der Vertrag in den nächsten Tagen unterschrieben werden könne. Das ZDF bietet dem 43-Jährigen eine wöchentliche Late- Night-Sendung sowie Primetime-Shows an. Aus Pilawas Umfeld ist zu hören, dass der 43-Jährige nach seinem Vertragsende am 30. April eine Pause einlegen und bei seinem neuen Arbeitgeber erst im Herbst starten will. Pilawa gilt bei der ARD als Quotengarant: "Das Quiz" am Vorabend beschert der ARD die besten Quoten innerhalb des schwachen Vorabendprogramms, außerdem präsentierte er einige erfolgreiche Samstagabendshows, wie zum Beispiel das Format "PISA - der Ländertest", "Frag doch mal die Maus" oder "Pilawas großes Geschichts-Quiz".

Am Donnerstag führt Pilawa in regelmäßigen Abständen durch eine Prominentenausgabe seines Quiz' mit Quoten von teilweise mehr als sechs Millionen Zuschauern. Das ZDF-Programm könnte damit von der Herbstsaison 2010/2011 an stehen: Nach dem Weggang von Johannes B. Kerner zu Sat.1 wird Markus Lanz zwei der drei Late-Night-Termine am Mittwoch und Donnerstag übernehmen, der Dienstag muss noch anderweitig besetzt werden. Ob genau dieser Sendetag von Pilawa ab Herbst 2010 bestritten werden könnte, ist indes offen.

Kerner hinterlässt ferner beim ZDF einige Showtermine, man erinnere sich zum Beispiel an seine Reihe "Unsere Besten" oder auch den Jahresrückblick. Für die ARD ist Pilawa nicht der einzige Verlust: Auch mit Oliver Pocher ist dem "Ersten" ein Hoffnungsträger verloren gegangen, denn mit dem 31-Jährigen wollte die ARD nach und nach jüngere Zuschauergruppen an sich binden. Pocher konnte dem Lockruf der Privaten - er geht zu Sat.1 - nicht entrinnen. Er wird bei Sat.1 eine Late-Night-Show übernehmen.

Pilawa, seit 1999 bei der ARD engagiert, war schon länger mit den Arbeitsbedingungen und den langen Entscheidungsprozessen in der ARD unzufrieden. Auch seine letzte Vertragsverlängerung im Jahr 2007 kam nur nach zähen Verhandlungen zustande. Bevor Pilawa seine Sendungen im nächsten Jahr übergibt - als Quiz-Moderator wurde bereits der Name Sven Lorig ins Spiel gebracht - muss die ARD noch ein anderes Problem klären: Am 20. Oktober soll auf dem 18.50-Uhr-Sendeplatz das Nachfolgeformat der gescheiterten Serie "Eine für alle" anlaufen - direkt vor Pilawas Quiz.

Carsten Rave/DPA
 
 
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