. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
9. September 2010, 15:10 Uhr

Kujau-Fälscherin kommt mit Bewährung davon

Sie gab sich als Großnichte von Konrad Kujau aus. Im Internet bot sie angebliche Originale des Meisterfälschers an - doch die Bilder entpuppten sich als Fälschungen. Die Frau und ein Komplize wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Konrad Kujau, Fälschungen, Dresden, Landgericht, Hitler-Tagebücher, Prozess, Petra Kujau, Gabriele Sauler, Meisterfälscher

Eine Skulptur in Brandenburg erinnert an den am 12. September 2000 verstorbenen Konrad Kujau© Michael Urban/DDP

Die Dresdner Kujau-Fälscherin muss nicht ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte die Frau, die billige Massenware als Arbeiten des bekannten Bilderfälschers Kujau ausgegeben hatte, am Donnerstag zu zwei Jahren auf Bewährung. Ihr Mittäter bekam ein Jahr und acht Monate auf Bewährung. Außerdem muss die Frau 180 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Angeklagt war sie in gut 300 Fällen, in denen sie Bilder beschafft, mit Kujau-Schriftzug versehen und dann für zusammen knapp 300.000 Euro auf der Internettplattform Ebay versteigert sowie auf Ausstellungen verkauft haben soll. 40 Fälle davon hatte die Frau nach Gerichtsangaben im Prozess gestanden, nur dafür wurde sie auch verurteilt. "Was passiert ist, ist knallharter Betrug", sagte der Vorsitzende Richter. Die beiden hätten gewusst, dass die Bilder nicht von Kujau selbst stammten.

Keine Verwandschaft mit Kujau

Auch Verteidigung und Staatsanwaltschaft hatten auf Bewährung plädiert und dies mit der langen Verfahrensdauer begründet. Der Staatsanwalt zweifelte in seinem Schlussvortrag an, dass die Angeklagte wirklich mit Kujau verwandt sei. In jedem Fall habe sie die Namensgleichheit für ihre betrügerischen Absichten missbraucht.

Kujau wurde als Fälscher der Hitler-Tagebücher weltbekannt, die er 1983 für eine Millionensumme an das Magazin stern verkauft hatte. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe sonnte er sich in seinem Ruhm und vermarktete ihn. Er malte Bilder bedeutender Künstler nach und versah sie mit seinem Namenszug.

Die Ermittlungen waren in Gang gekommen, nachdem bei Internetauktionen eine Vielzahl angeblicher Original-Kujaus aufgetaucht waren. Vor der Urteilsverkündung entschuldigten sich beide Angeklagten. Eine Revision wird es nicht geben. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

mre/DPA/APN
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Prozess wegen angeblicher Kujau-Bilder Fälschten Fälscher den Fälscher?

Mit dem Namen Konrad Kujau ließ sich auch über seinen Tod hinaus Geld verdienen. Deshalb steht nun eine angebliche Großnichte des Meisterfälschers vor dem Landgericht Dresden. Sie soll Hunderte von Kunden mit gefälschten Kujaus betrogen haben. mehr...

Kujau-Museum Falsche Fälschungen verkauft

Wer ein Bild von Kujau erwirbt, bekommt eine Fälschung - aber immer eine originale. Jetzt steht das Museum des legendären Hitler-Tagebuch-Verfassers allerdings vor dem Aus. Denn die Betreiberin des Museums soll falsche Fälschungen verkauft haben. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch