5. April 2013, 12:30 Uhr

Kühlsystem bereitet weiter Probleme

Drei Stunden lang war ein Abklingbecken des schwer beschädigten Atomkraftswerks Fukushima am Freitag ohne Kühlung. Bevor es gefährlich wurde, konnte der Defekt aber behoben werden.

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Dieses Foto zeigt Trümmerteile im Abklingbecken neben Reaktor drei des japanischen Kernkraftwerks Fukushima. AKW-Betreiber Tepco hatte das Bild bereits im Februar 2013 veröffentlicht.©

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind erneut technische Probleme aufgetreten. Wie die Atombehörde des Landes mitteilte, fiel am Freitag das Kühlsystem eines Abklingbeckens bei Reaktor drei aus. Ein Warnsystem habe Probleme mit der elektronischen Anlage gemeldet, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo die Behörde. Die Abklingbecken sollen ein Überhitzen der verbrauchten Brennstäbe und damit eine Kernschmelze verhindern.

Drei Stunden habe es nach Angaben des Betreibers Tepco gedauert, bis das Kühlsystem wiederhergestellt wurde. Als Ursache für den Defekt vermutet die Firma Arbeiten an technischen Schutzmechanismen. Eine unmittelbare Gefahr für die Umgebung habe nicht bestanden. Die Temperatur des Kühlbeckens lag Tepco zufolge mit 15,1 Grad weit unter dem Sicherheitsgrenzwert von 65 Grad, erhöhte Radioaktivität wurde nicht gemessen. Laut Tepco dauert es etwa zwei Wochen, bis die Brennstäbe ohne funktionierende Kühlung überhitzen.

Sicherheitssituation bleibt fragil

Das öffentliche Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Energieversorgers dürfte durch den Vorfall allerdings nicht gestiegen sein. Erst im März diesen Jahres waren vier Kühlbecken für 30 Stunden ausgefallen. Eine Ratte war in die Systeme gelangt und hatte einen Kurzschluss in der Schaltanlage verursacht.

In dem Atomkraftwerk im Nordosten Japans war es infolge eines verheerenden Erdbebens und eines Tsunamis am 11. März 2011 in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Es war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl im Jahr 1986. Inzwischen gilt die Situation in den Meilern von Fukushima zwar als stabilisiert, aber weiterhin fragil.

jwi/DPA/AFP
 
 
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