8. Januar 2013, 06:53 Uhr

Bundeswehr startet Einsatz in der Türkei

Die holländischen Raketen sind schon unterwegs, die deutschen "Patriots" folgen heute. Für die Bundeswehr beginnt die Nato-Mission zum Schutz der Türkei vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Die Bundeswehr schickt an diesem Dienstag die ersten Soldaten in die Türkei, um die Stationierung von "Patriot"-Abwehrraketen vorzubereiten. Ein Vorauskommando mit etwa zwei Dutzend Spezialisten und Unterstützungskräften startet zusammen mit niederländischen Soldaten von Eindhoven aus in den Einsatz.

Von Lübeck-Travemünde aus hat unterdessen die eigens gescharterte dänische Fähre "Suecia Seaways" mit 300 militärischen Fahrzeugen und 130 Containern an Bord Kurs auf die Türkei genommen. Insgesamt werden zwei komplette "Patriot"-Syteme verschifft. Die Ausrüstung kommt voraussichtlich am 21. Februar über den Hafen Iskenderun im Einsatzgebiet an.

Abwehr von Angriffen aus Syrien

Die Bundeswehr soll das Nato-Partnerland Türkei zusammen mit den Niederlanden und den USA vor Angriffen aus Syrien schützen. Alle drei Staaten entsenden je zwei Patriot-Raketenbatterien samt Soldaten. Der Einsatz ist nach offizieller Darstellung rein defensiv ausgerichtet und soll verhindern, dass der Syrienkonflikt auf die Türkei übergreift. Zur Durchsetzung einer Flugsverbotszone über Syrien dürfen die Abwehrraketen beispielsweise nicht eingesetzt werden.

In der kommenden Woche sollen weitere deutsche Soldaten in die Türkei aufbrechen. Insgesamt wird die Bundeswehr dann mit bis zu 350 Soldaten vor Ort sein.

Niederländische "Patriots" schon unterwegs

Die Niederlande hatten bereits am Montag mit der Verlegung von "Patriot"-Raketenabwehrstaffeln in die Türkei begonnen. Rund 300 Soldaten werden sich an dem Nato-Einsatz in der Türkei beteiligen. Die "Patriots" werden von der Basis im südniederländischen Limburg nach Groningen im Norden transportiert und dort eingeschifft. Sie sollen am 22. Januar in der Türkei eintreffen. "Unser Beitrag bedeutet nicht, dass wir uns in den Konflikt in Syrien einmischen", betonte auch der Kommandant der niederländischen Streitkräfte, Tom Middendorp.

dho/DPA/AFP
 
 
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