Bei seinem Staatsbesuch in China wird US-Präsident Donald Trump von einer großen Delegation begleitet. Dazu gehört auch Außenminister Marco Rubio – schließlich stehen auch außenpolitische Themen wie der Iran-Krieg oder Taiwan ganz oben auf der Tagesordnung.
Im Vorfeld stellte sich allerdings ein Problem: Der Republikaner durfte nämlich eigentlich nicht nach China einreisen. 2020 wurde er mit Sanktionen belegt, zu denen auch ein Einreiseverbot ins Reich der Mitte gehörte.
Während seiner Zeit als Senator hatte Rubio im Kongress maßgeblich an einem Gesetzentwurf mitgewirkt, der weitreichende Sanktionen gegen China wegen des Vorgehens gegen die Uiguren vorsah. Außerdem hatte er sich kritisch über Chinas Umgang mit Taiwan geäußert. Generell herrschte damals ein angespannteres Verhältnis zwischen beiden Ländern.
China ändert Schreibweise von Marco Rubios Namen
Zu jener Zeit war Rubio noch weit entfernt von einem Sitz im Kabinett – heute jedoch ist der 54-Jährige als Außenminister einer der wichtigsten Vertreter der US-Regierung. Ihn nicht einreisen zu lassen, würde einen gewaltigen diplomatischen Eklat bedeuten, klein beigeben will die Führung in Peking aber auch nicht.
Also bediente man sich eines diplomatischen Kniffs und der Eigenheiten der chinesischen Sprache. Nachdem Rubio sein Amt angetreten hatte, setzte sich bei der chinesischen Regierung und in den staatlich kontrollierten Medien eine neue Schreibweise durch. Die erste Silbe seines Nachnamens wurde mit einem anderen chinesischen Schriftzeichens geschrieben.
Eine Sprecherin des Außenministeriums kommentierte die Änderung laut „Washington Post“ trocken: „Sein tatsächlicher Name auf Englisch ist wichtiger.“ Die Sanktionen würden sich auf Rubios „Worte und Taten als US-Senator“ beziehen. Seine Rolle als Außenminister kann man in Peking offenbar davon trennen.
Trump bemüht sich um gute Beziehungen mit China
Als Mitglied der Trump-Regierung haben sich Rubios Einstellungen zu China allerdings auch geändert. China sei „geopolitisch die größte Herausforderung und gleichzeitig unser wichtigster Partner“, sagte er bei dem Besuch. Damit folgt er der Linie von Trump, der Staatschef Xi Jinping als Freund bezeichnet und dem Ausbau der Handelsbeziehungen Vorrang vor Menschenrechtsfragen gibt.
Quellen: „Washington Post“, CNN, Nachrichtenagentur AFP