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Lockte der Täter seine Opfer per Facebook in die Falle?

Beim Amoklauf von München tötete der Täter neun Menschen, bevor er sich selbst richtete. Aber schoss er wirklich willkürlich? Hinweise deuten darauf hin, dass er Opfern eine Falle stellen wollte - über ein gefälschtes Facebook-Profil.

München Amoklauf Facebook Selina Akim

Haben der Amoklauf in München und dieses Facebook-Postings etwas miteinander zu tun?

Es war ein schrecklicher Abend: Der Amokläufer von tötete neun Menschen, verletzte noch mehr. Dann richtete er sich selbst. Dass es kein Terroranschlag, sondern die Wahnsinnstat eines einzelnen war, bringt keine Erleichterung. Doch es hätte womöglich noch schlimmer kommen: Der Täter wollte wohl noch deutlich mehr Menschen das Leben nehmen - und hatte ihnen gezielt eine Falle gestellt.

Unglaubliche 300 Schuss Munition hatte der 18-jährige in seinem Rucksack, berichteten die Behörden auf einer Pressekonferenz. Und sie bestätigten, dass sie einem Verdacht nachgehen, der schon gestern Abend in den sozialen Netzwerken geäußert wurde: Dass der Täter mit einem gefälschten Facebook-Profil noch mehr zum Tatort locken wollte.

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"Ich spendiere euch was, wenn ihr wollt, aber nicht zu teuer"

Unter dem Namen "Selina Akim" rief dort eine junge Frau immer wieder dazu auf, ab 16 Uhr in die McDonald's-Filiale in der Hanauer Straße zu kommen, direkt gegenüber des Olympia-Einkaufszentrums. In diesem Schnellrestaurant sollen um 17:52 die ersten Schüsse gefallen sein. Wohl, um den Aufruf attraktiver zu machen, gab es auch immer wieder das Angebot, für das Essen zu bezahlen. Aber nur, wenn es nicht zu teuer ist. Eine Einschränkung, die vermutlich für mehr Glaubwürdigkeit sorgen sollte.

Wie erfolgreich die Masche war, ist aktuell noch unklar. Ebenso wenig weiß man, ob der Täter gezielt bestimmte Personen einlud oder allgemein für mehr Publikum sorgen wollte. Zu den Todesopfern ist bislang nur bekannt, dass sie mit einer Ausnahme alle sehr jung sind. Ob sie als normale Gäste in dem Schnellrestaurant waren oder dem Facebook-Aufruf folgten, dürfte die Polizei nun zu ermitteln versuchen.

Wer löschte das Profil?

Bei dem jungen, hübschen Mädchen im Profilbild handelt es sich zwar tatsächlich um eine Selina, sie hört aber auf einen ganz anderen Nachnamen - und hat aktuell mächtig damit zu tun, sich von dem Amok-Profil zu distanzieren. Die Polizei spricht in Bezug auf das Facebook-Profil zwar von einem Hack, vermutlich hat der Täter es aber selbst erstellt. Nachdem in den sozialen Netzwerken langsam bekannt wurde, dass das Profil und der Amoklauf miteinander zusammenhängen könnten, wurde es gelöscht. Ob der Täter zu dem Zeitpunkt noch am Leben war, es von jemand anderem oder gar von Facebook direkt gelöscht wurde, darüber kann bislang nur spekuliert werden.

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