. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
10. Mai 2008, 10:14 Uhr

"Alle murksen vor sich hin"

Teamleiter Herbert Oberst trägt den Sitz fürs Auto: Ein Kind muss aus seiner Familie geholt werden© Thomas Rabsch

Die Folgen sind weitreichend. Wenn ein Betreuer wie Guido Braun in einer Familie mal Tacheles redet, dann kann es ihm passieren, dass der Vater oder die Mutter - also sein Auftraggeber - sagt: Maßnahme beendet, morgen brauchst du nicht mehr zu kommen. Davor haben alle Angst: der freie Träger und das Jugendamt. Und die Kinder wären im Wortsinn die Leidtragenden. Oberste Priorität der Kinder- und Jugendhilfe ist es also, die Eltern bei Laune zu halten.

Was bei denen ganz schlecht ankommt, ist Kontakt mit der Polizei. Nun arbeitet die Jugendhilfe oft in einem Milieu, in dem es zu Straftaten kommt. Der Stiefvater verprügelt die Mutter, oder der Bruder dealt. Das bekommen die Betreuer mit und auch die Mitarbeiter vom Jugendamt. Sollen sie die Straftaten anzeigen und damit die Kooperationsbereitschaft der Familie riskieren?

"Der Täter ist in der stärkeren Position"

"Von denen bekommen wir null Informationen. Das ist für uns ein Bermudadreieck", klagt Klaus Jansen, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. "Die Sozialarbeiter spielen sich auf wie Staatsanwalt und Richter in einem. Die meinen, sie könnten entscheiden, wann eine Straftat verfolgt wird und wann nicht. Wer sich das anmaßt, stellt sich außerhalb unseres Rechtsstaates", sagt Jansen. Besonders beunruhigend finden die Kriminalbeamten die Position der freien Träger. "Wenn der Straftäter dem Sozialarbeiter jederzeit kündigen kann, ist ja der Täter von Haus aus in der stärkeren Position. Das ist doch unerträglich."

Vermutlich wäre es unverhältnismäßig, wenn ein Sozialarbeiter seine Klienten anzeigt, wenn sie schwarzfahren oder Graffiti sprühen. Doch wo ist die Grenze? Regeln oder zumindest Standards existieren nicht. Das Gesetz lässt die Sozialarbeiter in diesem Dilemma allein. "Ich sage meinen Klienten immer, dass ich von ihren Straftaten gar nichts wissen will", sagt Guido Braun. Das bedeutet jedoch: Über ganz wesentliche Erfahrungen und Probleme im Leben der Kinder kann nicht gesprochen werden.

März 2005: Die Inschrift auf dem Grabstein von Jessica aus Hamburg. Sie war, von ihren Eltern in der Wohnung versteckt, verhungert. Ein "Opfer des Behördendschungels", so später ein Untersuchungsausschuss© Roland Magunia/DDP

Zwischen den Polizisten und Sozialarbeitern stehen Weltanschauungen. So problematisch das Verhältnis auch ist: Die Polizei ist immer noch der beste Partner, den die Jugendämter haben. Mit allen anderen Institutionen klappt die Zusammenarbeit noch schlechter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Jugendinstitutes. Um das Wohl der Kinder sorgen sich in Deutschland neben der Polizei, den Jugendämtern und ungezählten freien Trägern auch die Gesundheitsämter, die Sozialämter, Kindergärten, Schulen, Ärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen und Therapeuten. "Es gibt viel Hilfe. Es ist auch genügend Geld im System. Aber alle murksen vor sich hin, und niemand koordiniert die Hilfen und die Geldströme", sagt Professor Hinte aus Essen. "Wir brauchen dringend ein integriertes System."

Isoliertes Wissen durch den Datenschutz

Über ein Kind in Not sammeln diverse Institutionen Informationen. Aber keiner teilt sein Wissen mit einem der anderen. Nicht aus bösem Willen. Datenschutz. So darf das Jugendamt die freien Träger nicht in die Akten schauen lassen. Was das Amt über eine Familie weiß, darf Guido Braun noch lange nicht wissen. Auch zwischen Jugendamt und Schule herrscht oft Funkstille. Schulen werden von den Ländern gesteuert, Jugendämter von den Kommunen. Nur in wenigen Ländern ist die Zusammenarbeit der Schulen mit dem Jugendamt im Schulgesetz geregelt. Lehrer dürfen sich nicht einfach so ans Jugendamt wenden. "Viele Lehrer haben zudem absolut keine Ahnung, wie das Jugendamt arbeitet", sagt Mike Seckinger vom Jugendinstitut.

Oft erschwert diese Geheimniskrämerei lediglich die Arbeit. Bei Kinderärzten wird sie lebensgefährlich. Nur im absoluten Notfall darf der Arzt seine Schweigepflicht verletzen. Aber wem soll er sich anvertrauen? Dem Gesundheitsamt? Der Polizei? Dem Jugendamt? Und wann ist die Grenze erreicht? Es gibt keine Regeln. Auch der Arzt muss das Dilemma mit sich allein aushandeln. Jeder macht es, wie er gerade denkt. Inzwischen schließen sich einzelne Kliniken und niedergelassene Kinderärzte in Netzwerken zusammen. Sie bauen Datensysteme auf, in denen Auffälligkeiten bei Kindern registriert werden. Prügelnde Eltern wechseln nämlich oft den Kinderarzt. Dann bleiben sie länger unentdeckt. Doch selbst wenn die Vernetzung der Ärzte klappt - sie warnen sich nur gegenseitig. Das Jugendamt hat keinen Zugriff auf ihre Informationen.

In der Realität bekommen dessen Mitarbeiter täglich Anrufe von Ärzten, von Kindergärtnerinnen oder von Lehrern. Die Informanten verhalten sich verantwortungsvoll. Aber häufig illegal. Ganz oft funktioniert der Schutz der Kinder in Deutschland also nicht wegen des Systems, sondern dem zum Trotz.

Manche laufen vor dem Jugendamt davon

Am problematischsten ist die Zusammenarbeit der Jugendämter jedoch mit den Jugendämtern. So ein Problem liegt gerade auf dem Schreibtisch der Sozialpädagogin Birgit Neuheuser. Im Bielefelder Jugendamt gehört sie zum Team von Herbert Oberst. Sie bearbeitet die Akte eines Jungen, der von seiner Mutter allein erzogen wird. Besser gesagt von der Sozialarbeiterin eines freien Trägers. Die Mutter ist psychisch krank. Manchmal geht's ihr gut, und sie bewältigt ihr Leben einigermaßen. Dann wieder stürzt sie ab, säuft und liegt Wochen nur im abgedunkelten Schlafzimmer. Keine eindeutige Kindeswohlgefährdung, aber ein typischer Grenzfall. Birgit Neuheuser hatte bereits darüber nachgedacht, mit der Mutter über eine Heimunterbringung des Sohnes zu sprechen. "Und schon ist sie weg. Umzug in eine andere Stadt", sagt Neuheuser. "Viele Eltern ziehen weg, wenn sie merken, dass es eng wird. Hier lebte die Frau auch nicht lange. Vermutlich ist sie schon oft vor dem Jugendamt davongelaufen."

Auf den Fluren des Jugendamtes sieht es nicht anders aus als im Bauamt© Thomas Rabsch

Vermutlich? Wieso weiß das Jugendamt nichts über die Vorgeschichte? "Wir dürfen unsere Akten nicht einfach an andere Jugendämter weitergeben", erklärt Neuheuser. Sie weiß, wohin ihre Klientin gezogen ist. Den Kollegen, die jetzt für sie zuständig sind, darf das Bielefelder Jugendamt allenfalls mitteilen, dass die Mutter in Bielefeld betreut wurde. Mehr nicht. "Die Akte bleibt hier im Schrank kleben." In der neuen Stadt beginnen Mutter und Kind wieder bei null. Das Kind bleibt ohne Hilfe. Das System wartet. Und wartet. Und wartet. Bis die Mutter wieder im dunklen Zimmer liegt. Auch davon muss das Jugendamt erst noch erfahren. Eine weitere Verzögerung. Irgendwann kommt endlich ein neuer Sozialarbeiter. Bald darauf der nächste Umzug. Datenschutz geht vor Kinderschutz.

Damit mag Birgit Neuheuser sich nicht abfinden. Zwischen Akte-Weiterleiten und totaler Verschwiegenheit gibt es eine rechtliche Grauzone. Irgendwie schafft sie es meistens, dass die Kollegen im neuen Jugendamt den Ernst der Lage begreifen. Und wieder gelingt der Schutz des Kindes nur, wenn man geschickt mit den Regeln jongliert. "Aber das ist natürlich sehr heikel. Die meisten machen das nicht. Das erleben wir ja, wenn Klienten zu uns ziehen. Vom abgebenden Amt kriegen wir in der Regel null Informationen."

Oft fehlt einfach die Zeit

Nicht nur der Datenschutz hindert die Jugendämter an der Zusammenarbeit. Oft fehlt einfach die Zeit dazu. In Bielefeld ist jeder Mitarbeiter im Jugendamt für 55 Fälle zuständig, für 55 Kinder. "Das ist die absolute Grenze. Mehr wäre unverantwortlich", sagt Teamleiter Oberst. In vielen Jugendämtern muss ein Mitarbeiter jedoch 100, 200, manchmal sogar 300 Fälle gleichzeitig im Blick behalten. In einer solchen Situation, wenn ein Mitarbeiter im öffentlichen Dienst seine Aufgaben nicht mehr verantwortlich erledigen kann, schreibt er eine "Überlastanzeige". Das ist die Notbremse. Damit macht man sich nicht beliebt. Oft bedeutet es das Ende der Karriere. "Die Mitarbeiter schreiben eine Überlastanzeige nach der anderen, aber nichts passiert", weiß Professor Bringewat aus Lüneburg. Seine Kollegin Anne Lenze, Professorin für Kinder- und Jugendhilferecht an der Hochschule Darmstadt, berichtet von Jugendämtern, "in denen können die Mitarbeiter gar keine ambulanten Erziehungshilfen mehr gewähren. Die sind so überlastet, dass sie nur noch Feuerwehreinsätze machen können. So ein Zustand widerspricht eindeutig den gesetzlichen Verpflichtungen".

Wenn die Lebenssituation in einer Familie der Entwicklung eines Kindes bereits schadet, dann muss das Jugendamt Hilfe anbieten. Das ist eine Pflichtaufgabe des Staates. Doch wenn viele Jugendämter nicht mal in der Lage sind, ihre Pflicht zu erfüllen, wie sieht es dann wohl mit den Aufgaben aus, die sinnvoll und notwendig sind, zu denen die Kommune aber nicht absolut verpflichtet ist? Dazu gehört die Prävention. Dafür zu sorgen, dass einem Kind erst gar kein Schaden zugefügt wird, ist für den Staat nur eine Kann-Aufgabe. "Die Jugendämter geben immer weniger für die Prävention aus, weil sie das Geld für die Rehabilitation brauchen", sagt Mike Seckinger vom Jugendinstitut. Immer mehr für Rehabilitation, also für Reparatur, immer weniger für Vorbeugung. Doch es gibt kein Entrinnen: Die Probleme der überforderten Eltern lösen sich nicht von allein. Irgendwann geht es dem Kind schließlich schlecht genug, und das Jugendamt muss eingreifen. Jetzt wird es richtig teuer. Und damit ist noch weniger Geld für die Prävention übrig. Der klassische Teufelskreis. "Im Moment haben viele Jugendämter genau den kritischen Punkt erreicht, an dem die Kosten explodieren", sagt Professor Hinte aus Essen.

Im Bielefelder Jugendamt versucht man, die Explosion zu verhindern und legt darum Wert auf Prävention. "Nicht nur aus moralischen Gründen. Schon in wenigen Jahren zahlen sich die Investitionen für die Stadt aus", sagt Tim Kähler. Er ist Sozialdezernent der Stadt und damit oberster Chef des Jugendamtes. Bei den Sparrunden der vergangenen Jahre blieb der Kinderschutz stets verschont. Es werden sogar neue Mitarbeiter eingestellt. Bielefeld ist zudem kein sozialer Brennpunkt, sondern eine der sichersten deutschen Städte. Ideale Verhältnisse. Kählers Jugendamt gilt bundesweit als ein Vorzeigebeispiel seiner Disziplin. Vermutlich kann man in der Universitätsstadt das Maximum dessen besichtigen, wozu ein deutsches Jugendamt fähig ist. Mehr geht nicht.

Tim Kähler könnte also zufrieden sein. Doch genau das ist er nicht. Das Ergebnis beunruhigt ihn zutiefst. Dass sein Jugendamt mit seinen vielen Unzulänglichkeiten bereits zum Besten gehört, was die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland überhaupt leisten kann, das hält er für ein Alarmsignal. "Das ganze Jugendhilfesystem war doch gedacht für die Gesellschaft der 80er Jahre. Dafür hat es vielleicht mal gepasst. Aber heute haben wir eine komplett andere Gesellschaft."

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 19/2008

Von Walter Wüllenweber
1 2 3
weiter  
 
 
KOMMENTARE (10 von 32)
 
ojciec (15.05.2008, 16:34 Uhr)
tkubis
Sie haben Recht."Anrag auf Erziehungshilfe" ist betrachtet als Zugeständnis der elterliche Erziehungsfähigkeit. So ist auch Kindesentziehung und Fremdunterbringung, besser bekannt als Kinderklau durch Die Kinderklaubehörden, vorprogrammiert.
Die Umgangssprache deckt die Wahrheitauf auf. Es reicht nur nachzulesen in Wikipedia was passierte mit der Familie Haase.
ojciec (15.05.2008, 16:02 Uhr)
Ramteid-Unterlassen sie die Unterstellungen.
Etwas Neues was funktioniert ist weltweit , auch in EU zu beobachten seit 1945. Vor allem dort wo die übelste Strukturen des politischen Systems der Kontrolle der Familien durch JA-System abgeschafft wurde.
Fachaufsicht über JA-System ist nicht
vorhanden weil es so in Deutschland laut GG in Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung geregelt ist.
Warum denn nennen sich die JA-Funktionäre "Fachbehörde", wenn die Fachaufsicht fehlt und dadurch Dienstaufsicht nicht vorhanden ist?
Willkür der Politiker der "JA-Behörde"ist dagegen vorhanden, genauso wie die politisch motivierte und unter Zwang durchgeführte Sorgerechtsentscheidungen damals und heute.
www.rpdd.eu
ramteid (15.05.2008, 14:31 Uhr)
@ojciec - Ihre Antwort
Die liest sich gerade so, wie das was Sie verdammen wollen.Motto: Ich habe Recht - setzen! Von Ahnung, Sachlichkeit und Vernunft keine Spur. Man kann sich sicher über die fachliche Kompetenz so mancher Mitarbeiter streiten, aber Jugendämter mit Nazi u. - Stasizeit gleichzusetzen ist eine üble Unterstellung. Was abschaffen kann man schnel, etwas Neues mit Garantie, dass es funktioniert gibt es scheinbar nicht. Da steht bei Ihnen rein gar nichts.
Valdivia (13.05.2008, 20:58 Uhr)
Sehr guter Artikel
Sehr gut, dass ein Journalist dieses Thema aufgegriffen hat. Endlich! Deckt sich alles zu 100 % mit meinen Erfahrungen als Pflegemutter. Eine Anzeige bei der Polizei? "Dann müssten wir ja alle Herkunftseltern anzeigen." Auch die Zusammenarbeit der Institutionen ist ein Jammerspiel. Anders als ein Bauaumt hat das Jugendamt nicht einmal eine Aufsichtsbehörde, die sich um Auswüchse kümmern könnte.
Ich war vor einiger Zeit bei einer Fortbildung. Der Referent, ein Arzt und Bindungsfachmann, berichtete über einen 2jährigen Jungen aus der Chirurgie, der dort wegen Blinddarmproblemen war. Seine Kollegen hatten ihn zu dem Jungen geholt, und er stellte fest, dass der Bub massiv bindungsgestört und extrem depriviert war. Er habe dann das Jugendamt angerufen und gefragt, ob man das Kind dort kennen würde.
Antwort: "Ja, die Familie ist sehr schwierig." Geschwister waren wohl schon im Kindergarten aufgefallen, konnten keinen Löffel halten usw. Auf seinen Einwand, dass man das Kind doch nicht in solchen extrem deprivatorischen Verhältnissen belassen könne, kam erst Schweigen.
Und dann: "Wissen Sie, die Familie hat 7 Kinder. Und in demselben Haus lebt noch eine weitere Familie in ähnlichen Verhältnissen, die hat 5 Kinder. Dann muss ich 12 Kinder unterbringen, und das würde bei uns jeglichen Rahmen sprengen."
Was mich fast noch mehr entsetzt hat als dieser Satz war die Tatsache, dass kaum einer im Auditorium, das nach meiner Schätzung sicher mindestens zur Hälfte aus Fachkräften bestand, reagiert hat. Kein entsetztes Raunen oder so, nichts. War also wohl kein Einzelfall.
Ob ein Kind Hilfe bekommt, ist also tatsächlich eine reine Glücksache. Aber anders als in dem Artikel steht, dass ein Kind Hilfe bekommt, wenn es ihm schlecht genug geht, bekommen manche Kinder sie noch nicht einmal dann!
tkubis (13.05.2008, 18:07 Uhr)
Familien haben Angst vor dem Jugendamt!
Sehr häufig erlebe ich, dass sich Eltern an das Jugendamt wenden um Hilfe oder einen Rat zu erhalten. Ab diesem Moment scheint es für die Mitarbeiter dieser Behörde um eine Problemfamilie zu handeln. Häufig ist es dann so, dass die Ratsuchenden sehr schnell zu Querulanten degradiert werden, die nicht bereit sind, entsprechend der Vorgaben mitzuarbeiten. Eine Inobhutnahme nach §1666 BGB ist vorprogrammiert! Somit ist begründet, warum sich hilfesuchende Eltern nicht an das Jugendamt wenden. Aus Angst, ihnen wird das Kind weggenommen!
Aus meiner Sicht und aus langjähriger Erfahrung mit dieser Behörde, eine begründete Angst von Eltern vor diesen Jugendämtern!
ojciec (13.05.2008, 17:14 Uhr)
Familien in EU brauchen kein JA-System
Vorwurf der Unterstellung weise ich mit Entschiedenheit zurück. Belegen Sie einfach eine Unrichtigkeit in meinem Beitrag, falls vorhanden.
JA-System ist ein Relikt aus der Nazi und Stasi Zeit. Nicht deutsche Bürger Europas sehen es sofort. Nur die Deutsche haben es übersehen.
Deshalb werden mehrere Petitionen in der Angelegenheit der Abschaffung des deutschen JA-Systems vor dem EU Parlament verhandelt. Schluss damit.
Familien in EU brauchen kein JA-System. Es ist sicher.
ramteid (13.05.2008, 16:21 Uhr)
@ojciec - Unterstellung!
Nur sehr weniges ist in Ihrem Beitrag richtig. Höchstens die Frage nach dem Geld. Übelst finde ich die Unterstellung von Frau von der Leyen.
Auf jeden Fall sollte der Staat kontrollieren und nicht erst warten bis ein Unglück passiert. Wer für sein Kind zusätzliches bekommt, sollte sich schon einmal im Monat bei Fachkräften vorstellen. Ansonsten gibt es eben kein Geld.
ojciec (13.05.2008, 15:41 Uhr)
Es ist die höchste Zeit auch für Deutschland.
Frau Ministerin von der Leyen spricht sich gegen Zerschlagung des insuffizienten Jugendamtsystems und positioniert sich für totalitäre Kontrolle der Familien.(Wie in einem Polizeistaat weiterhin ohne Dienstaufsicht, weil ohne Fachaufsicht und ohne Kontrolle des Ministeriums)
Fragen stellt RA Stefan Hambura am 27.02.2008 in Berlin.
http://de.youtube.com/watch?v=AeELQXKVWF8&feature=related
Frau von der Leyen ist weder kontrollbefugt, noch weisungsbefugt wenn es sich um die Kinder in Deutschland und die Arbeit der Jugendämter handelt.Trotzdem organisiert Sie Pressekonferenzen und tut so als ob sie etwas zu sagen hätte.Es ist eine Täuschung
Jugendamt hat Nazihintergrund und Stasihintergrund.
Das darf man nicht vergessen.
In Deutschland wird im Durchschnitt 18000 € pro Familie mit Kindern als Familienhilfe ausgegeben und durch JA Funktionäre verwaltet. Wo ist das Geld?
Warum in allen Gerichtsinstanzen in Familiensachen sitzen im Sitzungssaal immer JA Funktionäre?
JA system wurde in Europa abgeschafft
in 1945, mit der Ausnahme von Deutschland und Österreich. Es ist die höchste Zeit auch für Deutschland.
loyal (13.05.2008, 10:12 Uhr)
Ach, ist das so....
... AnSchm und Paris1?
Erstens mal geht es hier nicht darum, was Väter durchleiden müssen - sondern was Kinder durchleiden.
Und wo ist die Statistik, die sagt, "viele betroffen Kinder kommen aus allein erziehenden Haushalten"?
Nö. Tun sie nicht. Es gibt allerdings viele allein erziehbare Eltern!, die immer wieder auf die Hilfe des Jugendamtes zurückgreifen können ( z.B. bei einem längeren Krankenhausaufenthalt)
Wir sind selber Pflegeeltern und viele der Kinder, die wir bekommen, kommen aus Haushalten wo gesoffen wird, sich die Eltern gegenseitig verprügeln (auch die Frauen übrigens) oder die Eltern auf Grund ihrer minderen Sozialkompetenz einfach nicht in der Lage sind ein Kind zu erziehen. Nun ja, poppen können sie alle.
Und es stimmt auch, keine zwei Jugendämter sind gleich. Wir haben mit mehreren Kontakt. Ich kann nur eines sagen, den Damen und Herren, die sich in der Region Hannover engagieren, sollte man den höchsten Respekt zollen. Arbeiten Sie doch mal bitte in einer Firma, wo alles, was sie tun, falsch ist/sein könnte.
Gehen Sie proaktiv auf die Familien zu, stören Sie nur und "mischen sich ein". Tun Sie nichts, nun ja, die Beispiele kennt jeder.
.
Ich gebe Eisenbaer Recht. MACHEN ist das Zauberwort. Aktiv werden und sich kommunalpolitisch und/oder sozial engagieren.
Maulen am Stammtisch kann jeder.
AnSchm (12.05.2008, 19:34 Uhr)
Wo sind die Väter
Viele betroffene Kinder kommen aus Alleinerziehenhaushalten.
Möglichweise könnten einige Kinder heute noch Leben, wenn man die
Väter dieser Kinder nicht ausgegrenzt hätte.
Wichtiger als die Jugendamtsaufsicht sind BEIDE Eltern für ein Kind.
In Deutschland sind Väter aber nur Eltern zweiter Klasse. Da muss man sich auch nicht über niedrige Geburtenraten wundern.
Trennungsväter werden nur in der Rolle als Zahlvater akzeptiert. In unserer Gesellschaft finden die Probleme
Unserer Kinder und deren Väter keine oder nur eine geringe Beachtung.
Die Gruppe der betroffenen Elternteile ist nicht gut genug organisiert, sonst könnten die Millionen Betroffene mit einem Kaufboykott deutscher Produkte und ein Ausweichen bei Einkäufen auf Nachbarländer ein wahrnehmbares Zeichen setzen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Kindesmisshandlung Fall Lea-Sophie lastet auf Schwerin

Der Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie hat eine Stadt verändert, in Schwerin ist nichts mehr wie es war. Der tragische Tod lastet auf der Landeshauptstadt. Die Zahl der Anzeigen wegen Kindeswohlgefährdung steigen, der Fall hat aber auch das politische Gefüge der Stadt zum Wanken gebracht. mehr...

Kindesmisshandlungen "...bis es eben ruhig ist"

Die meisten Kindesmisshandlungen verlaufen nach typischen Mustern, behauptet der Berliner Kinderchirurg Harald Mau. Im stern.de-Interview berichtet er über Täterkonstellationen und Verhaltensmuster, über die Ohnmacht geschlagener Kinder - und über sein schlimmstes Erlebnis. mehr...

Kindesmisshandlung Geprügelt, gequält, gedemütigt

Unfassbar: Geschätzte 1,4 Millionen Kinder werden Jahr für Jahr in Deutschland misshandelt, aber nur rund 3000 solcher Fälle aufgedeckt. stern-Mitarbeiter Manfred Karremann hat intensiv recherchiert - und präsentiert die Ergebnisse seiner Ermittlungen im stern. Sein Hauptaugenmerk galt dem tagelangen Martyrium der kleinen Karolina. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe