Der Süden Spaniens hat die ersten hohen Temperaturen des Jahres erlebt – und auch gleich ein tragisches Todesopfer. In Galicien starb eine Zweijährige, nachdem ihr Vater sie allein im Auto zurückgelassen hatte.
Der Mann habe am Morgen seinen älteren Sohn zur Schule gebracht, berichten spanische Medien. Das Mädchen wollte er danach in ihrer Kita absetzen. Offenbar bekam er jedoch zwischendurch einen Anruf von seiner Arbeitsstelle und fuhr dorthin – ohne seine Tochter zur Kita zu bringen.
Kind erleidet Herzstillstand im Auto
Das vergessene Mädchen verbrachte mehrere Stunden auf dem Rücksitz, während sich das Auto in der Sonne immer weiter aufheizte. Erst als die Mutter das Kind am Nachmittag bei der Kita abholen wollte und erfuhr, dass die Zweijährige nie dort angekommen war, wurde das Mädchen aus dem Auto befreit und ins Krankenhaus gebracht.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden hatte das Mädchen zu dem Zeitpunkt bereits einen Herzstillstand erlitten. Die Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos. Ein Team der Kriminalpolizei hat bereits die Ermittlungen aufgenommen, die Familie wird psychologisch betreut.
Heiße Tage in Spanien
Die Stadt Brión hat nach dem Vorfall eine zweitägige Trauerzeit angeordnet. Am Freitag soll es eine Schweigeminute für das Mädchen geben. „Wir möchten der Familie des kleinen Mädchens, das gestern in Brión verstarb, sowie all ihren Freunden unser tiefstes Beileid aussprechen und ihnen unsere volle Unterstützung zusichern. Wir werden ihnen in dieser schweren Zeit alle notwendigen städtischen Hilfsangebote zur Verfügung stellen“, teilte der Stadtrat mit.
Der nationale Wetterdienst erklärte, dass nach einem bisher ungewöhnlich kühlen Mai in Südspanien nun an manchen Tagen sogar Hitzerekorde gebrochen werden könnten. Die hohen Temperaturen sollen bis Mitte nächster Woche anhalten.
Quellen: „El País“, Stadtrat von Brión, Wetterdienst Aemet