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2. Januar 2009, 17:41 Uhr

Israel warnt Hausbewohner per SMS

Schreckensnachricht per Telefon: Israelischen Medienberichten zufolge fordert die Armee seit Neuestem zehn Minuten vor einem Bombenabwurf die Bewohner eines Hauses zur Flucht auf. Mit der Operation "Dachklopfen" soll die Zahl der toten Zivilisten möglichst gering gehalten werden. Zum Einsatz kommen angeblich auch Flugblätter und SMS.

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Auch am Freitag hat die israelische Luftwaffe mehr als 30 Ziele im Gaza-Streifen bombardiert© Jack Guez/AFP

Die israelische Armee hat nach einem Zeitungsbericht die Operation "Dachklopfen" ins Leben gerufen, um bei Luftangriffen im Gaza-Streifen die Zahl der zivilen Todesopfer so gering wie möglich zu halten. Danach werden beispielsweise Bewohner von Gebäuden, die bombardiert werden sollen, zehn Minuten vor dem Angriff zum Verlassen des Hauses aufgefordert, berichtet die israelische Tageszeitung "Haaretz" in ihrer Freitagsausgabe. Anderen israelischen Medienberichten zufolge verschickt die Armee auch SMS oder wirft Flugblätter, um die Bewohner eines Hauses oder deren Nachbarn vor einem Raketenangriff zu warnen.

Ein Armeesprecher wollte die Berichte und die einzelnen Techniken auf Anfrage nicht bestätigen. "In einigen Fällen hat es vorab Warnungen gegeben, um die Zahl der Oper zu reduzieren", sagte er lediglich.

Nach Armeeangaben hatte auch die Familie des am Donnerstag getöteten Top-Hamas-Mitglieds Nisar Rian eine entsprechende Warnung erhalten. Rian habe aber beschlossen, in seiner Wohnung zu bleiben, und die Armee habe dann das Gebäude angriffen, schreibt die "Haaretz". Der 49-Jährige war Verbindungsmann zwischen dem militanten und militärischen Flügel der Hamas und zählte zu den fünf wichtigsten Führungsmitgliedern. Bei dem Angriff vom Donnerstag wurden nach palästinensischen Angaben Rian, dessen vier Frauen sowie elf seiner Kinder getötet.

Rian war nach Angaben von "Haaretz" auch derjenige, der den Palästinensern eine Abwehrmethode gegen das "Dachklopfen" nahelegte. Danach sollten sie nach einer Warnung auf das Dach ihres Gebäudes steigen und so signalisieren, dass sie nicht bereit seien, ihr Zuhause zu verlassen. Dies habe israelische Offiziere in einigen Fällen veranlasst, ihre Angriffe abzusagen. Anderen Berichten zufolge hat die Luftwaffe in einigen Fällen Dachecken beschossen, um so die Bewohner zu vertreiben.

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Die Armee bestreitet, dass sie gezielt Hamas-Führer ins Visier genommen hat. Nach Angaben eines Sprechers werden Gebäude der Hamas-Infrastruktur angegriffen, in denen große Mengen an Raketen, Waffen und Sprengstoff gelagert werden. Videoaufnahmen nach Angriffen belegen nach Angaben der Armee, dass es nach dem eigentlichen Raketeneinschlag zu schweren Folgeexplosionen kommt.

Am siebten Tag der israelischen Luftangriffe auf den Gaza-Streifen machten erstmals Zehntausende Palästinenser im Westjordanland ihrer Wut Luft. Sowohl im Ostteil Jerusalems als auch am Sitz der palästinensischen Autonomieverwaltung in Ramallah gingen sie auf die Straße, nachdem die Hamas zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen hatte.

Bislang mehr als 400 Tote

Unterdessen haben Israel und militante Palästinenser ihre gegenseitigen Angriffe den siebten Tag in Folge fortgesetzt. Israelische Kampfflugzeuge attackierten am Freitag nach Angaben eines Armeesprechers mehr als 30 Ziele der radikalislamischen Hamas. Im Gegenzug feuerten militante Palästinenser mehr als 20 Raketen auf israelische Städte ab. Zwei Raketen trafen zwei Wohngebäude in der südisraelischen Stadt Aschkelon. Zwei Israelis wurden nach Polizeiangaben verletzt. Darüber hinaus kündigte die Hamas an, ihre Operationen auszuweiten und auch Selbstmordattentate zu unternehmen. Sie will damit Vergeltung für den Tod Rians üben.

Bei den israelischen Luftangriffen sind nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde bisher 420 Menschen getötet worden. Weitere 2100 Personen wurden verletzt. Auf israelischer Seite gab es durch Raketenbeschuss bislang vier Tote.

DPA/AFP
 
 
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