19. Dezember 2012, 09:02 Uhr

Ryanair soll beim Gewicht geschummelt haben

Die irische Billigfluglinie Ryanair soll laut Medienberichten ihre Jets auf dem Papier leichter gemacht und dadurch möglicherweise Gebühren in Millionenhöhe umgangen haben.

Ryanair, Boeing 737-800,

Ryanair betreibt eine Flotte von insgesamt 305 Jets des Typs Boeing 737-800.©

Die negativen Meldungen über die irische Fluggesellschaft reißen nicht ab. Nach dem jüngsten Zwischenfall am Allgäu-Airport in Memmingen soll Ryanair das Gewicht ihrer Boeing-Flotte geschönt haben.

Das Fachmagazin "Cargo Forwarder" und die Website airlines.de hatten am Dienstag Berichte veröffentlicht, dass Ryanair durch falsche Gewichtsangabe möglicherweise Gebühren in Millionenhöhe umgangen haben. Die Airline soll beim Startgewicht ihrer Flugzeuge vom Typ Boeing 737-800 bis zu acht Tonnen verheimlicht und dadurch in Deutschland pro Flug 17 Euro Gebühren weniger gezahlt haben.

Auf das Jahr hochgerechnet ergebe das rund 370.000 Euro, in ganz Europa könne sich der Schaden auf bis zu 50 Millionen Euro summieren, so die Berechnungen von Luftfahrtexperten.

Deutsche Flugsicherung prüft Gebührenhinterziehung

Ryanair wollte sich nicht zu "Gerüchten oder Spekulationen" äußern. Das Unternehmen habe sich aber an Boeings Vorgaben gehalten und werde auf Anfragen der europäischen Flugsicherung Eurocontrol direkt antworten, hieß es.

Die Deutsche Flugsicherung DFS bestätigte in beiden Berichten die Vorwürfe. Sie habe die Gebühren stets auf Basis eines Startgewichts der Jets von rund 67 Tonnen berechnet. Nach Kontrollen an den Flughäfen Bremen und Hahn seien die Berechnungen aber auf ein Gewicht von 75 Tonnen angepasst worden, sagte ein Sprecher der Tageszeitung "Welt". Juristen der DFS prüften den Fall. Sollte sich die Gebührenhinterziehung bestätigen, wolle die Deutsche Flugsicherung rechtliche Schritte einleiten und sich nicht gezahlte Gebühren notfalls per Gerichtsentscheid zurückholen.

tib/DPA
 
 
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