3. März 2009, 16:50 Uhr

Kostenexplosion und Kollateralschäden

Der Bau der Kölner U-Bahn hat bereits in der Vergangenheit für Ärger gesorgt. Stern.de dokumentiert die Historie eines umstrittenen Bauvorhabens.

U-Bahn, Köln, Bau, Severinstraße

Der Bau der U-Bahn-Linie durch die Kölner Altstadt soll bis 2010 abgeschlossen sein©

Der Bau der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn hat bisher vor allem für eins gesorgt: für viel Ärger. Die Kosten für das Projekt explodierten, die Geschäftsleute an der Einkaufsmeile Severinstraße klagten über Umsatz-Einbrüche. Dann geriet im Herbst 2004 noch ein Kirchturm durch den Tunnelbau in Schieflage. Nach dem Einsturz des Stadtarchivs und zweier Nachbargebäude wird erneut spekuliert, dass der nahe gelegene U-Bahn-Bau das Unglück ausgelöst hat.

Mit mindestens 950 Millionen Euro soll die Linie 320 Millionen Euro mehr kosten als geplant. Als Gründe für die Kosten-Explosion wurden von den Kölner Verkehrs-Betrieben unter anderem archäologische Arbeiten genannt, die den Bau immer wieder gestoppt haben. Die Tunnelröhren befinden sich in bis zu 30 Metern Tiefe unter der Altstadt.

Die Arbeiten des bereits seit den 80er Jahren geplanten Projekts waren 2004 begonnen worden, bis Mitte 2010 soll die Linie weitgehend fertiggestellt werden. Sie wird über vier Kilometer vom Breslauer Platz nördlich des Hauptbahnhofs parallel zum Rhein verlaufen und damit den historischen Teil Kölns an das U-Bahn-Netz anbinden.

Zur Kostenexplosion kommen Kollateralschäden durch die U-Bahn-Grabungen unter der Kölner Altstadt hinzu. Ende September 2004 geriet der Turm der romanischen Kirche St. Johann Baptist in bedrohliche Schieflage. Der Grund: unterirdische Arbeiten für einen U-Bahn- Tunnel der Nord-Süd-Bahn. Um 75 Zentimeter hatte sich der Turm geneigt - und machte weltweit als "schiefer Turm von Köln" Schlagzeilen. Die Aufrichtung des Turms kostete eine Million Euro.

Zudem beschwerten sich Geschäftsinhaber auf der traditionsreichen Einkaufsmeile Severinstraße, dass die Baustelle ihnen das Geschäft vermiese. Deshalb wurden Ladenlokale aufgegeben, zudem waren zuletzt Spielhallen und Billigbäcker als Folge des sich hinziehenden U-Bahn-Baus auf der eng bebauten Einbahnstraße auf dem Vormarsch. An der Severinstraße befand sich auch das am Dienstag eingestürzte Historische Stadtarchiv.

DPA
 
 
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KOMMENTARE (2 von 2)
 
Sternenzeit (05.03.2009, 12:15 Uhr)
Leider kann ich dem...
...nur zustimmen!
Wer die Severinstrasse kennt, ganz speziell "was sie einmal war", wird sie nicht mehr wiedererkennen!
Größenwahn hat schon immer seine Spuren hinterlassen und der "ÖPNV"-Sinn dieser Strecke hat sich mir noch nicht erschlossen!!?
Pixelschubser (04.03.2009, 13:28 Uhr)
Da kann man sich freuen...
...endlich Backfabrik, KiK und T€Di mit eigenem U-Bahn-Anschluss! Und ich liefere gleich noch den passenden Slogan für diese Attraktion:
.
>> Wir bringen Sie nach "janz unten"! Ihre KVB
 
 
 
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