Der Chef der AfD-Nachwuchsorganisation, Jean-Pascal Hohm, strebt in die AfD-Spitze. Der Brandenburger Landtagsabgeordnete bestätigte eine Kandidatur für den Bundesvorstand beim Parteitag in Erfurt Anfang Juli. Die „Neue Zürcher Zeitung“ hatte zuvor berichtet.
„Die junge Generation ist ein entscheidender Teil der Zukunft unserer Partei. Sie bringt eigene Erfahrungen, neue Ideen und einen klaren Blick auf die Herausforderungen mit, vor denen Deutschland steht. Diese Perspektive möchte ich im Bundesvorstand einbringen: sachlich, verlässlich und im engen Schulterschluss mit unserer Partei“, sagte Hohm der Deutschen Presse-Agentur.
Die AfD wolle Regierungsverantwortung übernehmen und die Zukunft Deutschlands aktiv gestalten. Dafür brauche es Erfahrung, Geschlossenheit und den Mut, auch die nächste Generation frühzeitig einzubinden.
Der 29-jährige Hohm kommt aus Cottbus und ist seit deren Gründung im November 2025 Vorsitzender der Generation Deutschland (GD), der Nachwuchsorganisation der AfD.
Parteispitze räumt Hohm gute Chancen ein
Am ersten Juli-Wochenende trifft sich die AfD in Erfurt zu einem Parteitag, um turnusgemäß nach zwei Jahren ihre Führungsspitze neu zu wählen. Der Parteivorstand hat 14 Mitglieder plus dem AfD-Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland. Das Führungsduo Alice Weidel und Tino Chrupalla hat angekündigt erneut anzutreten, und dürfte wiedergewählt werden.
Die Parteispitze räumt Hohm gute Chancen auf einen Platz im Vorstand ein. Das folge einer gewissen Logik bei der Neugründung der AfD-Jugendorganisation, sagte Daniel Tapp, Sprecher von Parteichefin Weidel, auf Anfrage. „Will man die GD stark an die Partei binden, muss diese auch im Bundesvorstand vertreten sein.“
Dafür ausgesprochen hatte sich auch schon die Thüringer AfD um Landeschef und Parteirechtsaußen Björn Höcke. Thüringens AfD-Generalsekretär Daniel Haseloff hatte auf junge Wähler verwiesen. Es sei wichtig, dass die Partei nicht versteinere und Einfluss der Jugend in den Bundesvorstand komme.
GD-Gründung nach Auflösung Junger Alternative
Die AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) war Ende November neu gegründet worden. Von der Vorgängerorganisation Junge Alternative (JA) hatte sich die AfD getrennt, die JA löste sich auf. Sie war als eigenständiger Verein nur lose an die AfD angebunden, der Einfluss der Mutterpartei war begrenzt. Mitglieder – mit Ausnahme der Vorstände – mussten nicht Mitglied der Partei sein. Mitglied in der GD kann in der Regel jetzt nur noch sein, wer auch schon in der AfD ist. Verstöße gegen Regeln oder Fehlverhalten können somit geahndet werden, bis hin zum Parteiausschluss.