. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
17. August 2007, 15:51 Uhr

Pädophiler erpresst Mädchen im Netz

Auf hinterlistige Weise hat ein Sexualstraftäter Mädchen zu sexuellen Handlungen vor Internetkameras aufgefordert. Mit persönlichen Informationen der Mädchen aus dem Internet hatte er sie erpresst. Eine Jugendschützerin warnte Kinder im Gespräch mit stern.de davor, Daten im Internet preiszugeben.

Im Internet lauern viele Gefahren auf unvorsichtige Kinder und Jugendliche© Roland Holschneider/dpa

Nun ist das passiert, wovor Ralf S. so Angst hatte. Der 40-jährige Vater hatte vor einigen Wochen Bilder seiner Tochter im Schülernetzwerk "SchülerVZ entdeckt. Die 13-Jährige hatte im Internet auch persönliche Informationen von sich veröffentlicht. Damals sagte S. zu stern.de, er befürchte, dass sich Pädophile diese Daten zunutze machen könnten.

Nun hat die Polizei in München einen mehrfach vorbestraften Sexualtäter verhaftet, der bundesweit Mädchen zu sexuellen Handlungen vor Internetkameras erpresst hat. Wie die Polizei mitteilte, gab sich der Mann im Mai und Juni in Internetforen als 13-Jährige auf Freundinnensuche aus, um Mädchen in die Falle zu locken.

In so genannten Privatchats gelangte der 31-Jährige auf diese Weise an Namen, Telefonnummern und Bildern mehrerer Mädchen im Alter von zehn bis 15 Jahren. Wenig später versuchte er, die Mädchen zu erpressen, sich vor Webkameras auszuziehen. Dabei drohte er unter anderem den Kindern, einen Zuhälter in die Wohnung zu schicken oder ihren Freundinnen etwas anzutun. In einigen Fällen stellte er als Druckmittel Daten und Bilder der Mädchen in Sexkontaktforen ein. "Auf diese Weise gelang es dem Beschuldigten, einige Mädchen zum Ausziehen vor der Kamera zu bewegen", erklärte ein Polizeisprecher. Eine 15-Jährige aus Rosenheim, die der Mann zu einem Treffen am Münchner Hauptbahnhof erpressen wollte, sei glücklicherweise nicht auf den 31-Jährigen hereingefallen.

"Ware Kind hat Abnehmer gefunden"

Der Fall sei das perfekte Beispiel für die Gefahren, die unvorsichtigen Kindern im Internet drohten, meint Beate Krafft-Schöning, Expertin für Jugendschutz im Netz. "Genau das ist der Grund, warum ich davor warne, persönliche Daten von Kindern ins Internet zu stellen. Das müssen Eltern endlich begreifen", sagte Krafft-Schöning zu stern.de. "Auch vielen Jugendschützern ist das nicht ausreichend klar. Das Problem wird weiter ignoriert, das Geschäft geht vor. Und wie man an diesem Beispiel sieht: Die Ware Kind hat einen Abnehmer gefunden." Die Jugendschützerin empfiehlt, Kindern den Zugang zu solchen Foren zu untersagen. Zudem sollten auch Jugendliche generell nie persönliche Daten von sich im Internet preisgeben. "Viele denken immer noch, das Internet ist ein Spielplatz. Aber diese Leichtfertigkeit wird leider noch viele Opfer fordern."

Der 31-Jährige Mann aus München hatte bereits eine mehrjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung einer 14-Jährigen verbüßt, die er ebenfalls mit Hilfe des Internets in einen Hinterhalt gelockt hatte. Der Mann, der bereits vor der Vergewaltigung der 14-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt war, leistete den Angaben zufolge bei seiner Festnahme erheblichen Widerstand. Auf seinem Computer fanden die Beamten kinderpornografisches Material.

Auf die Spur kam die Polizei dem Mann mit Strafanzeigen von fünf Mädchen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Es sei jedoch zu befürchten, dass der 31-Jährige weitere Kinder und Jugendliche in der gleichen Weise angegangen sei, erklärte ein Sprecher. "Diese werden dringend gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen", fügte er hinzu. Die Polizei verwies auf ihre Aktion "Kinder sicher im Netz.

Malte Arnsperger mit AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
bernie-abg (18.08.2007, 02:53 Uhr)
Was mich sauer macht...
...ist:
1.Bevor er das Mädchen vergewaltigte war er bereits wegen sexuellen Mißbrauchs von Kindern angeklagt-warum sitzt so einer nicht in U-Haft?
2.Der Kerl ist offensichtlich ein Mehrfachtäter, warum haben die ihn überhaupt rausgelassen? Oder hat ihm so ein weichgespülter Psychologe bescheinigt keine Gefahr mehr darzustellen?
3.Man kann seinen Kindern noch soviel über den Gebrauch des Internet beibringen, wenn man die Kinderschänder einfach so wieder laufen läßt ist das doch alles obsolet.
tagora-sagittara (17.08.2007, 23:44 Uhr)
Oh doch,...
mir ist genauso ein Fall im eigenen Bekanntenkreis untergekommen. Das ist absolut nicht unrealistisch.
Erst wenn die Schmutzfüße offentlich oder im Internet benannt werden nachdem sie verurteilt sind, werden diese Schweinereien aufhören,...ganz schnell,...garantiert!!
Freaker (17.08.2007, 23:34 Uhr)
Wir reden doch hier
über 13 jährige mädchen. die wissen doch nicht, das so etwas wie mit zuhälter ins haus schicken, aus dem himmel gegriffen ist. die haben damit gedroht den freundinnen etwas zu machen. und deshalb hatten die schiss das da was passieren könnte. als 13 jähriger ist halt schon etwas naiver wie ältere erfahrenere Menschen.
sachsenwini (17.08.2007, 22:18 Uhr)
@ JuliusKrause eben, wo bleibt da die Logik

Man liefert doch nicht einen Erpresser weiteres Material. Damit würde sich das Mädchen doch immer mehr erpressbar machen.
Was die Mädchen in Privatchats intimes preisgegeben haben, kann doch nicht so schlimm sein, dass sie damit zu einem Kamerastrip erpressbar sind. Auch die Drohung, einen Zuhälter in die Wohnung zu schicken, ist doch lächerlich.
Mir ist das ganze etwas zu unwahrscheinlich.
Strom.Berndberg (17.08.2007, 20:32 Uhr)
freundesliste
wie bei studivz kann man die freundesliste jedes mitglieds sehen. und wenn telnr bekannt ist, rückwärts suche im internet -> adresse.
SuperJuliusKrause (17.08.2007, 20:22 Uhr)
@sachsenwini
vielleicht hat er ja damit gedroht,die bilder und telefonnummern an andere weiterzugeben,obwohl er dann ja genau genommen wieder neue bilder von den mädchen hat...
sachsenwini (17.08.2007, 20:11 Uhr)
Also, dass muss mir mal Einer erklären

Wie kann jemand, nur weil er über die Namen, Telefonnummern und Bilder von Mädchen verfügt, diese damit erpressen?
Warum sollte sich deshalb ein Mädchen vor der Webkamera ausziehen?
Mir ist das alles etwas zu sehr spektakulär aufgemacht.
MEHR ZUM ARTIKEL
Kommentar Das Internet ist schlecht wie die Welt

Die Klage eines Vaters gegen das Internetportal SchülerVZ wegen pornographischer und angeblich volksverhetzender Inhalte auf seinen Seiten offenbart das Problem einer ganzen Branche: Noch weiß niemand so genau, wie man Inhalte in Foren kontrollieren kann. Das hat vor allem für Eltern eine erhebliche Bedeutung. mehr...

Jugendschutz "Kinder sind im Internet Freiwild"

Das Internet - für Kinder kein Segen, sondern ein Fluch. Das meint Beate Krafft-Schöning, Expertin für Jugendschutz im Netz. Im stern.de-Interview verrät sie, welche Chats besonders zu meiden sind und was Eltern für ein halbwegs sicheres Surfverhalten ihrer Kinder tun können. mehr...

SchülerVZ Sexbilder auf Schülerportal

Pornobilder, Drogenanleitungen und rechtes Gedankengut: Im Online-Netzwerk "SchülerVZ" sind jugendgefährdende Inhalte aufgetaucht. Durch die stern.de-Recherchen alarmiert, hat die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia SchülerVZ ermahnt. Die Betreiber haben daraufhin begonnen, Gruppen und Einträge zu löschen. Doch Experten und Eltern ist dies viel zu wenig. mehr...

Der Kinderschänder von San Jose Schwartzmillers Horror-Statistik

Er hat penibel Buch geführt und seine Opfer kategorisiert - etwa in die "Jungen, die Nein sagen". 36.000 Namen enthält die Liste des mutmaßlichen Kinderschänders Schwartzmiller - eine neue Dimension des Verbrechens. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe