8. Januar 2013, 16:29 Uhr

Depardieu brockt sich Strafprozess ein

Mit russischem Pass jettet er gerade durch die Weltgeschichte. Dabei hat Gérard Depardieu einen Gerichtstermin in Paris verpasst. Jetzt wird ihm der Prozess gemacht - wegen einer Trunkenheitsfahrt.

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Schauspieler Gérard Depardieu hat im vergangenen November unter Alkoholeinfluss mit seinem Roller einen Unfall gebaut©

Weil er mit 1,8 Promille im Blut mit seinem Roller einen Unfall gebaut und anschließend einen Justiztermin geschwänzt hat, blüht Gérard Depardieu nun ein Strafprozess. Der 64-Jährige, der zuletzt mit seinem neuen russischen Pass für Wirbel sorgte, erschien am Dienstag nicht wie vereinbart zu einer Anhörung für ein vereinfachtes Verfahren. Nun werde es innerhalb einiger Monate einen Termin vor einem Strafgericht geben, sagte Depardieus Anwalt Eric de Caumont.

Das Fehlen des Schauspielers begründete der Anwalt mit beruflichen Verpflichtungen im Ausland. Wegen eines neuen Filmprojekts, das in der zweiten Januarhälfte in New York starten solle, habe Depardieu am Dienstag "unbedingt" an einem Treffen mit den Produzenten "in einem Balkanland" teilnehmen müssen. Nach Informationen des französischen Senders BFMTV war Depardieu am Dienstag für ein Filmfestival in Montenegro. Am Montagabend weilte der Filmstar noch beim Fußballverband Fifa in Zürich.

Staatsanwalt lehnt weitere Vertagung ab

Am Dienstag sollte eigentlich geprüft werden, ob im Zuge eines Schuldeingeständnisses ein längeres Verfahren vermieden werden kann. Dabei schlug die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten ein milderes Strafmaß vor, wenn sich dieser zu den ihm gemachten Vorwürfen bekennt. Ein Richter hätte die Einigung nur absegnen müssen.

Für das Zustandekommen eines solchen Deals hätte Depardieu allerdings persönlich erscheinen müssen. Anwalt Caumont versuchte vergeblich, die Staatsanwaltschaft von einer Verschiebung des Termins zu überzeugen. Bereits im Vorwege war die Anhörung auf Bitten Depardieus von Dezember auf Januar verlegt worden.

Nun wird der Fall an ein Strafgericht weitergeleitet, vor dem sich Depardieu nach Angaben seines Anwalts "in den kommenden Monaten" wird verantworten müssen. Der Schauspieler wolle sich nicht "vor seiner Verantwortung drücken", beteuerte Caumont. Er werde bei dem Strafprozess erscheinen.

Nicht die erste Fahrt unter Alkoholeinfluss

Depardieu war Ende November in Paris betrunken mit seinem Motorroller gestürzt. Bei dem Weinliebhaber wurde ein Alkoholwert von 1,8 Promille gemessen, erlaubt sind in Frankreich höchstens 0,5 Promille. Nach dem Unfall war Depardieu auch vorübergehend in Polizeigewahrsam.

Großes Ungemach droht dem 64-Jährigen allerdings eher nicht: Weil er bei seiner Trunkenheitsfahrt niemanden verletzte, dürfte er mit einer Geldstrafe von höchstens 4500 Euro und einigen Punkten im französischen Verkehrsregister davonkommen. Nach französischem Recht wäre allerdings auch eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren möglich gewesen. Bereits 1998 war Depardieu nach einer Alkoholfahrt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Der Schauspieler hatte zuletzt heftige Diskussionen in seiner Heimat ausgelöst: Auf der Flucht vor der in Frankreich geplanten Reichensteuer nahm er die russische Staatsbürgerschaft an. Im Sportkanal L'Equipe 21 sagte Depardieu zu seiner Nationalität: "Ich habe einen russischen Pass, aber ich bin Franzose."

kgi/DPA/AFP
 
 
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