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4. November 2009, 15:53 Uhr

Staatliche Wetter-Macher lassen Peking frieren

Seit Jahren arbeiten Chinas Wissenschaftler daran, das Wetter zu beeinflussen. Jetzt hat das chinesische Wetter-Änderungsamt absichtlich einen künstlichen Schneesturm über Peking ausgelöst - mit frostigen Folgen: Millionen Einwohner saßen bibbernd in ihren ungeheizten Wohnungen.

China, Wetter, Schnee, Peking

Flüge fielen aus, Wohnungen blieben kalt, es gab Stromausfälle und Verkehrsunfälle: in Peking herrschte Schneechaos© Wang Zhao/AFP

Frostige Reaktionen hat das staatliche chinesische Amt für Wetterbeeinflussung mit einem künstlich ausgelösten Schneesturm über Peking provoziert: Nachdem die Regierungswissenschaftler am Sonntag mehr als 16 Millionen Tonnen Schnee über der Hauptstadt fallen ließen, saßen Millionen von Bewohnern frierend in ihren noch nicht geheizten Wohnungen. Dutzende Flüge fielen aus, auf den Straßen staute sich der Verkehr. Das Wetter-Änderungsamt habe in der Nacht zum Sonntag riesige Mengen Chemikalien in die Wolken geschossen, um den Schneefall auszulösen, berichtete die Zeitung "China Daily" am Mittwoch. Mit den Schneefällen solle gegen die anhaltende Dürre in der Hauptstadtregion vorgegangen werden. Der plötzliche und frühe Schnee habe Peking jedoch unerwartet getroffen: In den meisten Gebäuden seien die Heizungen noch nicht eingeschaltet, da die Heizperiode offiziell erst am 15. November beginnt.

200 Flüge fielen dem Bericht zufolge aus, tausende Passagiere saßen fest. Zudem gab es Stromausfälle und zahlreiche Verkehrsunfälle auf verschneiten Straßen. Die "willkürliche Regierungsentscheidung" habe gegen die Interessen der Bevölkerung verstoßen, kritisierte die Zeitung. Mögliche Gefahren durch die Wetterbeeinflussung müssten besser berücksichtigt werden.

Chinesische Wissenschaftler arbeiten seit Jahren an Methoden, das Wetter zu beeinflussen und Regen auf Wunsch auszulösen. Vor den Feiern zum 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober waren über Peking Tonnen von Chemikalien versprüht worden, um unerwünschte Regenwolken zu vertreiben.

AFP
 
 
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