HOME

+++ Liveticker zur Jahrhundertkatastrophe in Japan +++: Reaktorblock 2 mit Meerwasser geflutet

Fieberhafter Kampf gegen eine Kernschmelze: Der Reaktorblock 2 des AKW Fukushima, in dem Brennstäbe zweitweise trocken lagen, wurde mit Meerwasser geflutet. Alle Infos im Liveticker.

+++ 21.22 Uhr: Techniker fluten Reaktorblock +++

Im Kampf gegen die drohende Kernschmelze haben die Techniker im Atomkraftwerk Fukushima den Reaktorblock 2 mit Meerwasser geflutet. Auf diese Weise sollen die heißen Brennstäbe gekühlt und die Gefahr der Kernschmelze gebannt werden. Seit dem verheerenden Erdbeben vom vergangenen Freitag ist das Kühlsystem defekt. Bevor der Block geflutet wurde, lagen die Brennstäbe fast zweieinhalb Stunden lang trocken - eine Situation, die unweigerlich zum GAU führt, wenn sie nicht beseitigt wird.

+++ 20.25 Uhr: Angespannte Ruhe in Japan +++

Tiefe Nacht in Japan. Doch die Ruhe ist angespannt. Hunderttausende verbringen ihre dritte oder vierte Nacht in Notunterkünften. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Jederzeit könnte zudem die nukleare Katastrophe einsetzen. Die Techniker im Atomkraftwerk Fukushima liefern sich einen dramatischen Wettlauf mit der Zeit. Dort ist an Schlaf nicht zu denken. In drei Reaktoren des AKW droht weiterhin eine Kernschmelze und damit der Super-GAU.

+++ 19.36 Uhr: Katastrophe gefährdet die Weltwirtschaft +++

Die Katastrophe in Japan haben am Montag die Börsianer an der Wall Street verunsichert. Experten fürchten größere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. "Das Erdbeben könnte weltwirtschaftlich große Folgen haben", heißt es unter den Brokern in New York. "Wenn man Japan dichtmacht, dann könnte das zu einer globalen Rezession führen." Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

+++ 18.17 Uhr: Wulff bittet um Spenden für Japan +++

Bundespräsident Christian Wulff hat alle Deutschen zu Spenden für Japan aufgerufen. "Ich werde das auch tun", versicherte er bei einem Treffen mit dem japanischen Botschafter Takahiro Shinyo, mit gutem Beispiel voranzugehen. "Es ist mir ein ehrliches und aufrichtiges Anliegen, das Mitgefühl aller Deutschen auszudrücken", sagte Wulff.

+++ 18.10 Uhr: Atombehörde glaubt nicht an zweites Tschernobyl +++

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Amano, bezeichnet es als sehr unwahrscheinlich, dass sich die Störfälle im japanischen AKW Fukushima zu einem zweiten Tschernobyl entwickeln könnte.

+++ 17.48 Uhr: Japan bittet USA um Hilfe +++

Japan bittet die USA nach Angaben der US-Atomregulierungsbehörde offiziell um Hilfe bei der Kühlung der durch das Erdbeben beschädigten AKW. Das Hilfeersuchen werde geprüft.

+++ 17.36 Uhr: WHO sieht nur geringe Gesundheitsgefahr +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht durch die Unfälle in japanischen Atommeilern derzeit nicht die Gefahr großer gesundheitlicher Schäden für Menschen. "Von dem, was wir zur Zeit über die Höhe der radioaktiven Strahlung wissen, ist das Gesundheitsrisiko für Japan minimal", sagte WHO-Sprecher Gregory Hartl. "Das heißt, wenn jemand betroffen ist, ist das Risiko nicht sehr hoch", fügte er hinzu.

Hartl erklärte, es sei nur "sehr wenig" Radioaktivität aus den beschädigten Reaktoren in Japan ausgetreten. Außerdem seien die Menschen bereits in Sicherheit gebracht worden, als es zu den Vorfällen kam. Nach WHO-Angaben wurde bei 22 Menschen, die in der betroffenen Region leben, "eine geringe Menge Radioaktivität" gemessen.

+++ 17.30 Uhr: Japan bittet IAEO um Hilfe +++

Japan hat die Internationale Atomenergiebehörde IAEO wegen der Unfälle in den Kernkraftwerken um Hilfe gebeten. Die japanische Regierung habe bei seiner Behörde die Entsendung einer Expertenmission angefragt, sagte IAEO-Chef Yukiya Amano. Man diskutiere mit Japan momentan die Details. Amano sprach außerdem Japan seine Anerkennung für die Bemühungen um die Stabilisierung der Reaktoren nach der Erdbebenkatastrophe aus: "Die Sicherheitsbehälter haben gehalten, und die Freisetzung von Radioaktivität ist begrenzt."

+++ 17.00 Uhr: Erdbeben zerstörte fast 73.000 Häuser +++

Das Erdbeben und der anschließende Tsunami haben in Japan insgesamt 72.945 Gebäude zerstört oder dauerhaft unbenutzbar gemacht. Diese Zahl nannte das Innenministerium in Tokio nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Das Erdbeben mit der Stärke 9,0 hatte am Freitag eine gewaltige Flutwelle ausgelöst, die große Küstengebiete verwüstete.

+++ 16.50 Uhr: US-Marine setzt Hilfseinsatz fort +++

Die US-Marine hat den Hilfseinsatz ihrer Schiffe vor der japanischen Küste wieder aufgenommen. Am Montagabend (Ortszeit) hatte sie die Aktion zunächst wegen einer leichten Verstrahlung von Hubschraubern und Besatzungsmitgliedern ausgesetzt. Der Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" und andere Schiffe der Siebten Flotte drehten daraufhin ab, um nicht mehr Winden aus Richtung des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima Eins ausgesetzt zu sein. Mittlerweile laufe die Hilfsoperation aber wieder, sagte ein Sprecher der US-Marine.

+++ 16.16 Uhr: Brennstäbe in Block 2 wieder ohne Wasser +++

Die Brennstäbe im zweiten Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima 1 ragen nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo wieder in vollem Umfang aus dem Wasser heraus. Damit nimmt das akute Risiko einer bedrohlichen Kernschmelze weiter zu. Zuvor hatte die Betreibergesellschaft Tepco erklärt, es werde versucht, den Reaktor mit Seewasser zu fluten. Anschließend hieß es, die Brennstäbe stünden wieder zur Hälfte unter Wasser.

Der Luftdruck innerhalb des Reaktors sei gestiegen, nachdem das Luftstrommessgerät versehentlich ausgeschaltet worden sei, berichtete der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NHK. Dadurch sei die Zufuhr kühlenden Wassers in den Reaktor gestoppt worden, wodurch es gegen 23.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MEZ) zur völligen Freilegung der Brennstäbe gekommen sei. Regierungssprecher Yukio Edano hatte noch zuvor erklärt, er hoffe, dass die anhaltenden Arbeiten, den Reaktor 2 zu kühlen, die Situation stabilisieren würden.

+++ 15.45 Uhr: 17 Franzosen vermisst +++

Drei Tage nach Beginn der Katastrophe in Japan werden 17 Franzosen vermisst. Bislang gebe es noch keine Bestätigung für französische Todesopfer, teilte das Außenministerium in Paris mit. Insgesamt hielten sich etwa 9000 Franzosen in Japan auf, davon 7000 in der Region von Tokio. Das Ministerium richtete eine Notfallnummer ein, bei der sich bereits mehr als 3300 Menschen gemeldet haben. Frankreich hat 116 Notfallhelfer nach Japan entsandt, die am Montagnachmittag eintreffen sollten.

+++ 15.34 Uhr: Sieben Arbeiter bei Explosion in Block 3 verletzt +++

Bei der zweiten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1 sind nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco sieben Arbeiter verletzt worden. Von ihnen seien fünf verstrahlt worden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Zu der zweiten Wasserstoffexplosion kam es um 11.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MEZ) nach einem heftigen Nachbeben. Betroffen war diesmal ein zum Reaktorblock 3 gehörendes Gebäude. Nach Informationen von Greenpeace enthält der Reaktor 3 das besonders gesundheitsgefährdende Plutonium. Nach Angaben der japanischen Behörden blieb der Reaktor selbst jedoch intakt. Am Samstag war es zu einer ähnlichen Explosion in einem Gebäude des Reaktors 1 gekommen.

+++ 15.20 Uhr: Explosion in Block 2 unwahrscheinlich +++

Die Regierung Japans hat eine Explosion in dem beschädigten Reaktor 2 des Atomkraftwerks Fukushima 1 als unwahrscheinlich bezeichnet. Regierungssprecher Yukio Edano gehe davon aus, dass sich im Reaktor 2 anders als in den Fukushima-1-Reaktoren 1 und 3 keine Explosion in Folge einer Anhäufung von Wasserstoff ereignen werde, berichteten japanische Medien. Die zwei Explosionen, die sich am Montag im Reaktor 3 ereignet hatten, hatten ein Loch in das Nachbargebäude gerissen, in dem Reaktor 2 untergebracht ist. Durch das Loch könnte der Wasserstoff entweichen, der bei einem weiteren kontrollierten Druckabbau entsteht, so dass das Risiko einer Explosion verringert würde.

Auf Grundlage der aktuellen Maßnahmen hoffe die Betreibergesellschaft Tepco, die Lage zu stabilisieren, sagte Edano den Berichten zufolge. Reaktor 2 war am Montag von der gleichen schweren Pannenserie betroffen wie zuvor die Reaktoren 1 und 3.

+++ 15.06 Uhr: Bosch fliegt Mitarbeiter aus +++

Der Autozulieferer und Industrieausrüster Bosch holt nach dem schweren Erdbeben und der Flutkatastrophe in Japan seine deutschen Mitarbeiter und ihre Familien nach Hause. Bisher seien rund 200 Beschäftigte und ihre Angehörigen ausgeflogen worden, sagte ein Bosch-Sprecher in Stuttgart. Insgesamt hielten sich rund 400 bis 500 deutsche Beschäftigte und ihre Angehörigen in Japan auf. Ihnen stehe es frei, das Land zu verlassen.

+++ 14.54 Uhr: Lage am AKW Fukushima ist "stabil" +++

Toshihiro Bannai, Direktor für Internationale Angelegenheiten bei der japanischen Atomaufsichtsbehörde Nisa, sagte gegenüber der BBC, dass die Situation am AKW Fukushima nicht gut, aber "stabil" sei. Auf die Frage nach einer möglichen Kernschmelze antwortete der Experte für nukleare Sicherheit, dass in Block 1 und 3 die Möglichkeit bestehe, dass der Kern beschädigt sei. Derzeit wiesen die Überwachungsinstrumente aber auf keinen Schaden hin.

+++ 14.32 Uhr: Mindestens 70.000 Kinder sind obdachlos +++

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children fürchtet, dass durch das Erdbeben und den Tsunami in Japan mindestens 70.000 Kinder obdachlos geworden sind. "Wir machen uns große Sorgen um mindestens 70.000 Kinder, die durch die Katastrophe ihr Zuhause verloren haben", erklärte Stephen McDonald, der Leiter des Katastrophenteams vor Ort. "Viele von ihnen sind in Notunterkünften untergebracht. Sie sind traumatisiert und stehen unter Schock. Außerdem wurden Mädchen und Jungen möglicherweise von ihren Familien getrennt", erklärte McDonald.

+++ 14.23 Uhr: Russland offeriert Japan Energie-Hilfe +++

Russland hat Japan wegen des Energie-Engpasses nach dem verheerenden Erdebeben Hilfe angeboten. Der stellvertretende Ministerpräsident Igor Setschin sagte, sein Land könne Japan voraussichtlich 200.000 Tonnen Flüssiggas als Energiehilfe zur Verfügung stellen. Zudem könnten etwa 6000 Megawatt an Strom umgeleitet werden. Denkbar sei auch, dass Russland seine Kohlelieferungen aufstocke.

+++ 14.19 Uhr: Katastrophe wirft Autobauer um Jahre zurück +++

Die Erdbebenkatastrophe wird die japanische Automobilindustrie vermutlich um Jahre zurückwerfen. Große Hersteller wie Toyota, Honda, Nissan und Mitsubishi mussten die Produktion vorübergehend einstellen - weil Werke beschädigt sind, wichtige Teile von Lieferanten ausbleiben oder die Stromversorgung eingeschränkt ist. Hinzu kommt die Gefahr einer Atomkatastrophe, die die Menschen in Angst und Schrecken hält.

+++ 14.15 Uhr: Bundesregierung zufrieden mit Tokios Informationspolitik +++

Die Bundesregierung bewertet die Lage nach den Unfällen in mehreren japanischen Atomreaktoren als "extrem ernst". Durch die Kombination aus dem Erdbeben und dem Tsunami vom Freitag sei eine "so noch nie erlebte Situation eingetreten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Kraftwerke seien dafür "nicht oder nicht ausreichend ausgelegt" gewesen. Nun müsse es darum gehen, Schäden von der Bevölkerung möglichst fernzuhalten.

Seibert fügte hinzu, die Bundesregierung habe an der japanischen Informationspolitik nichts auszusetzen. Es gebe einen "guten Fluss von Informationen". Die Situation in dem Land sei ansonsten "so immens schwierig und unübersichtlich", dass Deutschland "nur mit Respekt zusehen" könne, wie Japan sich ihr stelle. Deutschland stehe für schnelle Hilfe an Japan bereit, "sobald wir wissen, wie sinnvolle Hilfe aussehen könnte", sagte Seibert.

+++ 13.55 Uhr: Drei Reaktoren von Kernschmelze bedroht +++

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 droht nach Angaben der Behörden eine Kernschmelze in drei Reaktoren. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Im Reaktorblock 2 könnte die Kernschmelze bereits begonnen haben, wie die Betreibergesellschaft Tepco mitteilte. Die Radioaktivität um den Reaktor sei erhöht.

Zwischenzeitlich waren die Brennstäbe in Block 2 komplett ohne Kühlwasser. Dann begannen die Tepco-Techniker wieder damit, Meerwasser einzuleiten. Zuletzt wurde ein Wasserstand von zwei Metern gemeldet. Mit einer Kernschmelze steigt die Gefahr, dass der Druckbehälter beschädigt und massiv radioaktives Material aus dem Inneren des Reaktors freigesetzt wird.

+++ 13.26 Uhr: Partielle Kernschmelze am Reaktor 2 möglich +++

Eine teilweise Kernschmelze hat möglicherweise im Reaktor 2 des japanischen Kernkraftwerkes Fukushima stattgefunden. Dies teilte die Betreiberfirma Tepco laut der Nachrichtenagentur Kyodo am Montagabend (Ortszeit) mit. Ein erster Versuch, den Reaktor mit Meerwasser zu kühlen, war vor einigen Stunden fehlgeschlagen.

+++ 13.16 Uhr: Strahlenexperten an Bord von Austrian Airlines +++

Die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) nimmt für ihre nächsten Flüge nach Japan Strahlenschutzexperten mit an Bord. Spezialisten der ABC-Abwehrschule des österreichischen Bundesheeres werden am Montag und Dienstag die Flüge von Wien nach Tokio begleiten und während des Landeanfluges Messungen machen, teilte das Verteidigungsministerium in Wien mit. So solle vor möglichen Strahlenbelastungen gewarnt werden.

+++ 12.34 Uhr: Japan will Ölreserven anzapfen +++

Das Handelsministerium in Tokio kündigt an, dass Japan die Ölreserven anzapfen wird. Es sollen 1,26 Millionen Kiloliter Öl aus den Reserven des Privatsektors freigegeben werden. Das entspreche etwa des japanischen Ölbedarfs von drei Tagen. Die Regierung hält Ölreserven für 113 Tage vor, der Privatsektor in Japan lagerte zuletzt Reserven für 85 Tage.

+++ 12.57 Uhr: Betreiber schließt Kernschmelze in drittem Reaktor nicht aus +++

Der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco schließt eine Kernschmelze in einem dritten Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima 1 nicht aus. Das berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Jiji. Der Kühlwasserstand um die Brennstäbe in Reaktor 2 sei dramatisch gesunken. Dadurch ragten den Angaben zufolge die vier Meter hohen Brennstäbe, die eigentlich komplett von Kühlwasser umspült sein müssen, 3,70 Meter in die Luft. Um die Katastrophe zu verhindern, wurde Meerwasser in den Reaktor gepumpt.

Zudem hatten sich im Reaktor 3 des Kraftwerks am Montagmorgen (MEZ) zwei Detonationen ereignet, bei denen der Reaktorbehälter nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien jedoch nicht beschädigt wurde. Bereits am Samstag hatte es in dem etwa 250 Kilometer nördlich von Tokio gelegenen Meiler eine Explosion gegeben, durch die das Gebäude rings um Reaktor 1 zerstört worden war. Auch in diesen beiden Reaktoren war das Kühlsystem zusammengebrochen und es wird eine Kernschmelze befürchtet.

+++ 12.49 Uhr: Rekordlast für Versicherer +++

Das verheerende Erdbeben in Japan kann nach ersten Schätzungen den Versicherern nie dagewesene Kosten aufbürden. Auf bis zu 35 Milliarden Dollar prognostiziert AIR Worldwide, ein Spezialist für Risikomodelle, allein die Belastungen für die Branche aus dem Erdstoß mit einer Stärke von 9,0 am vergangenen Freitag. Es gab allerdings noch mehrere starke Nachbeben. Und auch der zehn Meter hohe Tsunami ist in dieser Kalkulation noch nicht drin. Die Unfälle in mehreren Atomkraftwerken dagegen dürften die großen Assekuranzen der Welt nur bedingt treffen - hier sind primär der japanische Staat und viele lokale Anbieter in der Pflicht.

+++ 12.39 Uhr: Hamsterkäufe in Tokio +++

In den Großmärkten des Handelskonzerns Metro nahe Tokio gibt es inzwischen vermehrt Hamsterkäufe. "Die Leute bevorraten sich vor allem mit Wasser und Reis, aber auch mit Konserven", sagte ein Sprecher am Montag in Düsseldorf. Alles laufe aber relativ ruhig ab. "Bis jetzt haben wir noch keine Lieferengpässe." Die neun SB-Großmärkte seien nur leicht beschädigt worden und hätten seit Samstag wieder geöffnet, sagte der Sprecher. Metro hat 1000 Mitarbeiter in Japan.

+++ 12.12 Uhr: Brennstäbe in Block 2 liegen offenbar komplett trocken +++

Die Brennstäbe in Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Fukushima I liegen nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo komplett trocken. Die Stäbe können damit nicht mehr gekühlt werden und die Gefahr einer Kernschmelze ist erheblich gestiegen. Zuvor war versucht worden, den absinkenden Stand der Kühlflüssigkeit mit Meerwasser aufzufüllen.

+++ 11.49 Uhr: Stromversorger Tepco beginnt mit Stromabschaltung +++

Der japanische Stromversorger Tepco hat mit regionalen Stromabschaltungen begonnen. Teile des Großraum Tokios waren daraufhin in Dunkelheit gehüllt. Tepco befürchtet Versorgungsengpässe von bis zu 10 Millionen Kilowatt an Werktagen, nachdem das verheerende Erdbeben vom Freitag mehrere Atomkraftwerke beschädigt hatte. Japan bezieht 35 Prozent seiner Elektrizität von Atomkraftwerken. Die abgeschalteten Reaktoren in Fukushima, Onagawa und Tokai produzieren 3,5 Prozent des japanischen Strombedarfs.

+++ 11.44 Uhr: Abkühlung von Tokai II sichergestellt+++

Der Betreiber des Atomkraftwerkes Tokai II, Japan Atomic Power, teilte mit, der Reaktor werde bis Dienstagmorgen sicher heruntergekühlt werden können.

+++ 11.41 Uhr: Westwind trägt Schadstoffe auf den Pazifik +++

Bis zum Wochenende soll in dem Gebiet um das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima fast permanent kräftiger Westwind wehen, der die Schadstoffe auf den Pazifik trägt. Außerdem sorge der starke Wind für eine gute Durchmischung, sagte Martin Jonas, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. "Die Konzentration sollte schnell abnehmen."

Ursache für den Westwind sei ein derzeit nordöstlich der Nordinsel Hokkaido gelegenes Tiefdruckgebiet. Allerdings nehme der Einfluss dieses Tiefs ab, weil es nach Nordosten abzieht. Ein neues Tief, das sich östlich der japanischen Hauptinsel Honshu bildet, lässt den Wind etwa ab Dienstagmittag für einige Stunden auf nördliche Richtung drehen. Gegen Abend verstärke sich der Wind und drehe wieder in west- bis nordwestliche Richtung. Diese für Japan günstige Westwind-Situation bleibe bis in die zweite Wochenhälfte erhalten.

+++ 10.48 Uhr: US-Militär bricht Rettungseinsatz ab +++

Der US-Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" hat seinen Hilfseinsatz vor der japanischen Küste vorübergehend abgebrochen. Der Träger und die Flugzeuge seien abgezogen worden, weil um den Meiler herum "ein niedriger Verschmutzungsgrad in der Luft" festgestellt worden sei, hieß es ain einer Mitteilung der US-Armee. Die "radioaktive Wolke" gehe vom Atomkraftwerk Fukushima 1 aus. Obwohl die Verunreinigung keine Gefahr für die Gesundheit darstelle, sei das Schiff zunächst abgezogen worden, hieß es.

Die Strahlung wurde demnach mit sensiblen Messinstrumenten in mehreren Hubschraubern festgestellt. Bei Soldaten, die ihr ausgesetzt gewesen seien, hätten Experten keine erhöhten Werte messen können. "Die schwache Strahlung konnte einfach mit Seife und Wasser abgewaschen werden", hieß es in der Mitteilung. Der Flugzeugträger war etwa 160 Kilometer nördlich des Atomkraftwerks im Einsatz. Die US-Armee betonte, dass er seine Arbeit wieder aufnehmen solle.

+++ 10.41 Uhr: Brennstäbe in Reaktor 2 liegen offenbar frei +++

Die Brennstäbe in Reaktor 2 des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima I sind nach Medienberichten nicht mehr vollständig von Kühlwasser bedeckt. Die Wasserpegel in dem Reaktor seien gesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji am Montag. Die Brennstäbe lägen zum Teil frei.

+++ 10.25 Uhr: Mindestens sechs Häfen auf Monate verwüstet +++

In Japan sind wegen des schweren Erdbebens und des anschließenden Tsunamis mindestens sechs Häfen schwer beschädigt worden. Die nordöstlichen Häfen Hachinohe, Sendai, Ishinomaki und Onahama sind nach Angaben von Hafenbetreibern und Reedereien vom Montag so stark verwüstet worden, dass sie für Monate, wenn nicht sogar Jahre außer Betrieb bleiben dürften. Japans neuntgrößter Container-Hafen Kashima und der kleinere Hafen Hitachinaka seien weniger stark beschädigt, würden aber voraussichtlich erst in einigen Wochen wieder in Betrieb gehen. Dutzende Container-Schiffe seien außerdem zerstört worden.

+++ 10.08 Uhr: Arbeiten am Kühlsystem von zweiter Atomanlage +++

Im zweiten beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima 2 (Daini) arbeiten Experten weiter an der Wiederherstellung der Kühlung von zwei Reaktoren. Obwohl man sich darauf vorbereitet habe, habe man bisher bei keinem der vier Reaktoren Druck abgelassen, teilten die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA am Montag mit. Die Radioaktivitätswerte rund um die Anlage seien normal.

+++ 9.56 Uhr: Offizielle Opferzahl steigt auf 5000 +++

Die offiziell bestätigte Zahl der Toten und Vermissten nach dem Erdbeben und dem Tsunami ist in Japan auf 5000 gestiegen. Das teilte die japanischen Polizei mit. Lokale Behörden befürchten jedoch, dass die tatsächliche Opferzahl weit darüber liegt. Allein in der Präfektur Miyagi werden nach wie vor mehr als 10.000 Menschen vermisst.

+++ 9.48 Uhr: Japanische Atomaufsicht: Kein zweites Tschernobyl +++

Die japanische Atomaufsicht schließt bei dem durch das Erdbeben beschädigte Atomkraftwerk Fukushima eine Katastrophe wie vor 25 Jahren in Tschernobyl aus. Dies sagte am Montag der Minister für Nationale Strategie, Koichiro Genba, nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji.

+++ 9. 30 Uhr: Meerwasser kühlt Reaktoren +++

Die Einleitung von Meerwasser hat eine Überhitzung des Reaktors 2 im Kernkraftwerk Fukushima 1 verhindert, teilte die Betreiberfirma Tepco am Montagnachmittag (Ortszeit) mit. Die Temperatur im Reaktor sei auf unter 100 Grad Celsius abgesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press.

+++ 9.18 Uhr: Komplikationen beim Abkühlen +++

Nach dem Ausfall eines weiteren Kühlsystems im Krisenreaktor Fukushima 1 kommt es bei den Notmaßnahmen offenbar zu Komplikationen. Der AKW-Betreiber Tepco kann nach eigenen Angaben nicht bestätigen, dass das eingeleitete Meerwasser das Innere des Reaktors Nummer Zwei erreicht hat.

+++ 8.38 Uhr: Wasserstand in Reaktor 2 fällt +++

Die Kühlung im Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima Eins ist ausgefallen, der Kühlwasserstand sinkt. Der Wasserstand lag allerdings noch oberhalb der Brennstäbe, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag. Dadurch sei zurzeit die Gefahr einer Überhitzung noch gering. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, die Einleitung von Meerwasser zur Kühlung werde vorbereitet.

+++ 8.02 Uhr: Bahnverkehr in Tokio steht still +++

Das Nachbeben am Morgen mit der Stärke 6,2 hat den Bahnverkehr in Tokio zum Erliegen gebracht. Japan Rail, der größte Verkehrsbetrieb des Landes, hat alle Stadtlinien bis auf vier eingestellt. Und auch diese sind teilweise unterbrochen. Reisende drängen sich in den Stationen und warten geduldig doch noch einen Platz in einem Zug zu ergattern. Die Schlangen reichen oft bis in die Bahnhofshallen.

+++ 7:52 Uhr: China will Atomenergie massiv ausbauen +++

Ungeachtet der Atomkatastrophe in Japan hat Chinas Volkskongress am Montag mit dem neuen Fünf-Jahres-Plan einen massiven Ausbau der Kernenergie beschlossen. Bis 2015 soll mit dem Bau von weiteren 40 Gigawatt an Kapazitäten begonnen werden. Im Moment hat China 13 Atomreaktoren mit einer installierten Kapazität von 10,8 Gigawatt in Betrieb. Bis 2020 sollen die gegenwärtigen Atomkapazitäten sogar verachtfacht werden, berichten chinesische Staatsmedien.

+++ 7.39 Uhr: Offenbar Kühlsystem in Reaktor 2 ausgefallen +++

Offenbar ist in der Atomanlage Fukushima bei einem weiteren Reaktor das Kühlsystem zusammengebrochen. Die Kühlung von Reaktor 2 funktioniere nicht mehr, teilte der Kraftwerksbetreiber Tepco nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji mit.

+++ 6.51 Uhr: Zentralbank stockt Finanzspritze auf +++

Die japanische Zentralbank hat ihre Unterstützung zur Beruhigung der Finanzmärkte noch einmal ausgeweitet. Die Bank of Japan (BoJ) werde nunmehr die Rekordsumme von 18 Billionen Yen (rund 157 Milliarden Euro) in den Geldmarkt pumpen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Am Morgen hatte die Notenbank bereits sieben Billionen Yen zur Verfügung gestellt. Später erhöhte sie die Finanzspritze auf 15 Billionen, dann noch einmal auf 18 Billionen Yen. Laut Kyodo stehen dem Geldmarkt davon 15 Billionen Yen sofort zur Verfügung, weitere drei Billionen Yen sollen am Mittwoch folgen.

+++ 6.12 Uhr: US-Flugzeugträger in radioaktiver Wolke +++

Der US-Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" ist laut einem Zeitungsbericht durch eine radioaktive Wolke gefahren, die von den japanischen Atomreaktoren stammen soll. Mehrere Crewmitglieder hätten binnen einer Stunde eine Monatsdosis Strahlung abbekommen, berichtete die US-Zeitung "New York Times" und beruft sich dabei auf Regierungskreise. Hubschrauber hätten am Sonntag zudem etwa 100 Kilometer vom japanischen Kernkraftwerk Fukushima entfernt kleine Mengen radioaktiver Partikel gemessen. Die Stoffe würden noch analysiert. Dem Bericht zufolge werden darunter Cäsium-137 und Jod-121 vermutet.

+++ 5.51 Uhr: Regierung versucht zu beruhigen +++

Eine erneute Explosion im Reaktor Nummer 3 des Atomkraftwerks Fukushima hält die japanische Regierung derzeit für unwahrscheinlich. Das Risiko sei gering, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Der zentrale Kontrollraum des Reaktors sei unbeschädigt. Nach der Wasserstoffexplosion am Morgen sei nur eine kleine Veränderung der radioaktiven Strahlung festgestellt worden, fügte er hinzu. Die Gefahr, dass massenweise radioaktive Substanzen verbreitet würden, sei ebenfalls gering.

+++ 5.33 Uhr: Japanische Börse bricht ein +++

Am ersten Handelstag nach dem verheerenden Erdbeben haben die japanischen Aktienmärkte dramatische Verluste erlitten. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte stürzte am Montag unter die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke. Im Morgenhandel verlor der asiatische Leitindex 4,53 Prozent auf 9789,55 Punkte. Nach Meldungen über eine neue Explosion im Unglückskraftwerk Fukushima sank der Nikkei weiter auf ein Minus von rund 6 Prozent.

+++ 5.09 Uhr: Verletzten-Zahl steigt auf elf +++

Nach neuesten Angaben des AKW-Betreibers Tepco sind bei der Explosion im Fukushima-Reaktor Nummer 3 elf Menschen verletzt worden.

+++ 4.46 Uhr: Strahlenwerte am AKW unverändert +++

Die zweite Explosion im Kernkraftwerk Fukushima I hat offenbar keine größeren Mengen Radioaktivität freigesetzt. Zumindest wurden keine veränderten Strahlenwerte um den Komplex gemessen, wie die Regierung mitteilte.

+++ 4.31 Uhr: Mehrere Arbeiter verletzt +++

Bei der neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I sind nach unterschiedlichen Angaben zwischen drei und sechs Arbeiter verletzt worden. Sieben würden noch vermisst, erklärten Vertreter der Betreiberfirma Tepco. Sechs der Vermissten gehören demnach der Armee an.

+++ 4.19 Uhr: Strahlenmessung jetzt auch in Tokio +++

Der Gouverneur von Tokio hat am Montag auch eine Strahlenmessung in der Hauptstadt angeordnet. Sie soll klären, ob durch die neue Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I, das etwa 240 Kilometer nordöstlich der Millionenstadt liegt, radioaktive Strahlung bis Tokio gelangt sein könnte.

+++ 4.13 Uhr: Wetterbehörde gibt Tsunami-Entwarnung +++

Das schwere Nachbeben hat nach Angaben der Wetterbehörde keinen Tsunami ausgelöst. Zuvor hatte die Regierung vor einem Tsunami mit meterhohen Wellen in der nordöstlichen Präfektur Iwate und in Fukushima gewarnt. Das Nachbeben am Montag hatte die Stärke 6,2. Das Epizentrum lag 140 Kilometer nordöstlich von Tokio.

+++ 4.02 Uhr: AKW-Betreiber berichtet von Verletzten +++

Bei der Explosion in Reaktor 3 des Kernkraftwerks Fukushima I hat es offenbar mehrere Verletzte gegeben. Das berichteten Vertreter der Betreiberfirma Tepco. Regierungssprecher Yukio Edano hatte dagegen noch Minuten zuvor erklärt, es habe keine Verletzten gegeben.

+++ 3.52 Uhr: Reaktorhülle angeblich intakt +++

Trotz der erneuten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I soll die Stahlhülle um den betroffenen Reaktor intakt sein. Das teilte Regierungssprecher Edano unter Berufung auf die Betreiberfirma Tepco mit. Es sei unwahrscheinlich, dass eine größere Menge Radioaktivität ausgetreten sei. Die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern um das Unglückskraftwerk sollten trotzdem in ihren Häusern bleiben - trotz einer Evakuierungsanordnung sollen sich noch etwa 600 Menschen in dem Gebiet befinden.

Techniker hätten am Sonntag noch versucht, den Reaktor mit Meerwasser abzukühlen, so Edano. Jedoch sei der Wasserstand abgesunken, was zu weiterem Druck führte. Die Explosion sei mit der vergleichbar, die sich am Samstag in Reaktor 1 ereignet hatte.

+++ 3.23 Uhr: Weitere Explosion in Fukushima I +++

Im japanischen Unglückskraftwerk Fukushima I hat sich nach offiziellen Angaben erneut eine Wasserstoffexplosion ereignet. Betroffen sei der Reaktor 3 der Anlage, teilte die Atombehörde mit. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Rauch aus dem Reaktor aufsteigt.

+++ 3:13 Uhr: Neuer Tsunami erwartet +++

Nach dem schweren Nachbeben vor der Küste haben die Behörden vor einem neuen Tsunami gewarnt. Er soll drei Meter hohe Wellen mit sich bringen, wie mehrere Nachrichtenagenturen melden. Dem Fernsehsender NHK zufolge könnte die Welle bereits in Kürze eintreffen. Die japanische Wetterbehörde teilt indes mit, sie habe keinen Tsunami registriert.

+++ 3.07 Uhr: Notenbank verdoppelt Finanzspritze +++

Die japanische Notenbank erhöht ihre Geldspritze für die Markt auf 15 Billionen Yen (132 Milliarden Euro), wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet. Kurz nach Börseneröffnung hatte die Bank of Japan am Morgen zunächst 7 Milliarden Yen in den Markt gepumpt.

+++ 3.01 Uhr: Immer mehr Leichen +++

In der vom Tsunami am Freitag am schlimmsten getroffenen Provinz Miyagi sind bislang 2000 Leichen entdeckt worden. Allein 1000 Tote wurden in der völlig zerstörten Stadt Minamisanriku gefunden, wie Kyodo meldet. Weitere rund 1000 Todesopfer seien auf der Halbinsel Ojika zu beklagen.

+++ 2.29 Uhr: Und wieder bebt die Erde +++

Japan kommt nicht zur Ruhe: Ein schweres Nachbeben hat Tokio am Morgen erschüttert. Das Beben ereignete sich nach Angaben der Meteorologiebehörde des Landes um kurz nach 10 Uhr Ortszeit (2 Uhr MEZ) und hatte eine Stärke von 6,2. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke mit 5,8 an. Das Epizentrum lag demnach vor der Küste, rund 150 Kilometer nordöstlich von Tokio entfernt. Die Behörden gaben aber zunächst keine Tsunami-Warnung aus. Über Schäden in Tokio und bei den schon angeschlagenen Atomkraftwerken in Fukushima ist derzeit noch nichts bekannt.

Auch am Flughafen Narita bei Tokio war das Nachbeben zu spüren. Die Abflughalle wackelte heftig, es gab eine Warndurchsage, berichtete eine DPA-Reporterin. Reisende seien erschrocken aufgesprungen. Mitarbeiter der Airlines riefen die Anwesenden auf, sich auf den Boden zu hocken.

+++ 1.57 Uhr: Lage in AKW weiter besorgniserregend +++

Die Situation im Katastrophen-AKW Fukushima I bleibt nach den Worten von Ministerpräsident Naoto Kan besorgniserregend. Man tue alles, um Schäden zu verhindern. Zudem sagte Kan, seit dem Erdbeben am Freitag seien 15.000 Menschen gerettet worden.

+++ 1.32 Uhr: Japaner kaufen Supermärkte leer +++

In einigen Regionen wird die Versorgungssituation immer ernster. Zettel mit der Aufschrift "ausverkauft" hingen an vielen Tankstellen in der Präfektur Ibaraki, die südlich von Fukushima und der Erdbebenregion liegt. An den wenigen noch offenen Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Menschen kamen mit Dutzenden Kanistern, um ihre Benzin- und Heizölvorräte aufzustocken. Hamsterkäufe gab es auch in vielen Supermärken, Regale waren leer geräumt.

+++ 1.16 Uhr: Tokio-Börse rauscht in den Keller +++

Angesichts des Ausmaßes der Erdbebenkatastrophe in Japan hat der Handel am Aktienmarkt in Tokio am Montag mit starken Kursverlusten eröffnet. Der Nikkei-Index mit den 225 wichtigsten Werten fiel zu Beginn um rund fünf Prozent. Bereits am Freitag gab es ein Minus von 1,7 Prozent. Um die Märkte zu stabilisieren, pumpte die Notenbank sieben Billionen Yen (62 Milliarden Euro) in den Bankensektor. Das war der größte Schritt der Bank of Japan seit der Verschärfung der Schuldenkrise in Europa im Mai vergangenen Jahres.

+++ 0.47 Uhr: Stromabschaltung für Vormittag geplant +++

Vor der geplanten kontrollierten Stromabschaltung im Osten Japans hat die Regierung in Tokio die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Da es zu Beginn der Maßnahme zu Verwirrung kommen könne, sei die "maximale Kooperation der Bevölkerung nötig", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. "Die Menschen sollten so viel Energie wie möglich sparen und nicht nach draußen gehen, wenn es nicht nötig ist."

Zuvor hatte Regierungschef Naoto Kan dem Energieversorger Tepco die Erlaubnis erteilt, wegen des Ausfalls zahlreicher Kraftwerke ganze Regionen einschließlich des Großraums um die Hauptstadt Tokio vom Stromnetz zu nehmen. Geplant ist demnach, in fünf Zonen des Versorgungsgebiets von Tepco die Stromversorgung nacheinander für drei Stunden und 40 Minuten auszusetzen. Nachdem zunächst die Rede davon war, dass die Abschaltungen um 6.20 Uhr (Ortszeit, 22.20 Uhr MEZ) beginnen sollten, wurde der Beginn nun auf zehn Uhr vormittags verschoben.

Weitere Unterbrechungen seien bis mindestens bis Ende April nötig, teilte Tepco mit. Ausgenommen seien lediglich drei Versorgungsgebiete, die das Zentrum Tokios bilden und in denen unter anderen Ministerien, Botschaften, wichtige Behörden, große Hotels und Unternehmenszentralen liegen.

+++ 0.32 Uhr: Botschaft rät Deutschen zur Ausreise +++

Die Botschaften mehrerer europäischer Staaten in Japan haben ihren Bürgern wegen drohender Nachbeben und eines möglichen GAU im beschädigten Kernkraftwerk Fukushima die Ausreise nahegelegt. Die Deutschen im Krisengebiet und im Großraum Tokio/Yokohama wurden aufgefordert zu prüfen, "ob ihre Anwesenheit in Japan derzeit erforderlich ist, und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, ihre Ausreise aus dem Land in Erwägung zu ziehen". Dies gelte insbesondere für Familien mit kleinen Kindern, hieß es auf der Internetseite der deutschen Botschaft in Tokio. Auch die französische und die österreichische Botschaft rieten ihren Staatsbürgern, geplante Japan-Reisen nach Möglichkeit zu verschieben.

+++ 0.18 Uhr: Südwest-SPD will zwei Atommeiler abschalten +++

Die japanische Atomkatastrophe wird zum Wahlkampfthema: Der baden-württembergische SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid will im Falle eines Regierungswechsels die beiden ältesten Atommeiler in dem Bundesland, Neckarwestheim I und Philippsburg I, bis Jahresende abschalten. "Wir müssen den Schröderschen Atomausstieg konsequent fortsetzen, weil die Risiken der Atomkraft eben nicht beherrschbar sind, wie das traurige Beispiel im Hightech-Land Japan zeigt", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post". Nach einem Regierungswechsel - am 27. März wählt der Südwesten einen neuen Landtag - werde sich Baden-Württemberg der Verfassungsklage der SPD-regierten Länder gegen die Verlängerung der Atomlaufzeiten anschließen.

+++ 23.44 Uhr: USA schicken Atomexperten +++

Die USA haben ein Team von Nuklearexperten in die Krisenregion entsandt. Sie sind Experten für Siedewasserreaktoren. Block 1 im japanischen AKW Fukushima ist ein Reaktor dieses Typs.

+++ 23.47 Uhr: Fukushima: Strahlung weiter zu hoch +++

Das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima I bereitet weiter große Sorge: Die erlaubten Grenzwerte für radioaktive Strahlung wurden am frühen Montagmorgen (Ortszeit) erneut überschritten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldet. Laut Betreiberfirma Tepco wurde ein Wert von 751,2 Mikrosievert pro Stunde gemessen und damit etwas höher als bei einer Röntgenaufnahme des Bauches. Schon am Sonntag waren in dem AKW Spitzenwerte von mehr als 1200 Mikrosievert statt den erlaubten 500 gemessen worden.

Techniker in Fukushima versuchen seit Samstag, eine Kernschmelze in mehreren Reaktoren zu vermeiden. Das starke Erdbeben vom Freitag hatte die Kühlsysteme der Siedewasserreaktoren beschädigt und zu einer Überhitzung der Brennstäbe geführt.

+++ 23.24 Uhr: Behörden geben Entwarnung für AKW-Onagawa +++

In dem japanischen Atomkraftwerk Onagawa ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) der Grad der Radioaktivität wieder auf ein normales Niveau gesunken. Die japanischen Behörden hätten die IAEA darüber informiert, dass in der Anlage wieder ein normales Level erreicht worden sei, erklärte die Behörde am Sonntag in Wien. Zuvor war für das AKW im Nordosten des Landes wegen überhöhter Radioaktivität der atomare Notstand ausgerufen worden.

Untersuchungen an der Anlage hätten nun aber ergeben, dass aus keinem Reaktor Radioaktivität ausgetreten sei, hieß es in der IAEA-Erklärung weiter. Die japanischen Behörden vermuteten vielmehr, dass die gemessene erhöhte Radioaktivität rund um den Komplex von der Anlage in Fukushima stamme.

+++ 22.28 Uhr: Experten sehen keine Gefahr für USA +++

US-Experten rechnen nicht damit, dass Emissionen aus den beschädigten Atomkraftwerken in Japan gefährlich für die Bevölkerung in den Vereinigten Staaten werden. Angesichts der Tausenden von Kilometern zwischen beiden Ländern dürfte es in Hawaii, Alaska und im Westen der USA keine gesundheitsschädliche radioaktive Belastung geben, erklärte die US-Atomaufsichtsbehörde (NRC) am Sonntag.

+++ 20.48 Uhr: Halbe Million Japaner obdachlos +++

Der dritte Tag nach der Jahrhundertkatastrophe in Japan ist angebrochen. Nach und nach wird deutlich, wie verheerend die Folgen des Erdbebens und des Tsunamis sind: Bisher mussten etwa 530.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldet. Rund 450.000 seien obdachlos geworden, weitere 80.000 hätten ihre Unterkünfte verlassen müssen, als die Behörden die Sicherheitszone um die havarierten Kernkraftwerke in Fukushima auf 20 Kilometer ausdehnten.

+++ 17.52 Uhr: Reaktor Tokai wird ausreichend gekühlt +++

Der Reaktor Tokai zwei wird trotz des Ausfalls von zwei Dieselgeneratoren durch den funktionierenden dritten Generator ausreichend gekühlt, wie der AKW-Betreiber Japan Atomic Power mitteilte. Die Anlage befindet sich rund 120 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio und hatte sich bei dem Beben am Freitag automatisch abgeschaltet.

+++ 17.10 Uhr: Kühlsystem in Tokai ausgefallen +++

In einem dritten Atomkraftwerk in Japan ist das Kühlsystem ausgefallen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Feuerwehr berichtet. Es handelt sich um das AKW Tokai an der Ostküste südlich von Fukushima.

Zum Nachlesen: Tag 2 nach der Katastrophe in der Rückschau

joe/kng/mlr/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters