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12. Juli 2005, 17:31 Uhr
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Sprengstoff kam vom Militär

Der bei den Londonern Anschlägen benutzte Sprengstoff kam aus militärischen Beständen. Trotz der "sehr beunruhigenden" Nachricht ruft die britische Regierung zu Normalität auf.

Die britische Regierung ruft die Menschen auf, wieder zur Normalität zurückzukehren© Andrew Stuart/DPA

Bei den Terroranschlägen in London am vergangenen Donnerstag ist Sprengstoff aus militärischen Beständen verwendet worden. Das sei "sehr beunruhigend", sagte der Chef einer französischen Koordinationsstelle zur Terrorbekämpfung, Christophe Chaboud, nach Beratungen mit Scotland Yard.

"Wir sind sie da rangekommen? Entweder durch Schmuggel, zum Beispiel vom Balkan, oder sie hatten jemanden beim Militär, der dafür sorgen konnte, dass sie das da rausbekamen." Die Verletzungen der Opfer wiesen darauf hin, dass die Bomben nicht groß, aber sehr stark gewesen seien, wurde der französische Experte am Dienstag in der Zeitung "The Independent" zitiert. Nach einem Bericht der "Times" deuten Übereinstimmungen darauf hin, dass alle vier Bomben vom selben Mann hergestellt wurden.

US-Soldaten dürfen keine Ausflüge nach London machen

Während die britische Regierung die Bevölkerung dazu aufgerufen hat, wieder ganz normal nach London zu fahren, ist es Mitgliedern der amerikanischen Luftwaffe untersagt worden, die Stadt aufzusuchen. Ein Sprecher der in Großbritannien stationierten US- Soldaten sagte, man sei verpflichtet, über die Sicherheit der Soldaten und ihrer Familien zu wachen.

Alle 12.000 in Großbritannien stationierten Soldaten der USA dürfen Zeitungsberichten zufolge nach den Londoner Bombenanschlägen zunächst keine Ausflüge mehr in die die britische Hauptstadt machen.

Die US-Militärchefs hätten eine entsprechende Anordnung bereits am Freitag ausgegeben, berichteten der "Daily Telegraph" und die "Times" am Dienstag. Eine US-Sprecherin wurde mit der Aussage zitiert, bis auf weiteres sei den Militärangehörigen ein Aufenthalt innerhalb des Straßenrings M25 nicht erlaubt, der die Hauptstadt umgibt. Grund dafür sei das Sicherheitsbedürfnis für die eigenen Leute, das eine Hauptsorge sei. Auch Familienangehörige der US-Militärs seien aufgefordert, sich von London fern zu halten.

In der Zeitung wurde den USA Ängstlichkeit vorgeworfen. Schließlich habe US-Präsident George W. Bush noch in der vergangenen Woche zugesagt, dass die Briten auf die USA zählen könnten. Die britische Polizei hatte die Bürger Londons schon für Montag aufgefordert, wieder in die Stadt zurückzukehren und ihr so zur Normalität zu verhelfen. Man dürfe sich den Attentätern nicht beugen, hatte es zur Begründung geheißen.

DPA/Reuters
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