. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
10. Mai 2008, 10:14 Uhr

"Alle murksen vor sich hin"

Umbauarbeiten im Jugendamt Bielefeld. Da verliert man leicht die Orientierung© Thomas Rabsch

"Seit Kevin sind wir wer", sagt Teamleiter Oberst. Die Stadtverwaltung in Bielefeld versucht, aus den Fehlern zu lernen, die in anderen Städten gemacht wurden, und investiert Personal und Mühe in die Kinder- und Jugendhilfe. In den Amtsstuben sieht es nicht nur so aus wie beim Bauamt, es wird auch so gearbeitet. Handwerkszeug ist die Akte. Arbeitsplatz ist das Rathaus, nicht die Straße. Die Sozialarbeiter des Jugendamtes sind "Case-Manager", Fallmanager. In den Wohnungen der Familien, in den Heimen, dort, wo die betreuten Kinder leben, findet man sie nur sehr selten. "Die haben die Klienten fast nie mehr vor Augen", sagt Professor Neuffer aus Hamburg. Georg Ehrmann kennt Jugendämter, "in denen gibt es Dienstanweisungen für die Mitarbeiter, das Büro nicht zu verlassen".

Die Sozialarbeit leisten Unternehmen

Und wer betreut die Kinder, wer geht in die Familien? Sozialarbeiter, die bei "freien Trägern" angestellt sind, also bei Firmen, Vereinen oder kirchlichen Organisationen. Das Jugendamt trifft die Entscheidung und zahlt. Die eigentliche Sozialarbeit wird also nicht vom Staat geleistet, sondern von Unternehmen. Vom freien Markt. Im Bürokratendeutsch heißen diese Unternehmen "Leistungserbringer". In vielen Kommunen wird erbittert darüber gestritten, ob der öffentliche Nahverkehr oder die Müllabfuhr von der Privatwirtschaft übernommen werden darf. Doch eine der sensibelsten Aufgaben staatlichen Handelns überhaupt, der unmittelbare Eingriff in die Intimsphäre der Familien, ist in Deutschland komplett privatisiert. Diese Konstellation ist kein Resultat der Sparpolitik, sondern Gesetz. Bei der Kinder- und Jugendhilfe sind Vereine und Firmen den Mitarbeitern des Staates vorzuziehen. Die entscheidende Frage lautet also nicht: Was macht das Jugendamt? Sondern: Was macht der freie Träger?

"Die im Jugendamt müssen sich voll auf mich verlassen", sagt Guido Braun. Er ist der Sozialarbeiter, der tatsächlich selbst mit Jugendlichen arbeitet. Sein Arbeitgeber sind die "Wohngemeinschaften", ein hochprofessionell geführter Verein, in dem 53 Sozialpädagogen beschäftigt sind. Braun betreut fast ausschließlich Jungs in der Pubertät. Gleich nach Schulschluss kommt Michael*, ein 14-jähriger Junge. Guido Brauns Büro ist ein Apartment in der Bielefelder Innenstadt. Er und Michael stehen in der Küche, kochen Nudeln und reden ganz nebenbei über die traurigsten Sachen. Über Michaels Leben. Seine Eltern zeigen ihm bei jeder Gelegenheit, wie gleichgültig er ihnen ist. Deswegen wollte Michael von sich aus in eine betreute Wohngruppe ziehen. Kinderheime mit riesigen Schlafsälen gibt es heute nicht mehr. Als die Eltern von Michaels Plänen hörten, haben sie gesagt, es sei ihnen egal. Guido Braun hat ihn schließlich davon überzeugt, es noch einmal zu Hause zu versuchen. Gestern hat Michael diese Entscheidung den Eltern mitgeteilt. "Und, was haben sie gesagt?" Michael zieht die Schultern hoch. "Na, nix. War ja klar."

Michaels ältere Schwester lebt bereits in einer Wohngruppe. Betreiber ist jedoch ein anderer Träger. Die Konkurrenz. Seine jüngere Schwester wird in einer Tagesgruppe betreut, die vom Jugendamt bezahlt wird. Wieder ein anderer Träger. Zweimal im Jahr spricht Guido Braun beim "Hilfeplangespräch" mit dem Sozialarbeiter vom Jugendamt über Michael. Und wie oft spricht er mit den Betreuern von Michaels Schwestern? Nie.

Die Träger wissen mehr

"In manchen Familien sind acht, neun, zehn verschiedene Betreuer, die nach verschiedenen Methoden arbeiten, verschiedene Philosophien verfolgen, die nichts voneinander wissen und sich nie absprechen", klagt Professor Wolfgang Hinte von der Uni Duisburg-Essen. Theoretisch soll der Fallmanager die Arbeit der Träger koordinieren. "Aber die Kollegen in den Trägern wissen ja zwangsläufig viel mehr als wir. Da müssen wir schon aufpassen, dass nicht die uns steuern", gibt Teamleiter Oberst zu. Michaels Betreuer, Guido Braun, erklärt: "Ich sehe meine Jungs drei-, viermal die Woche. Das Jugendamt sieht sie nur zweimal im Jahr. Da ist es klar, dass die in der Regel auf meine Vorschläge eingehen."

Das Bielefelder Jugendamt arbeitet mit etwa 140 "Leistungserbringern" zusammen. Manche dieser freien Träger haben über 100 Mitarbeiter. Es gibt aber auch Freiberufler, die auf Honorarbasis für diverse Unternehmen arbeiten, als Subunternehmer. Wie in jeder anderen Branche sind auch bei der Jugendhilfe die Anbieter Konkurrenten. Alle kämpfen ums Überleben. Es geht um Arbeitsplätze. Und meistens um viel Geld.

Eine ambulante Familienhilfe kostet zwischen 500 und 1000 Euro im Monat und läuft meist über Jahre. Eine stationäre Unterbringung in einem Heim ist etwa so teuer wie in einem guten Hotel, zwischen 120 und 140 Euro am Tag. Wer entscheidet eigentlich, in welchem Heim ein Kind untergebracht wird? In den meisten Jugendämtern können die Fallmanager solche Aufträge freihändig vergeben, bis zu einer bestimmten Obergrenze. In Bielefeld liegt sie bei 130 Euro Unterbringungskosten pro Tag. Das wissen die Träger in Bielefeld natürlich und verlangen als Tagessatz 128 Euro. So muss der Fallmanager nie seinen Amtsleiter fragen. Eine praktische Lösung. Beim Bauamt würde man sofort Korruption wittern. Beim Jugendamt kommt niemand auf den Gedanken.

Die Interessen können auseinandergehen

Die ökonomischen Ziele des Trägers sind nicht immer identisch mit den Interessen des Jugendamtes oder denen der Familien. So laufen die Verträge für ambulante Familienhilfe in der Regel zunächst über ein halbes Jahr. Wenn nun aber der Sozialarbeiter nach einem Monat Betreuung der Familie feststellt: Die Krise war nur vorübergehend. Ich werde nicht mehr gebraucht. Wird er den Auftrag und die monatlichen Zahlungen von sich aus zurückgeben? Oder aber er stellt fest: Alles viel schlimmer. Die Kinder sollten aus der Familie geholt werden. Das bedeutet Wohngruppe. Das bedeutet anderer Träger. Das bedeutet Auftrag futsch. "Einige freie Träger geben ihren Mitarbeitern die Anweisung, niemals einen Auftrag zurückzugeben", sagt Peter Bringewat, Juraprofessor und Richter am Landgericht Lüneburg.

Inzwischen hat sich in Deutschland eine regelrechte Kinder- und Jugendhilfeindustrie entwickelt. Die Mitarbeiter in den Jugendämtern ersticken in Werbebroschüren und -Mails von Einrichtungen. Manche Wohnheime schicken ihre Vertreter auf deutschlandweite Rathaustour. Hilfsdesigner starten Marketingoffensiven in Schulen und Kindergärten, wo sie ihre neuesten Entwicklungen präsentieren. "Am nächsten Tag rappeln hier die Telefone", berichtet Teamleiter Oberst. Und dran sind Lehrer, die ein Kind in so eine teure Maßnahme stecken wollen. "Viele Träger sind stärker damit beschäftigt, neue Hilfen zu beantragen, statt tatsächlich Hilfe zu leisten", sagt Professor Neuffer.

Das rechtliche Fundament dieser Industrie ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz von 1990. In dessen Zentrum stehen nicht die Kinder, sondern die Eltern. Kinderrechte sind in Deutschland Elternrechte. Vor dem Gesetz hat der Staat zu Kindern das gleiche Verhältnis wie zum Hund. Mit dem darf der Halter machen, was er will. Nur nicht quälen. Wenn der Staat davon erfährt, steckt er das Tier ins Heim. Dasselbe Prinzip gilt auch bei Kindern. Niemand kann die Eltern zu etwas zwingen, auch das Jugendamt nicht. Nur bei "Kindeswohlgefährdung" - analog zur Tierquälerei - kann ein Gericht entscheiden, den Eltern das Kind wegzunehmen. Alles oder nichts.

Familienhilfe ist ein Recht, keine Pflicht

Darum kann das Jugendamt den Eltern auch keine Betreuung durch einen Sozialarbeiter vorschreiben. Ganz im Gegenteil: Die Familienhilfe ist ein Recht, auf das Eltern Anspruch haben. Diese Hilfe können sie beantragen, wie man Sozialhilfe oder Hartz IV beantragt. Aber man muss es nicht. Das Jugendamt ist lediglich die Behörde, die solche Anträge genehmigt. Das Gesetz geht stets von mündigen Eltern aus. Das gilt auch für die überforderten Eltern, sie schaffen es nicht, morgens aufzustehen, haben Probleme mit Drogen oder Alkohol, vermüllen die Wohnung, oder sie sind psychisch krank. Doch man erwartet, dass sie sich in einem Hilfedschungel zurechtfinden, der so komplex ist wie das Steuersystem. Die hilfsbedürftigen Eltern sollen selbst wählen, welcher Träger für sie richtig ist. Formal ist nicht das Jugendamt Auftraggeber, sondern die Eltern.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 19/2008

 
 
KOMMENTARE (10 von 32)
 
ojciec (15.05.2008, 16:34 Uhr)
tkubis
Sie haben Recht."Anrag auf Erziehungshilfe" ist betrachtet als Zugeständnis der elterliche Erziehungsfähigkeit. So ist auch Kindesentziehung und Fremdunterbringung, besser bekannt als Kinderklau durch Die Kinderklaubehörden, vorprogrammiert.
Die Umgangssprache deckt die Wahrheitauf auf. Es reicht nur nachzulesen in Wikipedia was passierte mit der Familie Haase.
ojciec (15.05.2008, 16:02 Uhr)
Ramteid-Unterlassen sie die Unterstellungen.
Etwas Neues was funktioniert ist weltweit , auch in EU zu beobachten seit 1945. Vor allem dort wo die übelste Strukturen des politischen Systems der Kontrolle der Familien durch JA-System abgeschafft wurde.
Fachaufsicht über JA-System ist nicht
vorhanden weil es so in Deutschland laut GG in Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung geregelt ist.
Warum denn nennen sich die JA-Funktionäre "Fachbehörde", wenn die Fachaufsicht fehlt und dadurch Dienstaufsicht nicht vorhanden ist?
Willkür der Politiker der "JA-Behörde"ist dagegen vorhanden, genauso wie die politisch motivierte und unter Zwang durchgeführte Sorgerechtsentscheidungen damals und heute.
www.rpdd.eu
ramteid (15.05.2008, 14:31 Uhr)
@ojciec - Ihre Antwort
Die liest sich gerade so, wie das was Sie verdammen wollen.Motto: Ich habe Recht - setzen! Von Ahnung, Sachlichkeit und Vernunft keine Spur. Man kann sich sicher über die fachliche Kompetenz so mancher Mitarbeiter streiten, aber Jugendämter mit Nazi u. - Stasizeit gleichzusetzen ist eine üble Unterstellung. Was abschaffen kann man schnel, etwas Neues mit Garantie, dass es funktioniert gibt es scheinbar nicht. Da steht bei Ihnen rein gar nichts.
Valdivia (13.05.2008, 20:58 Uhr)
Sehr guter Artikel
Sehr gut, dass ein Journalist dieses Thema aufgegriffen hat. Endlich! Deckt sich alles zu 100 % mit meinen Erfahrungen als Pflegemutter. Eine Anzeige bei der Polizei? "Dann müssten wir ja alle Herkunftseltern anzeigen." Auch die Zusammenarbeit der Institutionen ist ein Jammerspiel. Anders als ein Bauaumt hat das Jugendamt nicht einmal eine Aufsichtsbehörde, die sich um Auswüchse kümmern könnte.
Ich war vor einiger Zeit bei einer Fortbildung. Der Referent, ein Arzt und Bindungsfachmann, berichtete über einen 2jährigen Jungen aus der Chirurgie, der dort wegen Blinddarmproblemen war. Seine Kollegen hatten ihn zu dem Jungen geholt, und er stellte fest, dass der Bub massiv bindungsgestört und extrem depriviert war. Er habe dann das Jugendamt angerufen und gefragt, ob man das Kind dort kennen würde.
Antwort: "Ja, die Familie ist sehr schwierig." Geschwister waren wohl schon im Kindergarten aufgefallen, konnten keinen Löffel halten usw. Auf seinen Einwand, dass man das Kind doch nicht in solchen extrem deprivatorischen Verhältnissen belassen könne, kam erst Schweigen.
Und dann: "Wissen Sie, die Familie hat 7 Kinder. Und in demselben Haus lebt noch eine weitere Familie in ähnlichen Verhältnissen, die hat 5 Kinder. Dann muss ich 12 Kinder unterbringen, und das würde bei uns jeglichen Rahmen sprengen."
Was mich fast noch mehr entsetzt hat als dieser Satz war die Tatsache, dass kaum einer im Auditorium, das nach meiner Schätzung sicher mindestens zur Hälfte aus Fachkräften bestand, reagiert hat. Kein entsetztes Raunen oder so, nichts. War also wohl kein Einzelfall.
Ob ein Kind Hilfe bekommt, ist also tatsächlich eine reine Glücksache. Aber anders als in dem Artikel steht, dass ein Kind Hilfe bekommt, wenn es ihm schlecht genug geht, bekommen manche Kinder sie noch nicht einmal dann!
tkubis (13.05.2008, 18:07 Uhr)
Familien haben Angst vor dem Jugendamt!
Sehr häufig erlebe ich, dass sich Eltern an das Jugendamt wenden um Hilfe oder einen Rat zu erhalten. Ab diesem Moment scheint es für die Mitarbeiter dieser Behörde um eine Problemfamilie zu handeln. Häufig ist es dann so, dass die Ratsuchenden sehr schnell zu Querulanten degradiert werden, die nicht bereit sind, entsprechend der Vorgaben mitzuarbeiten. Eine Inobhutnahme nach §1666 BGB ist vorprogrammiert! Somit ist begründet, warum sich hilfesuchende Eltern nicht an das Jugendamt wenden. Aus Angst, ihnen wird das Kind weggenommen!
Aus meiner Sicht und aus langjähriger Erfahrung mit dieser Behörde, eine begründete Angst von Eltern vor diesen Jugendämtern!
ojciec (13.05.2008, 17:14 Uhr)
Familien in EU brauchen kein JA-System
Vorwurf der Unterstellung weise ich mit Entschiedenheit zurück. Belegen Sie einfach eine Unrichtigkeit in meinem Beitrag, falls vorhanden.
JA-System ist ein Relikt aus der Nazi und Stasi Zeit. Nicht deutsche Bürger Europas sehen es sofort. Nur die Deutsche haben es übersehen.
Deshalb werden mehrere Petitionen in der Angelegenheit der Abschaffung des deutschen JA-Systems vor dem EU Parlament verhandelt. Schluss damit.
Familien in EU brauchen kein JA-System. Es ist sicher.
ramteid (13.05.2008, 16:21 Uhr)
@ojciec - Unterstellung!
Nur sehr weniges ist in Ihrem Beitrag richtig. Höchstens die Frage nach dem Geld. Übelst finde ich die Unterstellung von Frau von der Leyen.
Auf jeden Fall sollte der Staat kontrollieren und nicht erst warten bis ein Unglück passiert. Wer für sein Kind zusätzliches bekommt, sollte sich schon einmal im Monat bei Fachkräften vorstellen. Ansonsten gibt es eben kein Geld.
ojciec (13.05.2008, 15:41 Uhr)
Es ist die höchste Zeit auch für Deutschland.
Frau Ministerin von der Leyen spricht sich gegen Zerschlagung des insuffizienten Jugendamtsystems und positioniert sich für totalitäre Kontrolle der Familien.(Wie in einem Polizeistaat weiterhin ohne Dienstaufsicht, weil ohne Fachaufsicht und ohne Kontrolle des Ministeriums)
Fragen stellt RA Stefan Hambura am 27.02.2008 in Berlin.
http://de.youtube.com/watch?v=AeELQXKVWF8&feature=related
Frau von der Leyen ist weder kontrollbefugt, noch weisungsbefugt wenn es sich um die Kinder in Deutschland und die Arbeit der Jugendämter handelt.Trotzdem organisiert Sie Pressekonferenzen und tut so als ob sie etwas zu sagen hätte.Es ist eine Täuschung
Jugendamt hat Nazihintergrund und Stasihintergrund.
Das darf man nicht vergessen.
In Deutschland wird im Durchschnitt 18000 € pro Familie mit Kindern als Familienhilfe ausgegeben und durch JA Funktionäre verwaltet. Wo ist das Geld?
Warum in allen Gerichtsinstanzen in Familiensachen sitzen im Sitzungssaal immer JA Funktionäre?
JA system wurde in Europa abgeschafft
in 1945, mit der Ausnahme von Deutschland und Österreich. Es ist die höchste Zeit auch für Deutschland.
loyal (13.05.2008, 10:12 Uhr)
Ach, ist das so....
... AnSchm und Paris1?
Erstens mal geht es hier nicht darum, was Väter durchleiden müssen - sondern was Kinder durchleiden.
Und wo ist die Statistik, die sagt, "viele betroffen Kinder kommen aus allein erziehenden Haushalten"?
Nö. Tun sie nicht. Es gibt allerdings viele allein erziehbare Eltern!, die immer wieder auf die Hilfe des Jugendamtes zurückgreifen können ( z.B. bei einem längeren Krankenhausaufenthalt)
Wir sind selber Pflegeeltern und viele der Kinder, die wir bekommen, kommen aus Haushalten wo gesoffen wird, sich die Eltern gegenseitig verprügeln (auch die Frauen übrigens) oder die Eltern auf Grund ihrer minderen Sozialkompetenz einfach nicht in der Lage sind ein Kind zu erziehen. Nun ja, poppen können sie alle.
Und es stimmt auch, keine zwei Jugendämter sind gleich. Wir haben mit mehreren Kontakt. Ich kann nur eines sagen, den Damen und Herren, die sich in der Region Hannover engagieren, sollte man den höchsten Respekt zollen. Arbeiten Sie doch mal bitte in einer Firma, wo alles, was sie tun, falsch ist/sein könnte.
Gehen Sie proaktiv auf die Familien zu, stören Sie nur und "mischen sich ein". Tun Sie nichts, nun ja, die Beispiele kennt jeder.
.
Ich gebe Eisenbaer Recht. MACHEN ist das Zauberwort. Aktiv werden und sich kommunalpolitisch und/oder sozial engagieren.
Maulen am Stammtisch kann jeder.
AnSchm (12.05.2008, 19:34 Uhr)
Wo sind die Väter
Viele betroffene Kinder kommen aus Alleinerziehenhaushalten.
Möglichweise könnten einige Kinder heute noch Leben, wenn man die
Väter dieser Kinder nicht ausgegrenzt hätte.
Wichtiger als die Jugendamtsaufsicht sind BEIDE Eltern für ein Kind.
In Deutschland sind Väter aber nur Eltern zweiter Klasse. Da muss man sich auch nicht über niedrige Geburtenraten wundern.
Trennungsväter werden nur in der Rolle als Zahlvater akzeptiert. In unserer Gesellschaft finden die Probleme
Unserer Kinder und deren Väter keine oder nur eine geringe Beachtung.
Die Gruppe der betroffenen Elternteile ist nicht gut genug organisiert, sonst könnten die Millionen Betroffene mit einem Kaufboykott deutscher Produkte und ein Ausweichen bei Einkäufen auf Nachbarländer ein wahrnehmbares Zeichen setzen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Kindesmisshandlung Fall Lea-Sophie lastet auf Schwerin

Der Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie hat eine Stadt verändert, in Schwerin ist nichts mehr wie es war. Der tragische Tod lastet auf der Landeshauptstadt. Die Zahl der Anzeigen wegen Kindeswohlgefährdung steigen, der Fall hat aber auch das politische Gefüge der Stadt zum Wanken gebracht. mehr...

Kindesmisshandlungen "...bis es eben ruhig ist"

Die meisten Kindesmisshandlungen verlaufen nach typischen Mustern, behauptet der Berliner Kinderchirurg Harald Mau. Im stern.de-Interview berichtet er über Täterkonstellationen und Verhaltensmuster, über die Ohnmacht geschlagener Kinder - und über sein schlimmstes Erlebnis. mehr...

Kindesmisshandlung Geprügelt, gequält, gedemütigt

Unfassbar: Geschätzte 1,4 Millionen Kinder werden Jahr für Jahr in Deutschland misshandelt, aber nur rund 3000 solcher Fälle aufgedeckt. stern-Mitarbeiter Manfred Karremann hat intensiv recherchiert - und präsentiert die Ergebnisse seiner Ermittlungen im stern. Sein Hauptaugenmerk galt dem tagelangen Martyrium der kleinen Karolina. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe