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Wer wählt eigentlich diesen Trump? Frustrierte. Weiße. Männer.

Bei den Vorwahlen am Super Tuesday ist Donald Trump einer Präsidentschaftskandidatur einen großen Schritt näher gekommen. Aber wer wählt Trump eigentlich? Ein Überblick.

  Trump ist zu einem Kandidaten geworden, den die Demokraten ernst nehmen müssen

Trump ist zu einem Kandidaten geworden, den die Demokraten ernst nehmen müssen

Bei den Vorwahlen am Super Tuesday gewann  Donald Trump in sieben von elf Bundesstaaten. Der Milliardär sammelt bei weitem mehr Stimmen, als man es ihm zugetraut hätte, als er im Sommer seine Kandidatur angekündigt hatte.

Anhand der Daten durch Befragungen nach der Wahl von US-amerikanischen Medien wie etwa der "New York Times", der "Washington Post" und des Senders NBC, lässt sich ein Bild des durchschnittlichen Menschen zeichnen, der Trump seine Stimme gibt.

Das ist bisher über Trumps Wähler bekannt: 

  • Trumps Wähler sind überwiegend männlich. Er gewinnt weiter vor allem bei Republikanern ohne Collegeabschluss (über 40 Prozent Zustimmung), kann sein Spektrum aber erweitern.
  • Mehr als die Hälfte seiner Wähler sagt, sie sei wütend auf Washington, auf die Zustände dort und auf den Stillstand. Sie ist enttäuscht von der Regierung - und von der Republikanischen Partei.
  • Diese habe nichts aus ihren jahrelangen Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus sowie in vielen Staaten gemacht; Republikaner seien zu viele Kompromisse mit Präsident Barack Obama eingegangen.
  • Seine Wähler sind ganz überwiegend Weiße. Von ihnen geben sehr viele an, sie fühlten sich von den Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur der USA bedroht (Nach offiziellen Angaben wird im Jahr 2044 jeder zweite US-Amerikaner einer nicht-weißen Bevölkerungsgruppe angehören.)
  • "Die Medien" sind für die Mehrzahl der Trump-Wähler ein Teil des Problems und eines verkrusteten Systems, das sie ablehnen.
  • 85 Prozent der Trump-Wähler sind von seinem Vorschlag begeistert, keine Muslime mehr ins Land zu lassen.
  • Fast jeder Zweite sagt: Trump bringt dem Land den nötigen Wandel.
  • Bei Wählern, die Soldaten sind oder waren, schneidet Trump im Vergleich zu den Mitbewerbern am besten ab.

Viele politikverdrossene Arbeiter

  • Unter Trumps Wählern sind sehr viele Arbeiter. Die Fraktion der so genannten "blue collars" (im Gegensatz zu den Angestellten mit den weißen Kragen) macht einen großen Anteil aus. Sie sehen sich seit vielen Jahren in Stich gelassen. Von einem etwaigen Aufschwung komme nichts bei ihnen an.
  • Sehr viele Wähler Trumps wollten nach eigenen Angaben bisher nichts oder nichts mehr mit Politik zu tun haben. Viele gehen nun erstmals oder zum ersten Mal seit langer Zeit wieder wählen.
  • 85 Prozent der Trump-Wähler wollen einen Präsidenten, der nicht aus dem politischen Establishment kommt, sondern von außerhalb.
  • Trumps Anhänger sagen, er spreche ihre Sprache, nenne die Dinge beim Namen.
  • Bei Evangelikalen, besonders bibeltreuen Christen, kommt der mehrfach geschiedene Trump auf ähnlich gute Werte wie der Tea-Party-Favorit Ted Cruz.
  • Inhaltlich besonders attraktiv sind für Trumps Wähler die Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze und die Terrorbekämpfung. Die Relevanz des Themas Einwanderung hat zumindest am "Super Tuesday" abgenommen.
  • In South Carolina sagten über 90 Prozent der Trump-Wähler, ihr Mann könne mit internationalen Krisen am besten umgehen.
  • Politologen entdecken in Trumps Wählerschaft immer stärkere Züge einer obrigkeitsstaatlichen Bewegung und einer Sehnsucht nach einem starken Mann.
  • Wenig überzeugt sind Trumps Wähler von seinen konservativen Werten, aber das schlägt sich bisher kaum in schlechteren Ergebnissen nieder.
  • Keine Auffälligkeiten gibt es im Alter der Wähler Trumps. Sie sind tendenziell einen Tick, aber nicht signifikant älter als der Durchschnitt. 
Bei den Vorwahlen am "Super Tuesday" ist Donald Trump einer Präsidentschaftskandidatur einen guten Stück näher gekommen
Kommentar
Triumph am Super Tuesday
Trump hat Recht!

Amerika ist für viele US-Bürger kein großartiges Land mehr. Deshalb gewann Donald Trump bei den Vorwahlen am Super Tuesday in sieben von elf Bundesstaaten. Ihn wählen eben nicht nur Dummköpfe und Hillbillies.

Norbert Höfler
jen/DPA
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