Ostkongo
Streit um Ebola-Toten: Klinik geht in Flammen auf

Zwei Zelte einer Ebola-Klinik im Ostkongo stehen in Flammen
Zwei Behandlungszelte der Ebola-Klinik wurden in Brand gesetzt, aus denen sich vier Patienten retten konnten – eine andere Leiche verbrannte
© Dirole Lotsima Dieudonne/AP / DPA

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Weil Ärzte einer Klinik den Angehörigen den Leichnam eines Ebola-Toten nicht aushändigen wollten, ist ein Streit eskaliert. Am Ende stand ein Teil der Ebola-Klinik in Flammen.

Im Streit um die Leiche eines Ebola-Toten ist ein Krankenhaus im Osten der Demokratischen Republik Kongo in Brand gesetzt worden. Nach Tumulten zwischen Angehörigen und Ärzten brannten zwei Behandlungszelte in Rwampara in der Provinz Ituri nieder. Die Familie des Mannes, der mit Ebola-Symptomen gestorben war, habe die Leiche für eine Bestattung abholen wollen, doch die Ärzte hätten dies verweigert, sagte der zuständige Anführer der Volksgruppe Bahema, Batangura Zamundu, der Deutschen Presse-Agentur. 

Vier Patienten hätten sich retten können, während in dem anderen Zelt eine Leiche verbrannt sei, sagte Zamundu. Der Streit zwischen Angehörigen und Ärzten sei davor eskaliert. „Es kam zu Steinwürfen. Ich rief die Polizei, aber sie traf zu spät ein. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Demonstranten bereits zwei Zelte in Brand gesetzt, die als Teil der Hilfsmaßnahmen aufgestellt worden waren.“ Ein Mediziner bestätigte den Vorfall.

Die Leiche eines Menschen, der an Ebola gestorben ist, ist hoch ansteckend und muss daher nach bestimmten Regeln begraben werden. Die Gefahr für Angehörige und Bestatter ist sehr hoch, zumal in der Region das Waschen und Berühren von Toten üblich ist.

Ebola im Ostkongo weitet sich aus

Währenddessen steigt die Zahl der Ebola-Infektionen im Ostkongo nach örtlichen Behördenangaben weiter rasch an. Mittlerweile gibt 671 Verdachtsfälle und 160 vermutete Todesfälle, wie das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo mitteilte. 64 Infektionen und 6 Todesfälle wurden dem Gesundheitsministerium zufolge im Labor bestätigt. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Mittwoch noch von fast 600 Verdachtsfällen und mehr als 130 vermuteten Todesfällen gesprochen. Sie geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet werden.

Im Nachbarland Uganda teilte das Gesundheitsministerium mit, dass außer den bislang bekannten zwei Fällen bei kongolesischen Staatsbürgern keine neuen Infektionen bekannt geworden seien. Einer der Patienten war gestorben. Die zweite Patientin sei am Mittwoch zum zweiten Mal negativ auf das Virus getestet worden und befinde sich weiter in Behandlung.

Seltener Bundibugyo-Typ des Ebolavirus

Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC im Kongo in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. registrierten Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudämmen. 

Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.

DPA
tkr

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