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27. März 2009, 15:23 Uhr

Vater vergewaltigt Tochter 25 Jahre lang

Kaum ist Josef Fritzl verurteilt, schon erschüttert Europa ein neuer Inzestfall: Im italienischen Turin hat die Polizei einen 63-Jährigen festgenommen, der seine Tochter 25 Jahre lang gefangen gehalten und vergewaltigt haben soll. Eingesperrt in einem Zimmer ohne Fenster, durfte sie das Haus nur in Begleitung ihres Peinigers verlassen.

Nach dem Fritzl-Fall von Amstetten wird Italien von einem ähnlichen Fall erschüttert. Die Polizei in Turin nahm einen Familienvater fest, der seine Tochter 25 Jahre lang gefangen gehalten und vergewaltigt haben soll. Die heute 34-jährige Frau durfte ihr fensterloses Zimmer ohne elektrisches Licht demnach nur in Begleitung ihres Vaters verlassen. Außerdem habe der 63-Jährige seinen Sohn dazu verleitet, die eigenen Töchter ebenfalls zu vergewaltigen und zu misshandeln, berichtete "La Repubblica".

Die Ermittlungen begannen dem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Oktober: Damals habe die 34-Jährige zunächst Anzeige wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung gegen ihren Bruder erstattet, zu dem sie nach einem Streit mit ihrem Vater geflohen war. Die Frau, der die italienische Presse den fiktiven Namen "Laura" gab, sei seit ihrem neunten Lebensjahr von ihrem Vater regelmäßig vergewaltigt worden. Ab dem 13. Lebensjahr habe er sie nicht mehr in die Schule gelassen. Der Vater, ein Hausierer, habe sich auf ein "Familiengesetz" berufen, demzufolge ihm die älteste Tochter "versprochen" war.

Bereits 1994 war ein Fluchtversuch der jungen Frau gescheitert, berichtet die Turiner Zeitung "La Stampa". Ihr Vater begleitete sie zur Polizei, wo sie Anzeige wegen sexueller Nötigung erstattete, allerdings gegen einen Onkel. Ein Polizeipsychologe nannte ihre Anschuldigungen damals unglaubwürdig, die Anzeige wurde fallen gelassen.

Der heute 40-jährige Bruder ist ebenfalls in Haft. Er soll seine vier Töchter im Alter von sechs bis 20 Jahren vergewaltigt und misshandelt haben. Den Ermittlern zufolge zwang er sie außerdem, ihm beim Geschlechtsverkehr zuzusehen.

DPA/AFP
 
 
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