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21. Juli 2010, 15:11 Uhr

ICE-Hitzeopfer bekommen 500 Euro

Vor dem Gipfel im Verkehrsministerium wächst der Druck auf die Deutsche Bahn, ihre Kunden für die Hitzepannen besser zu entschädigen. Wer ärztlich versorgt werden musste und ernste Probleme hatte soll nun großzügiger bedacht werden als bislang vorgesehen.

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Will ein wenig tiefer in die Tasche greifen, um Kunden zu entschädigen: die Deutsche Bahn© DPA

Die Deutsche Bahn erhöht nach öffentlicher Kritik die Entschädigungszahlungen für Fahrgäste aus überhitzten ICE-Wagen. So sollen Betroffene, die wegen ausgefallener Klimaanlagen ernste Gesundheitsprobleme bekamen und ärztlich versorgt wurden, 500 Euro in bar erhalten, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. "Wir haben eine schnelle und unbürokratische Wiedergutmachung angekündigt, mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen halten wir Wort", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube.

Bislang hatte die Bahn für diese Gruppe lediglich das Anderthalbfache des Fahrpreises in Form von Reisegutscheinen zugesagt. Verbraucherschützer und der Fahrgastverband forderten als Entschädigung Geld statt Reisegutscheine. Der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), Gerd Billen, hatte 300 Euro pro Person als Richtwert für ein angemessenes Schmerzensgeld genannt.

Grube kritisiert ICE-Hersteller

Das Versagen von Klimaanlagen in Zügen ist am Donnerstag Thema eines Spitzentreffens von Bahnchef Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit Mitgliedern des Bundestags-Verkehrsausschusses. Grube macht auch die Hersteller der ICE für den schlechten Zustand der Fahrzeugflotte verantwortlich. "Wir haben von der Industrie bislang fast nie Züge geliefert bekommen, die auch das geleistet haben, wofür wir bezahlt haben", sagte Grube im neuen stern.

Die Pannenserie hatte am 10. Juli begonnen. In Bielefeld wurde ein ICE nach dem Ausfall der Kühlung gestoppt. In ihm saßen auch die Teilnehmer einer Klassenfahrt. Mehrere Schüler kollabierten wegen der Hitze, neun von ihnen kamen ins Krankenhaus. An den folgenden Tagen wurden rund 50 Fälle defekter Klimaanlagen in Fernzügen bekannt, vor allem das Modell ICE 2 war betroffen. Dabei wurde auch das Verhalten einiger Bahnmitarbeiter kritisiert. Gegen den Zugchef des in Bielefeld gestoppten ICE ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung. Es geht um die Frage, ob der Mann den Zug früher hätte anhalten müssen.

Schon früher Probleme mit Klimaanlagen?

Probleme mit den Klimaanlagen gab es nach Informationen des Berliner "Tagesspiegels" schon früher. In einer internen Statistik des Unternehmens sei für den Juni 2008 bei durchschnittlich vier der 44 ICE-2-Züge "Klima defekt" vermerkt. Der Mittelwert für den Juli lag bei drei, für den August bei sieben Zügen.

Bislang hat die Bahn von einem neuen Phänomen gesprochen, das es in dieser Häufung zuvor nicht gegeben habe. Die Klimaanlagen des ICE 2 seien bis zur vorvergangenen Woche "völlig unauffällig gewesen", sagte Bahnchef Grube.

zen/joe/DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
OneSizeFitsAll (23.07.2010, 11:27 Uhr)
ich raff's....
grade mal nicht, was hier mit den Kommentaren geschieht....
Tempelhofer (23.07.2010, 10:40 Uhr)
Eine wichtige Geste
Die 500 Euro sind ein großzügiges Angebot der Deutschen Bahn. Das sind immerhin 1000 DM !!

Die Bahn zeigt damit eindrucksvoll, dass sie um Wiedergutmachung bemüht ist. Wir können wirklich froh sein, eine so gute, nationale Bahngesellschaft zu haben.
OneSizeFitsAll (23.07.2010, 10:12 Uhr)
aha.....
geht doch :-)
OneSizeFitsAll (23.07.2010, 10:12 Uhr)
@admins
geht's noch?
OneSizeFitsAll (23.07.2010, 09:49 Uhr)
dito.....
die Bahn ist mir auch grade mal egal. Mich würde auch brennend interessieren, warum die Kommentarfunktion bei allen heutigen Artikeln deaktiviert ist. Ein paar Worte dazu seitens eines Verantwortlichen des Sterns wären angemessen. Oder soll hier zukünftig alles unkommentiert bleiben. Wenn ja, dann werde ich a) mein Abo kündigen und b) mir eine andere "Online Nachrichten Spielwiese" suchen.
Tempelhofer (23.07.2010, 09:45 Uhr)
@ Stern.de
Sie haben aber auch eine Unglücksserie. Jetzt wollten Sie das Sommerloch so schön mit Hitzestorys füllen (böse, böse Bahn...), prompt kommt ein Kälteeinbruch.

Tja, wer nicht auf den Wetterbericht hört, den bestraft der Regen.
picatd95 (23.07.2010, 09:01 Uhr)
Die Bahn...
..ist mir egal im Moment, aber kann es sein, dass die Kommentarfunktion zu den Artikeln fast überall deaktiviert wurde?
Wenn das so weitergeht mit der Zensur, muss mans ins Darknet abtauchen um seine Meinung zu tagesaktuellen Dingen zu äussern. Bei focus online kommt ja auch nichts durch den Filter ausser Belanglosigkeiten. Ich persönlich zumindest möchte wissen was andere über die Nachrichten denken. Ich muss nicht der gleichen Meinung sein, aber die Kommentarfunktion ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber langsamen Printmedien und seinen vereinzelten Leserbriefen.
Merlin08 (23.07.2010, 01:11 Uhr)
Was geht ab ???
Sämtliche Kommentarfunktionen abgeschaltet bei den oberen Beiträgen ???
wegora (22.07.2010, 19:29 Uhr)
Hitze-Entschädigungen für ICE-Reisende
Beim ICE sollen die geschädigten Fahrgäste entschädigt werden.Wer entschädigt die zig tausenden Bahnfahrer der Regionalzüge,die auch mit ausgefallenen Klimaanlagen leben müssen.Vor allem in den 2.Klasseabteilen ist das zur Normalität geworden.Wer entschädigt also diese Bahnfahrer.Nirgendwo ist mal darüber zu lesen.Interessiert wohl niemanden.Und gerade in diesen Zügen fahren meistens die Berufspendler.Möchts mal die Vorstandsetage einladen von Eisenhüttenstadt bis Magdeburg mit dem Regio im 2.Klassabteil mit ausgefallener Klimaanlage zu fahren.Mal sehen was da bei raus kommt.e
Herr_Lich (22.07.2010, 14:05 Uhr)
Kein leicht verdientes Geld!
Ich weiß nicht, ob 500 EUR angemessen sind, aber ich würde mich dafür ganz sicher nicht für mehrere Stunden in einen ICE, mit defekter Klimaanlage setzen. Habe das schon öfter, bei etwas niedrigeren Temperaturen erleben müssen und empfand das als ziemlich belastend.

Wer das wirklich harmlos findet und meint, das wären leicht verdiente 500 EUR, der soll sich mal bei 35 Grad Außentemperatur in sein Auto setzen, alle Scheiben hochdrehen, Klimaanlage und Lüftung natürlich komplett abstellen. Um es noch realistischer zu gestalten, sollte der Wagen mit 3 weiteren Personen besetzt sein. Die Innentemperaturen werden dann schnell auf über 50 Grad steigen, bei stehender Luft und extremer Luftfeuchtigkeit. Ich denke, daß nach spätestens 10 Minuten keiner mehr in dem Wagen sitzt.

Das ist genau der wesentliche Unterschied zwischen diesem harmlosen Selbstversuch und der Realität im ICE: Im eigenen Auto kann man jederzeit aussteigen, im ICE sitzt man praktisch in der Falle und hat die Situation nicht mehr selber in der Hand. Das ist dann nicht nur eine extreme körperliche Belastung, sondern auch eine psychische.

Ganz abgesehen von diesen gesundheitlichen Belastungen, war dieser Tag auch für die Bahnkunden gelaufen, die nicht ins Krankenhaus mußten. Nach mehreren Stunden in so einem Zug ist man komplett durchgeschwitzt und fertig mit den Nerven. Was auch immer man vorhatte, konnte man an diesem Tag vergessen. Das ist im privaten Bereich schon extrem ärgerlich und kann im beruflichen Bereich fatale Folgen haben, wenn man z.B. auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch war.

Die Auswirkungen waren also für alle Reisenden extrem und ich frage mich, warum nur die eine Entschädigung bekommen, die ins Krankenhaus mußten. Das verharmlost irgendwie die Situation der anderen Fahrgäste. Auf jeden Fall, ist es keine Frage, daß die Bahn die alleinige Verantwortung für diese Vorfälle hat. Die Bahn weiß, für welche Temperaturen die Klimaanlage ausgelegt ist und die Bahn hat auch keine technische Lösung für den Fall, daß Klimaanlage und Lüftung ausfallen, obwohl dieser Fall absolut realistisch ist und in der Praxis auch häufiger vorkommt.
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